Monatsspruch September

Gott hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt; nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende.
Prediger 3,11

Das Buch Prediger ist ein Buch über Lebenserfahrung. Es ist ein Buch geschrieben mit Lebenserfahrung. Ein Mensch betrachtet die Welt im Rückblick und versucht Bilanz zu ziehen. Beim ersten Lesen hat man den Eindruck, der Prediger sieht die Welt recht düster. Das liegt auch am Anfang des Buches: „Es ist alles ganz eitel, sprach der Prediger, es ist alles ganz eitel. Was hat der Mensch für Gewinn von all seiner Mühe, die er hat unter der Sonne? Ein Geschlecht vergeht, das andere kommt; die Erde aber bleibt immer bestehen.“ (Prediger 1,2-4) Ein Staubkorn auf einem unbedeutenden Planeten, der eine entlegene Sonne in den unendlichen Weiten des Universums umkreist – so kann ich mein Leben in der Tat beschreiben. Und einige Menschen erzählen mir, dass sie das ähnlich wahrnehmen, wenn sie in den Sternenhimmel schauen oder über die Weiten des Meeres bis zum Horizont oder von der Spitze eines Berges in die wolkenverhangenen Täler ringsum. Majestätisch ist das Wort, das mir für solche Eindrücke einfällt. Majestät ist Latein und heißt: Größe, Erhabenheit und Hoheit. Majestät ist ursprünglich Eigenschaft einer Gottheit. Der römische Kaiser Tiberius soll der erste gewesen sein, der Majestät als Herrschertitel führte. Den Prediger hätte Tiberius nicht sehr beeindruckt: „Ich, der Prediger, war König über Israel zu Jerusalem […] Ich tat große Dinge: Ich baute mir Häuser, ich pflanzte mir Weinberge […] Ich sammelte mir auch Silber und Gold und was Könige und Länder besitzen […] und war größer als alle, die vor mir zu Jerusalem waren. […] Als ich aber ansah alle meine Werke, die meine Hand getan hatte, und die Mühe, die ich gehabt hatte, siehe, da war es alles eitel und Haschen nach Wind und kein Gewinn unter der Sonne.“ (Prediger 1 und 2 in Auswahl) Größe, Erhabenheit, Hoheit gehören Gott. Und Gott deutet sie an in seiner Schöpfung. Mir, Mensch, bleibt sie zu betrachten – ob ich Kaiser bin oder Bettelmann. Und selbst wenn ich Kaiser bin, Sternenhimmel, Meer und Gebirge flüstern ganz deutlich: „Denke daran, dass du sterblich bist. Wir werden noch da sein, wenn du lange gestorben bist.“ Noch etwas anderes erlebe ich, wenn ich in den Sternenhimmel schaue oder über die Meereswellen zum Horizont oder vom Berggipfel in die Täler: Die Schönheit trifft mich. Und bei aller Last und Vergeblichkeit im Leben, und davon schreibt der Prediger ausführlich, ergreift die Schönheit der Schöpfung mein Herz. Mir ist es dann egal, auf welche Weise sich der Mond um die Erde, die Erde um die Sonne, die Sonne um den Mittelpunkt der Milchstraße dreht. Ich glaube in solchen Momenten: Hier gehöre ich hin. Und ich werde bleiben.

„Gott hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt; nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende.“ (Prediger 3,11)

Einen schönen Herbstanfang wünscht Ihnen

Ihr Paulus Hecker

Tag des offenen Denkmals in der Kirche Johannisthal (9. September)

Am Sonntag, dem 9. September 2018, ist die Kirche ab 9:30 Uhr geöffnet. Es wird eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Heimatverein Johannisthal über

die Geschichte unserer Kirche, die Geschichte Johannisthals und des Flugplatzes

zu sehen sein. Die Kirche wird um 18:00 Uhr geschlossen.

Während der gesamten Zeit sind Menschen anwesend, die Auskunft geben können. Ein Catering ist nicht vorgesehen.

Der Gottesdienst wird selbstverständlich wie geplant durchgeführt.

WG-Woche 2018! Seid IHR dabei?

In den letzten 5 Jahren ist die WG–Woche mit Jugendlichen eine besondere Tradition in unsrer Region geworden. In diesem Jahr findet sie vom

19. August bis 25. August statt.

WG-Woche heißt, dass eine Woche lang vom Sonntagnachmittag bis zum Samstagnachmittag der Kirchensaal der Johannisthal-Kirche als Übernachtungsplatz für die Junge Gemeinde bereitgestellt wird und unser großzügiger Kirchhof und das gemütliche Jugendzentrum für individuelle Frühstückszeit, Hausaufgaben, Spiel, gemeinsames Abendbrot und eine kleine Andacht gestaltet werden. Der erste Tag der WG-Woche öffnet mit einem Gottesdienstbesuch. Danach erstellen die Jugendlichen gemeinsame eine Ordnung der Geländenutzung und koordinieren das Aufräumen, Putzen, Einkaufen und die Kochdienstliste. In dieser Woche tauschen wir uns über das eigene Knowhow aus, wie man seine Freizeit wundervoll gestalten kann, wie man sich bei Hausaufgaben gegenseitig motivieren und helfen kann, neue und alte Spiele werden entdeckt, unterschiedliche Hausrezepte für den Abendbrottisch serviert. Mit einer kleinen Andacht schließen wir jeden Abend den Tag ab.

Seid Ihr dabei?

Bitte schreibt einfach eine E-Mail an das Jugendzentrum (jugendzentrumoberspreewest@gmail.com), wenn ihr die WG-Woche miteinander erleben und gestalten möchtet!

Für die Teilnehmer/innen gibt es ein Anmeldeformular und es wird ein Essensbeitrag von 20 Euro erhoben.

Bis dahin! Ich wünsche Euch eine unvergessliche und wunderschöne Sommerferienzeit mit euren Familien und Freunden! Bleibt behütet!

Eure Eunhye Langbein

Singschule in Niederschöneweide

Für die Gemeinden unseres Pfarrsprengels wird es ab dem neuen Schuljahrim September eine zweite Singschule in den Räumen der Friedenskirche in Niederschöneweide (Britzer Str. 1-3) geben. Sie wird geleitet von Charlotte Paashaus, die zurzeit als Elternzeitvertreterin bereits die Singschule der Bekenntniskirche in Treptow leitet.

Die Singschule wird Chorarbeit und musikalische Früherziehung umfassen und aus zwei Gruppen bestehen: ein Kinderchor fasst Kinder der ersten bis zur dritten Klassenstufe, der andere, Kinder der vierten bis sechsten Klassenstufe.

Die Proben werden mittwochs in der Winterkirche der Friedenskirche stattfinden. Die Einladung ergeht an Kinder in den Kirchengemeinden unseres gesamten Pfarrsprengels Oberspree-West mit dem Schwerpunkt Johannisthal, Nieder- und Oberschöneweide.

Die Arbeit der Singschule erfolgt in Kooperation mit den Gemeindepädagoginnen der Region. Die Kinderchöre sollen bei Familiengottesdiensten und bei besonderen Aufführungen auftreten. Die neue Singschule in Niederschöneweide wird mit der Singschule in der Bekenntniskirche kooperieren – z.B. beim regionalen Familiengottesdienst und bei einer gemeinsamen Singschulfahrt.

Stippvisite im Paradies

Busfahrten für Senioren haben in den Gemeinden Baumschulenweg und Johannisthal schon eine gewisse Tradition. Und doch hatte die Fahrt am 29.5.2018 eine Besonderheit: Es war der erste Ausflug mit Pfarrerin Wilcke, die ja erst seit Anfang des Jahres im Amt ist.

Gegen halb zehn waren alle Baumschulenweger samt Gehhilfen im Bus verstaut, und wenig später stiegen die Johannisthaler ebenfalls vollzählig zu. Die Reise ins Dippmannsdorfer Paradies im Hohen Fläming konnte also wie geplant gegen 10 Uhr starten.

Die endlos erscheinende Fahrt auf der mit Lastern verstopften Autobahn war schweißtreibend, denn auf der Sonnenseite herrschten im Bus eher höllische als paradiesische Temperaturen. Zum Glück vertrieb uns die kompetente Reiseleiterin die Zeit mit interessanten Informationen zum Reiseziel, und – noch wichtiger – sie versorgte uns mit Getränken (fast) aller Art. Meine Sitznachbarin im Bus und ich hatten übrigens schon auf der Wartebank vor der Kirche festgestellt, dass wir eine Art Außenseiterrolle hatten, denn wir sind beide noch nicht voll in die Gemeinde integriert. Meine Nachbarin hatte viele Jahre mit ihrem Partner in einem Dorf an der holländischen Grenze verbracht, ich war nach dem Tod meines Partners auch erst vor ein paar Jahren aus Prag zurückgekehrt. Nun saßen wir also nebeneinander im Bus ins Paradies.

Dippmannsdorf liegt an der Deutschen Alleenstraße, und so wurde der letzte Streckenabschnitt malerisch und gewährte Ausblicke auf die Landschaft des Baruther Urstromtals und den Fläming. Das von flämischen Einwanderern gegründete Dorf hat eine breite Hauptstraße, und – untypisch für brandenburgische Straßendörfer – mindestens eine Parallelstraße. Kurz vor der Gaststätte passierte der Bus noch eine Alpakafarm.

Das Tor zum Paradies stand sperrangelweit offen. Trotzdem musste der Busfahrer zirkeln, um den Bus hindurch zu bugsieren. Nach zweistündiger Fahrt waren wir endlich im Paradies angekommen. Auf der überdachten Terrasse des Restaurants „Paradies“ waren die Tische schon gedeckt und jeder suchte sich ein Plätzchen in möglichst vertrauter Runde. Meine Nachbarin hatte für uns einen Tisch organisiert, der Ausblick auf den prächtigen Steingarten bot.

Das Mittagessen kam zügig und war reichlich. Offen gesagt, habe ich so schmackhaften und vor allem so viel Spargel auf einmal noch nie gegessen. Nach dem Essen erbot sich der Altwirt des Restaurants mit uns einen Spaziergang durch das Naturschutzgebiet „Paradies“ zu machen. Der Pfad führte durch dunklen Hochwald an einem morastigen Tümpel und vielen Quellen mit glasklarem Wasser vorbei. Der Wald erinnerte mich an die Sagen meiner Kindheit, in denen die Bäume sprechen konnten und die Moorlöcher von klagenden Weibern bewohnt wurden. Beim Anblick des durchsichtigen Quellwassers fragte ich mich, wie lange ein Wassertropfen wohl für den Weg nach Hamburg braucht, um dort für eine Handbreit Wasser unter dem Kiel der Schiffe zu sorgen.

Nach etwa 200 m mündete der wurzeldurchzogene Pfad in einen markierten Wanderweg. Der führte zu der kleinen Ziegelfachwerkkirche, in der unsere Pfarrerin eine Andacht halten wollte. Zunächst aber stellte der Altwirt die Kirche vor, denn die dafür zuständige Mitarbeiterin war krank.

Die Andacht musste ohne musikalische Begleitung auskommen, also stimmte unsere Pfarrerin die Lieder selbst mit ihrer schönen Stimme an.

Für den kurzen Rückweg zum Kaffeetrinken stand wieder unser Bus bereit. Das riesige Stück Torte, das nun serviert wurde, wollte in meinem Magen nach dem üppigen Mittagessen nicht so recht Platz finden.

Nach dem Kaffeetrinken traten wir die Heimreise an. Das umfangreiche Waldgebiet Zauche spendete auch den auf der Sonnenseite Sitzenden Schatten.

Der Zwischenstopp auf dem Spargelhof Klaistow war wohl für die meisten enttäuschend. Nur unsere Pfarrerin erschien mit einem Päckchen Spargel in der Hand am Bus und erklärte, dass ihre drei kleinen Kinder wild auf Spargel wären, was sie selbst ungewöhnlich fände.

Die Rückfahrt verlief wesentlich angenehmer als die Hinfahrt, und pünktlich um halb sechs entließ uns der Bus an der Haltestelle der Buslinie 265 in der Baumschulenstraße.

Dank an alle, die diese Fahrt organisiert haben, die bis auf das Wetter perfekt war.

38 °C im Schatten sind selbst für wärmebedürftige Senioren ein bisschen viel des Guten.

Ursula Braditz