Was
wann im Jahr dran ist, das war für die Bauern klar. Eigentlich
alle wussten, wann die Störche kommen und abfliegen, wann es
Eicheln gibt und wann die Bäche viel Wasser führen, wann die
Kartoffeln in die Erde kommen und wann sie wieder rausgeholt werden.
Das
war früher. Heute
scheint davon manches verschliffen: Wenn es rund ums Jahr Tomaten gibt,
dann gehört das nicht in eine bestimmte Zeit, während es in
andere Zeit nicht gehört. Wenn es rund ums Jahr Eier gibt, dann
wissen Viele nicht, dass Hühner in einer bestimmten Jahreszeit mit
dem Eierlegen pausieren.Man kann sich ja nicht mal mehr sicher sein,
dass nicht im April Sommerwetter und im Juli April-Wetter ist.
Hinzu
kommen unsichere Rhythmen, in denen viele Leute heute ihr Leben
sortieren müssen. Klar, sagen einige: „ich mag die dunkle
Jahreszeit nicht“ oder andere: „ich mag die heiße
Zeit nicht“. Aber wichtiger ist für Viele: „in dem
halben Jahr ging es mir schlecht, in den Monaten war ich gesund“;
oder: „in dem halben Jahr hatte ich eine MAE-Stelle, seither
häng ich wieder rum“; oder: „bis dahin hatten wir
unsere Mutter zur Pflege, dann ist sie gestorben, da ist das Leben
leerer geworden“; oder: „in den Monaten haben sie die
Straße bei uns unten gebaut, da hatten wir nie Ruhe, und seit der
Weg da zugemacht ist, haben wir einen weiteren Weg zum Einkaufen“.
Gut,
wenn jedenfalls die Monatszyklen noch stimmen – für Frauen,
oder für den Eingang der Rente und für alle der zu- und
abnehmende Mond.
Wie wir daran denken, was Gott in unserem Leben zu suchen hat, ist von Zeit zu Zeit unterschiedlich.
Das hängt von unserer konkreten Situation ab, ob wir uns an Gott
wenden. Es gab vielleicht Phasen in unserem Leben, in denen hat es
für uns eine erhebliche Rolle gespielt, dass wir – zusammen
mit anderen – gefragt haben: „was bringt da Gott noch in
unser Leben und in das Leben von Anderen rein?“ Und es gab
vielleicht Phasen in unserem Leben, in denen trat es mehr in den
Hintergrund, dass wir uns an Gott wandten.
Wiederum
stimmt es für Viele, dass sie zugleich sagen könnten:
„Irgendwie hat Gott in meinem Leben immer eine Rolle
gespielt.“ Irgendwas war immer, dass ich sagen könnte, ich
ging mit Gott und Gott mit mir.
Aber
kann das jahreszeitlich unterschiedlich sein? – Das ist noch
einmal eine besondere Folie, die auf unser Leben gelegt wird: Die gemeinsame Gestaltung der menschlichen Beziehung zu Gott wird auch an jahreszeitlichen Punkten aufgehängt. Im Christentum allerdings weniger an Punkten des natürlichen Jahreszyklus. Das nur teilweise. Entscheidend
sind bestimmte Themen der Geschichte von Gott und Menschen, die
über das Jahr hin zu einem „Festkreis“ angeordnet
wurden.
Am
stärksten ist die Anordnung dieses christlichen Jahresrhythmus vom
Gedenken an die Geschichte von Jesus Christus bestimmt:
Erwartung des Kommens des Christus
Geburt von Jesus
Leiden von Jesus
Kreuzigung von Jesus
Auferweckung von Jesus
Vergegenwärtigung des Geistes, aus dem die Geschichte von Jesus und Gott lebte
Beginn der sozialen Gestalt, aus diesem Geist zu leben.
Vielleicht fallen Ihnen gleich die Feste ein, an denen wir das begehen.
Ich grüße Sie herzlich