August 2013 – Gedanken zum Monatsspruch

Gott,
du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt,
hast mir das Trauergewand ausgezogen und mich mit Freude umgürtet.

Psalm 30, 12

 „Die Ärzte haben ihr nicht viel Hoffnung gemacht. Aber sie ist dem Tod noch mal von der Schippe gesprungen.“
Ich höre, wie froh ihr Mann darüber ist.
Ich kann mich mitfreuen.

„… von der Schippe gesprungen“ – ich könnte auch sagen: „Gott gab ihr noch einmal Zeit zu leben und neue Lebenskraft.“
Ist das nicht egal, ob man das so oder so deutet? – Für den Moment vielleicht, ja. Aber auf Dauer macht es einen Unterschied, welches Lied ich darauf singe.
Da geht es nicht um eine Erklärung: was hat sich medizinisch getan?
Wenn ich Gott zutraue, ER hatte seinen Lebensatem da hineingegeben, dann habe ich einen weiteren Grund froh zu sein.

So klingt das Lied.

Da hast du meine Klage verwandelt in einen schönen Tanz,
du löstest meinen Trauersack und umgürtetest mich mit Freude.
So singt dir mein Herz dankbar und wird nicht (mehr) stumm.

Gott – mein Gott!
Ich will dir danken in Ewigkeit.

Lieber tanzen als zu klagen, sich freuen anstatt zu trauern? – Das verlangt Gott nicht.

Wie gut, wenn wir vor Gott klagen und trauern können!
Aber wenn dann das Klagen mal vorbei ist – und wenn der Trauer-Tunnel endet -, dann ist es doch schön, wenn die Seele nicht hängen bleibt in der Trauer, und wenn ich nicht den nächsten Klagegrund suche.
… wenn ich dann froh und glücklich bin. Und dieser Freude kraftvoll Ausdruck gebe.

Wie die Frau, die ich sehe, wie sie in dem Psalm singt:

Mensch, wie gelöst ist sie wohl, dass sie tanzt! Wie bewegt ist sie
in der Mitte ihres Körpers, wenn sie mit Freude umgürtet ist!

Und sie wendet sich an Gott: Du, du hast mir das getan. –

So froh zu sein – welch ein Segen, wenn das meine Tage fortan grundiert!

Das wünsche ich Ihnen
Ihr Reinhard Kähler