Alles
ist erlaubt – aber nicht alles nützt. Alles ist erlaubt
– aber nicht alles baut auf. Niemand suche nur, was ihn selbst
betrifft, sondern auch, was des Anderen ist.
Aus dem ersten Brief des Paulus an die Korinther 1, 23-24
„Alles
ist erlaubt“ – Aufbruchsstimmung unter jungen Christen. Das
war Sprengstoff in Zeiten, in denen alles festgelegt war durch strikte
Machtgefüge und strenge traditionelle Regeln.
„Alles
ist erlaubt“ – das ist heute ein Reizwort für alle,
die sich darüber ärgern, dass Wände besprüht,
S-Bahn-Scheiben geritzt, öffentliche Parks vermüllt werden,
… und die sich danach sehnen, dass Gebote und Verbote wieder
respektiert werden. Es gibt christliche Gruppen, die tatsächlich
durchsetzen, wie man sich zu kleiden hat, wie man sich zu benehmen hat,
nicht rauchen, kein Geschlechtsverkehr vor der Ehe usw.
„Aussteiger“, die da mitgemacht haben und irgendwann nicht
mehr ihr Leben von diesen Vorschriften regeln lassen wollten,
schwärmen von ihrer neu gewonnen Freiheit. Immer wieder fanden
Menschen gerade mit Jesus Christus solches freies Lebensglück.
Ja,
wer nur fragt „was darf man / was darf man nicht“, hat die
Moral der Geschicht von Jesus Christus noch nicht verstanden.
Dazu sagt Paulus:
1.
Wenn wir gefragt sind, was wir tun sollen, ist entscheidend, wie das im
Zusammenspiel einer Familie oder einer Gruppe oder einer Gesellschaft
wirkt. - Nur eine Pflicht zu erfüllen galt mal als soldatische
Tugend; das kann aber gerade Verantwortung aushöhlen:
Verantwortung, die fragt, was richtet das an? Was bringt das?
Wörtlich: was trägt das zusammen? In dieser Situation?
…
2. Was baut auf? Was trägt etwas aus für
das gemeinsame Lebenshaus? Dass Brot, Wasser oder Energie nicht
verschleudert werden, sondern gut gehaushaltet wird, im
Mehrgenerationenhaus, in dem wir wohnen!
3. Da müssen wir oft noch suchen, was wir besser
tun oder lassen. Zu prüfen ist da nicht nur, wie sich das für
uns auswirkt, sondern immer auch: was es für Andere austrägt;
freilich nicht nur für andere, sondern auch für uns.
Drei Grund-Sätze christlicher Ethik.
Sagen Sie: Das waren immer schon meine Grundsätze?
Ihr
Reinhard Kähler