April 2013 – Gedanken zum Monatsspruch

Wie ihr nun den Herrn Christus Jesus angenommen habt,
so lebt auch in ihm und seid in ihm verwurzelt und gegründet
und fest im Glauben, wie ihr gelehrt worden seid,
und seid reichlich dankbar.

Kolosser 2,6.7 (L)

Was nehmen Sie mit von Ostern? Gibt es etwas, das Sie in diesen Tagen besonders berührt? Vielleicht etwas, was für Sie an Ostern öfter Thema ist, oder etwas, das dieses Jahr ganz neu wichtig für Sie ist?

Feiern Sie groß mit der Familie oder eher ganz für sich? Mit Eiersuche oder ohne? Im Garten, in der Wohnung oder gar nicht zu Hause, sondern mal wo anders? Vielleicht ist dieses Jahr auch zum ersten Mal ein Osterfest ohne einen besonders geliebten Menschen. Oder es hat sich in der letzten Zeit einiges ereignet, das Sie lieber nicht erlebt hätten. Vielleicht fühlen Sie sich verlassen oder durch Ihre Lebenssituation zermürbt. Sind Sie dieses Jahr dem Klageruf Jesu nahe, der am Kreuz seine Verzweiflung herausschreit und Gott sein Leid klagt? Möchten Sie mit einstimmen in das verzweifelte »Warum hast du mich verlassen?!«

Oder es geht Ihnen ganz anders und Sie möchten an Ostern das Leben feiern, mit Familie und Freunden, angesteckt von dem Leben, das überall im Frühling neu aufbricht. Vielleicht ist Ihnen der freudige Ausruf »Er ist wahrhaftig auferstanden!« in diesem Jahr besonders nahe. Angesteckt von der Freude der Kinder, die am Ostersonntag neues, fröhliches Leben in den Garten oder die Wohnung bringen, wenn die Eier gesucht werden. Liegt für Sie das Gewicht dieses Jahr auf der Freude über einen Gott, der das Leben immer wieder neu schafft und festhält?

An solchen Tagen, an denen man durch die Feiertage plötzlich etwas mehr Zeit hat und an denen man vielleicht auch in einem Gottesdienst oder einer Andacht ins Denken gerät, haben auch manchmal unsere tiefen Gefühle mehr Raum. So können sie eine neue Resonanz bekommen. Vielleicht gibt es in diesen Tagen für Sie einen Moment, in dem Sie nicht alltäglich unzufrieden und geplagt sind, sondern mit großer Trauer klagen und dabei plötzlich spüren, dass Ihr Klagen nicht einfach in die Leere geht, sondern einen Widerhall findet. Einen Widerhall, der etwas Tiefes in Ihnen anrührt. Vielleicht gibt Ihnen ein solcher Moment der besonderen Klage neuen Grund, trotz allem nicht vollständig zu verzweifeln.

Oder Sie erleben einen Moment, in dem Ihnen plötzlich klar wird, wie schön es gerade jetzt ist und Sie sind einfach dankbar. Sie merken: Diese Dankbarkeit ist Ihnen plötzlich sehr wichtig und gibt Ihrem Leben neue Bedeutung. Vielleicht macht so ein Moment der Dankbarkeit Sie selbst sogar zu einem Grund für die Freude anderer Menschen.

Was es auch ist, was Ihnen dieser Tage neuen Grund unter die Füße gibt, an Ostern können wir die ganze Spannbreite zwischen den Extremen der tiefsten Trauer und Verzweiflung und der größten Freude und Dankbarkeit gemeinsam feiern. Vielleicht können Sie dabei erleben, wie das, was Ihnen wichtig ist, so eine neue Resonanz bekommt und Ihnen Ihr Leben in ein anderes Licht rückt.

Und wenn dies so ist, so sagt uns der Monatsspruch für den April, dann halten Sie solche Momente fest! Nehmen Sie sie mit in Ihr Leben! Bauen Sie auf sie!

Lassen Sie sich durch sie stärken, ziehen Sie Kraft aus ihnen.

Lassen Sie sich nicht ablenken von Menschen oder Situationen, die Sie zum Zweifeln oder Verzweifeln bringen, sondern suchen Sie solchen Grund immer wieder. Vielleicht kann Ihnen die Erinnerung an besondere Momente, wie ich sie Ihnen auch für diese Ostern wünsche, auch mal über eine Durststrecke hinweg helfen.

Was sind es für Momente, vielleicht aus diesen Ostertagen, in denen Sie neuen Grund finden?

Oskar Hoffmann