BENEFIZKONZERTE DES KAMMERMUSIK¬-ENSEMBLES „MEMORIAL“ (SANKT-PETERSBURG)
FÜR DIE VERGESSENEN GULAGOPFER
in der evangelischen Kirche Berlin-Johannisthal
am Sonnabend, den 4. Februar 2012, um 17:00 Uhr
Xenia Petrasch – Violine
Deniza Akchurina – Cello
Fjodor Abasa – Piano
spielen u.a. Werke von Bach, Beethoven und Mendelssohn
Die
hochbegabten Studenten und Absolventen des Petersburger Konservatoriums
spielen für die soziale Arbeit an den überlebenden ehemals in
der Sowjetunion Verfolgten.
Memorial
ist die bekannteste vielfach mit internationalen Preisen ausgezeichnete
Menschenrechtsorganisation in Russland. Sie wurde 1988 von ehemaligen
Gulag-häftlingen unter Sacharow gegründet mit dem Ziel, die
Geschichte des sowjetischen Unterdrückungssystems aufzuarbeiten,
das erlittene Unrecht der Opfer ins öffentliche Bewusstsein zu
bringen und sich dafür einzusetzen, dass ein solches
Unrechtssystem nie mehr geduldet wird.
Auch unter
Lebensgefahr gehen die Mitarbeiter von Memorial, ehemalige Dissidenten
und jüngere verantwortungsbewusste Leute
Menschenrechtsverletzungen nach, am häufigsten im Kaukasus. Sie
helfen den Betroffenen und führen Klage beim Europäischen
Gerichtshof gegen die Verantwortlichen.
Memorial in Sankt Petersburg kümmert
sich besonders um die noch überlebenden alten, kranken, meist
armen ehemals Repressierten. Die persönlich bescheidenen aktiven
Memorialmitglieder beraten die Hilfesuchenden in menschlichen,
medizinischen und juristischen Problemen kompetent. Sie geben auf
Rezepte Medikamente aus, leisten finanzielle Hilfe bei dringendsten
Reparaturen, Krankenhausaufenthalten, Beerdigungen.
Regelmäßige kulturelle Veranstaltungen: Lesungen, Filme,
Konzerte mit anschließenden Gesprächen beim Tee helfen die
Einsamkeit zu vergessen, Würde und Lebensmut zu bewahren. Dazu
tragen die Benefizkonzerte in erheblichem Maß bei.