Archiv der Kategorie: Aktuelles

Perikopenordnung – Alles auf Anfang?

Jedenfalls ein bisschen!
Die Ordnung der gottesdienstlichen Texte und Lieder wurde erneuert.

Liebe Geschwister,
„Schon wieder eine neue Ordnung…“, werden einige denken. Nicht ganz! Erstens ist sie nicht ganz neu, zweitens dreht sie sich um das Wichtigste in unserer Kirche: Die Verkündigung.

Sie ist der Herzschlag unseres Auftrages – mit der Schrift weitergeben, was uns gegeben ist. Die Verkündigung folgt das Kirchenjahr hindurch einer Ordnung von Lesungen (kurz Perikopenordnung); auch Wochenlieder sind in ihr enthalten.

Sämtliche Kirchen in der EKD sind durch diese gemeinsame Leseordnung miteinander verbunden. Zu jedem Sonn- und Festtag gibt es einerseits drei feste Lesungstexte (Altes Testament, Epistel, Evangelium), andererseits drei zusätzliche Predigttexte.

So ergibt sich eine Perikopenordnung über sechs Jahrgänge. Im Laufe von sechs Jahren kommen die ausgewählten (wörtlich: Perikope – das Herausgehauene, also: die aus dem biblischen Gesamtzeugnis „heraus-gehauenen“) Texte als Predigttexte dran.

Die bisherige Ordnung war seit 1977/78 in Geltung und wurde zwischenzeitlich hier und da geringfügig verändert. Bereits 1995 stand die Frage nach einer größeren Überarbeitung im Raum.

Nach erneutem Anlauf, nach sechs Jahren vorbereitender Überlegungen und Konsultationen und nach einer einjährigen Phase, in der die neue Ordnung bereits einmal erprobt wurde (2014/2015), nun der Neustart.

Warum war das nötig? Schon lange gab es Kritik daran, dass in manchen Jahren nur Evangeliums-, in anderen nur Episteltexte als Grundlage für die Predigt dienten. „Mehr Durchmischung“ als Hilfe für Hörende und Predigende wurde gefordert und jetzt umgesetzt. Dazu gab es den Ruf, dass die Vielfalt des biblischen Zeugnisses deutlicher vorkommen solle: mehr Texte aus dem Alten Testament! Mehr Texte, die die Lebensverhältnisse von Frauen thematisieren!
Und dafür bitte weniger Dopplungen!

Mehr alttestamentliche Texte, mehr thematische Textvorschläge zu lebensweltlichen Gelegenheiten, Gedenktage, die einen festen Ort in der neuen Ordnung erhalten haben, mehr Liedgut aus neuerem Repertoire unter den Wochenliedern, das sind Kennzeichen der in der Summe behutsam erneuerten Ordnung der Lesungen und Lieder. Besonders hervorheben will ich, dass in den sechs Jahren von Reihe I bis Reihe VI etwa 70 neue alttestamentliche Texte zu  hören sein werden. Biblische Figuren wie Hagar, Rut und Rahab erscheinen erstmals in der  Ordnung der Texte, gut so; die fünf Bücher Mose, aber z.B. auch das Buch Hiob erhalten mehr Gewicht; und ebenso erfreulich: Es begegnen uns endlich Psalmen als reguläre Predigttexte.

Auch die Zahl der Sonntage zwischen Epiphanias und dem ersten Sonntag der Passionszeit ist neu geregelt. Die Weihnachtszeit endet mit der Woche, in der der 2. Februar liegt (Darstellung des Herrn oder volks-tümlich: Lichtmess).

In der Regel werden es also vier Sonntage der Epiphaniaszeit sein. Eine weitere Neuerung halte ich für bemerkenswert: Für den 27. Januar, den Tag des Gedenkens an die Opfer des National-sozialismus, und den 9. November, den Tag des Gedenkens an die Novemberpogrome, sind Leseordnungen erarbeitet worden. Es ist gut und richtig, dass wir uns an diesen Tagen gemeinsam innehalten lassen, mit Gottesdienst, Lesung und Gebet.

Im neuen Perikopenbuch, das mit der diesjährigen Adventszeit sicher auch in Ihrer Gemeinde in Gebrauch genommen wird, werden Sie eine Besonderheit feststellen: Jeder Sonn- und Feiertag hat eine knappe Einführung und nimmt damit leicht in Klang und Farbe des jeweiligen Sonn- oder Feiertags hinein. Den Vortrag der Texte erleichtern soll vor allem die Gliederung in Sinnzeilen.

Viele Gemeinden unserer Landeskirche haben am Erprobungsverfahren teilgenommen, haben zugehört, diskutiert, kritisiert und bejaht, was im Erprobungsentwurf angedacht war. Dafür danke ich allen Beteiligten sehr herzlich, danke allen Menschen auch im Verkündigungsdienst, die so engagiert Rückmeldungen verfasst haben; sie sind allesamt im Amt in Hannover gesammelt und dann ausgewertet worden. Und das Resul-tat der mehrjährigen Erprobung? Es kann sich sehen und hören lassen.

Ab wann gilt die neue Ordnung? Praktisch sofort, ab dem 1. Advent 2018, dem Auftakt des neuen Kirchenjahres. An diesem besonderen Sonntag des Kirchenjahres werden Sie aber keine großen Veränderun-gen erleben. Das vertraut und lieb Gewonnene wird auch am 1. Advent und darüber hinaus zum Klingen kommen.

Übrigens: Am 1. Advent beginnen wir mit dem Predigttextjahrgang I.

Ihr Propst Dr. Christian Stäblein

Aus der Gemeindeleitung Licht – Kreissynode – Aussengelände

Es werde Licht! Bei Redaktionsschluss dieses Gemeindebriefes war noch nichts zu sehen – wenn Sie ihn in den Händen halten, sind die Arbeiten hoffentlich abgeschlossen: Nach über einem Jahr Vorbereitungszeit soll im hinteren Bereich der Kirche die Beleuchtung ergänzt werden, so dass Musiker und Sänger auch in der dunklen Jahreszeit noch etwas in ihren Noten sehen. Leider wird unser Leuchtentyp nicht mehr produziert und war auch überall ausverkauft. So ziehen nun moderne LED-Panel in die Kirche ein. Weitere Arbeiten schließen sich direkt an:

Der Weihnachtsstern bekommt einen professionellen Lampenlift, die Scheinwerfer werden direkt an der Wand montiert und die vorhandenen Leuchten werden mit hellerem Leuchtmittel ausgestattet. Freuen Sie sich also auf eine hellere Kirche in der Adventszeit! Die Kosten übernimmt der Förderverein – herzlichen Dank an dieser Stelle nicht nur für die finanzielle sondern auch planerische Unterstützung!

Am 13. Oktober tagte die Kreissynode in der Kirche Johannisthal. Frau Wilcke und Frau Herwig nutzten die Möglichkeit, Gemeinde und Kirchenkreis den Synodalen vorzustellen. Die Mitglieder der Kreissynode genossen sicherlich an diesem schönen Herbsttag in den Pausen unseren ganz besonderen Schatz: Das Gelände rings um die Kirche.

Die Gestaltung und Nutzung des Geländes soll im nächsten Jahr zu den Themen gehören, die weiter vorangebracht werden. Bevor größere Maßnahmen beginnen, soll ein Plan entstehen, welche Nutzung wir in welchem Bereich vorsehen wollen.

Daher unsere Frage an Sie:

Was wünschen Sie sich auf unserem Gelände?
Einen Bolzplatz? Den alten Weg direkt zum Portal der Kirche zurück? Vielleicht weitere Sitzmöglichkeiten? Wollen wir den Pavillon wieder stärker nutzen? Was wäre dafür nötig?

Sie sehen: Es gibt viele Fragen und einige Ideen stehen schon im Raum.

Bringen Sie sich doch auch ein. Schreiben Sie uns Ihre Wünsche für das Kirchengelände, malen Sie mit Ihren Kindern ein Bild, erzählen Sie uns beim Kirchenkaffee, was Sie sich vorstellen. Je nachdem, wie ähnlich oder unterschiedlich die Ideen ausfallen, werden wir mit einem Land-schaftsplaner ein Gesamtkonzept erstellen, das dann nach und nach
umgesetzt wird.

Wenn Sie uns Ihre Ideen per E-Mail mitteilen wollen, dann nutzen Sie bitte die Adresse buero@kirche-johannisthal.de.

Wir sind gespannt!

Anja Herwig
(Vorsitzende des Gemeindekirchenrates)

Zum Anklopfenden Christus

Es ist Sonntag, der 09. September, der Tag des offenen Denkmals, und wir sind dabei!

Nicht als Denkmal, sondern als Akteure, die ein Denkmal mit Leben erfüllen wollen. Und wir, das sind Herr Wolfgang Prietsch aus der Baumschulenweger Gemeinde, der selbst verfasste Gedichte und Kurzgeschichten vortragen wird, und der Flötenkreis aus Johannisthal, der die musikalische Umrahmung dazu gibt.

Wir machen uns auf den Weg nach Hessenwinkel zur dortigen kleinen Waldkapelle. Im Programmheft für den Tag sind wir mit unserer Aktion auch vermerkt. Idyllisch im Berliner Stadtforst zwischen Rahnsdorf und Wilhelmshagen gelegen, erwartet sie uns. Nur das sicher sonst saftige Grün rundherum fehlt nach der sommerlichen Dürre. Es staubt heftig bei jedem Schritt zu ihr hin. Die Kapelle trägt den etwas gewöhnungs-bedürftigen Namen „Zum anklopfenden Christus“.

Nachdem wir aber das Altarbild im Innern gesehen haben, können wir das nachvollziehen. Es zeigt nämlich einen solchen Jesus. Es ist ein herr-licher Sonnentag, und so sind viele Menschen mit Fahrrädern und auch per pedes unterwegs und unterbrechen Fahrt und Wanderung, um einen Blick in die Kapelle zu werfen, während wir unser Programm proben. Die Kapelle wurde 1910 erbaut von den Architekten Jürgensen und Bachmann, die an vielen Stellen unsere Stadt ihre Handschrift hinterlassen haben. Z.B. haben wir das Schöneberger Rathaus ihnen zu verdanken. Beide Weltkriege konnten dem Kirchlein nichts anhaben, nur das fehlende Geld zu DDR-Zeiten führte zu einem allmählichen Verfall, der aber Mitte der 90er Jahre durch Spenden und Mitteln des Denkmalschutzes aufgehalten werden konnte.

Seit 20 Jahren kümmert sich ein Freundeskreis ehrenamtlich und liebe-voll um dieses Kleinod. Neben monatlichen Gottesdiensten werden Konzerte, Lesungen, Filmvorführungen, Ausstellungen organisiert. Um 15 Uhr haben sich 23 Zuhörer eingefunden, als wir mit unserer Darbie-tung beginnen. Ab und an gehen welche, kommen neue hinzu; das müssen wir aushalten, zumal es eher lautlos geschieht. Herr Prietsch hat Gedichte passend zu ausklingendem Sommer und beginnendem Herbst ausgesucht. Auch Besinnliches ist dabei, wie eine Kurzgeschichte, in der vor einer Senioreneinrichtung ein alter Schrank zerlegt wird, der wohl einem verstorbenen Bewohner gehörte. Ein Schmuckstück fürwahr, aber für Niemanden mehr nütze. Wie viele Menschenleben mag er begleitet haben, was hat er alles gesehen? Und was bleibt einmal von uns, wenn wir uns aus dieser Welt verabschieden? Werden wir Spuren hinterlassen haben oder geht es uns wie besagtem Schrank? Freundlicher Applaus zum Abschluss, noch ein nettes Gespräch mit Besuchern und anwesen-den Ehrenamtlichen der Waldkapelle beendeten unseren Ausflug zu einem Denkmal, das, getreu dem Thema des Denkmaltages – „Entdecken, was uns verbindet“- auch Sie einlädt, einmal vorbei zu schauen.
Der Bus 161 (Waldstraße 50) hält fast vor der Tür.

Dazu ermuntert Sie
Bernd Wulff
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Unsere Junge Gemeinde

Im letzten Jahr hat die Junge Gemeinde sehr viele Veränderungen mitgemacht.

Anke Suckau, unsere JG Hauptamtliche ist in Mutterschutz gegangen, wir haben ihre Vertretung Eunhye Langbein kennengelernt und sehr ins Herz geschlossen.

Da diese nun auch in den Mutterschutz gegangen ist, sind wir, die JG nun das erste Mal auf uns allein gestellt. Das klappt erstaunlich gut und wir können trotzdem Projekte planen und unterstützen.

Am 13.11.2018 haben wir uns zusammengesetzt und zwei Pakete für das Projekt „Weihnachten im Schuhkarton“ gepackt. Zwei hilfsbedürftige Kinder im Alter von 5-9 Jahren werden sich zu Weihnachten über ein Paket unserer JG, unter anderem bepackt mit Schreibwaren, Kleidung und Hygieneartikeln, freuen können.

Die Junge Gemeinde wird außerdem beim diesjährigen Advent in der Johannisthaler Kirche den traditionellen Waffelstand übernehmen.

Wir freuen uns auf das Jahr 2019 und natürlich auf die Rückkehr von Anke. Wir wünschen Ihnen allen noch ein schönes restliches Jahr und ein fröhliches Weihnachtsfest.

Das Wandern ist des Chores Lust

„Was sind denn das für Schafe?“, fragten sich wohl die Schafe des Johannisthaler Landschaftsparks, als sich ihnen Mitglieder der Kantorei und des Gemeindechores Johannisthal am 20.10.2018 in einer größeren Gruppe lautstark näherten…

Noch wenige Wochen vor dieser Begegnung der anderen Art entschied man sich beim geselligen Beisammensein nach der Chorprobe spontan zu einem Chorwandertag mit vielleicht ungewöhnlichem Streckenverlauf – nämlich durch eigentlich bekannte Gegenden in direkter Umgebung der Kirchengemeinde.

Die bunte Truppe startete an einem schönen Samstag um 11 Uhr an der Kirche, entdeckte die Nachbarschaft neu (Wer hätte gedacht, dass es in Johannisthal ein Komponistenviertel gibt!?) und enterte dann den Landschaftspark bei schönstem Sonnenschein. Die Mundharmonika dabei, wurden hier schon erste Lieder angestimmt. Die besagten Schafe hatten den Spuk schnell hinter sich: Sie konnten mit dem eigentümlichen Blöken der Sängerinnen und Sänger verständlicherweise nicht viel anfangen und waren daher nicht zu irgendeiner Kommunikation bereit. Man begab sich auf das Adlershofer Wissenschaftsgelände und den Campus der HU. Dort stolperte man fast staunend über eine Reihe Food-Trucks eines kleinen Festivals.

Spontan wurde die erste Pause eingelegt und zum heiteren Verzehr von Bieren aus kleinen privaten Brandenburger Brauereien sowie diverser teils ungewöhnlicher Köstlichkeiten genutzt. Schon hier hätte man in lustiger Runde versacken können, hätte man sich nicht tapfer die gesam-ten 12 km der geplanten Wegstrecke vorgenommen.

Weiter ging die Tour über den Teltowkanal, durch Wald und Flur bis zur Fährstation Grünau. Es wurden nachbarschaftliche Selbstbedienungstheken mit Äpfeln, Trauben und Allerlei leergefegt – nicht ohne Geld dafür im rostigen Briefkasten zu hinterlassen.

Die Fähre ließ nur kurz auf sich warten und bereicherte die Gruppe um einen weiteren Wandersmann. Auch der Fährmann hatte am Abendbrottisch jenes Tags sicher etwas zu erzählen – die laaaange Fahrt (Gott sei Dank nicht auf einer hölzern Wurzel) wurde nämlich lautstark musikalisch begleitet, was auch die restlichen Gäste des Schiffes zu erheitern schien.

Auf der anderen Seite angekommen, pausierte man in der winzigen Strandbar mit großspurigem Namen „Trattoria Di Mare“ und staunte dort über die technischen Finessen eines hochmodernen Handtuchspen-ders im Waschraum, der nicht nur mit den Händen zu bedienen war. Da die Strandordnung laute Musik verboten hat, verweilte die Gruppe lieber nur kurz bei Kaffee, Bierchen, Eis und Wärmeofen und machte sich alsbald auf den Weg gen Rübezahl.

Nach wenigen Metern stießen wieder Radwanderer aus dem Chor zur Gruppe, die nun langsam eine beachtliche Größe erreichte. Scheinbar von Sinnen, aber eigentlich nur im Taumel der sonnigen Herbstgefühle warf man sich in bunte Laubhaufen, bevor man erneut in einen herrlichen Wald einbog, der die letzte besonders schöne Wegstrecke darstellte. Um ca. 15 Uhr kamen die Chorlinge in Rübezahl an und staunten, wie kurz ein Weg erscheint, wenn man ihn in bester Gesellschaft und eifrigem Gespräch zurücklegt. Auch am Zielort dort erwarteten noch Einzelne die Gruppe.

Zum Wärmen gab es eine Feuerschale, Glühwein und was Leckeres zu Essen. In gemütlicher Runde ließen alle den schönen Nachmittag ausklingen und stellten fest: Das Wandern ist des Chores Lust!

Vielleicht wurde an diesem zauberhaften Herbsttag eine neue Tradition geschaffen…

Ihre Marie Klug

Kindergottesdienst – Was ist das?

Ein- bis zweimal im Monat bieten wir neben den Familiengottesdiensten für Groß und Klein auch noch zusätzlich Kindergottesdienste parallel zum regulären Gottesdienst an. Aber was verbirgt sich dahinter?!

Manche fragen sich, was die Kinder wohl machen, wenn sie immer kurz vor der Predigt zusammen mit der Kindergottesdienstkerze und ein bis zwei Jugendlichen und Erwachsenen verschwinden.

Nun, soviel sei verraten:
Wir machen unseren eigenen kleinen Kindergottesdienst
(kurz KiGo)!!!

Es gibt jeden Sonntag ein Thema (aus dem KiGo-Plan der EKD) extra für die Kinder, zu dem unsere engagierten ehrenamtlichen KiGo- Mitarbeiter liebevoll etwas Großartiges vorbereiten. Es wird gesungen, eine biblische Geschichte erzählt und dazu noch gespielt und gebastelt. Gerade für die Kinder im Alter zwischen 3 und 10 Jahren ist das Angebot ideal. Aber auch die Kleinsten können mitkommen und sich in den Krabbelecken austoben. Dort finden sie Bauklötze und andere Spielmaterialien. Natürlich sind auch die großen Kinder bis 13 Jahre jederzeit noch willkommen. Auch wenn die schon manchmal lieber dem Predigttext der PfarrerInnen lauschen.

Warum machen wir Kindergottesdienst?

Damit sich auch die Jüngsten bei uns thematisch gut aufgehoben fühlen. Denn viele Texte aus der Bibel haben auch mit der Lebenswelt der Kinder zu tun, und sie finden sich darin wieder.

Die Predigttexte sind in den regulären Gottesdiensten ja nicht unbedingt auf diese Zielgruppe zugeschnitten, außer in unseren tollen Familiengottesdiensten. Damit die Kinder aber dennoch die Liturgie und den Sonntagsgottesdienst mit wahrnehmen können, beginnen wir gemeinsam und gehen meist vor der Predigt mit den Kindern in unseren KiKi- Raum. Manchmal schaffen wir es auch rechtzeitig zu den Abkündigungen und zum Segen wieder zurück zu sein, aber oft sind die KiGos so spannend, dass wir den Gottesdienst auch dort beenden.

Neugierig geworden? Na dann, schau doch mal in unseren Gottesdienstplan wann der nächste KiGo stattfindet! Oder wenn du selbst Lust hast bei unserem KiGo-Team mit zumachen dann melde dich bei uns oder komm zur Tagung! (siehe unten)

Sabrina Führer und Mandy Endter
Gemeindepädagoginnen Region Oberspree-West

Ein Jahr neigt sich dem Ende…

Liebe Gemeinden in Johannisthal und Baumschulenweg,

ein Jahr neigt sich dem Ende. Für mich war es zugleich das erste Jahr hier in Oberspree-West, das erste in diesen beiden Gemeinden. Es war ein schnelles Jahr.

Viele von Ihnen habe ich kennengelernt, so manches über Ihre Gewohnheiten und Traditionen erfahren, ich habe Lachen und Sorgen erlebt. Ich bin hin und her gefahren, habe Bekanntschaft gemacht mit Orten, Wegen, Aufgaben, Abläufen und Wünschen in Johannisthal und Baumschulenweg. Und zwischendurch habe ich immer wieder gestaunt, wie schnell doch die Zeit verfliegt und man vertraut wird.

Nun blicke ich zurück, so, wie es am Ende eines Jahres unwillkürlich passiert – erst recht, wenn es das erste nach einem Neuanfang ist. Staunend stelle ich fest, wie vieles mir hier ans Herz gewachsen ist: Meine Fahrradfahrten zwischen den beiden Friedhofsteilen hindurch. Menschen, die vorbeikommen, kommen für Gespräche oder zum Anpacken. Der charakteristische Geruch im Baumschulenweger Gemeindehaus oder die kleine Gemeindeküche dort. Sie lockt zu allen Tageszeiten mit Tee und bietet einen schönen Blick hinein in den Welt-laden, jenseits des  Lichthofes. Durchs Fenster sehe ich die Filzblumensträuße auf der anderen Seite leuchten und plane einen kleinen Besuch dort drüben ein, ehe er schließt.

In Johannisthal ist es besonders der Spaziergang ums Gebäude herum. Hier habe ich im Frühling die Krokusse bewundert und im Herbst die Äpfel aus dem Gras gesammelt. Auf dem Weg vorbei an den läutenden Glocken fallen mir die Ohren ab, und ich freue mich, dass auf diese Weise die Kirche am Ort vor allem hörbar, wenn schon nicht sofort einsehbar ist. Und dann das gemeinsame Feiern von Gottesdiensten, zusammen mit vielen (oder manchmal auch weniger) Menschen.

Viele späte Abende, an denen wir uns gemeinsam Gedanken über das vielgestaltige Gemeindeleben gemacht und Ideen auf den Weg gebracht haben. Schließlich sitze ich in Momenten der Ruhe gerne im Johannisthaler Kirchsaal, mit Blick zum Altar und den Garten hinaus. Oder in einer Baumschulenweger Kirchenbank, beobachte, wie das einfallende Licht den Raum zu jeder Tageszeit anders wirken lässt, und atme tief ein.

Ein Innehalten: Wieder bleibt das vergangene Jahr ein unfertiges. Vieles von dem, was ich mir vorgenommen habe, steht noch aus. Da gibt es Besuche, für die ich mir nicht die Zeit genommen habe. Einige Gespräche möchten gerne fortgesetzt werden. Und so manche Entscheidung wurde bisher aufge-schoben. Es sind die Dinge, die einen zum Weitergehen einladen, ja auffordern.

Nun wird es wieder kühler und dunkler und auch ein wenig ruhiger um uns herum. Denn die Nacht kommt früher, und mit ihr die Sehnsucht nach dem Licht.

Die Adventszeit fordert zum Warten auf, bei aller Hektik, die sie mit sich bringt. Es bleibt eine Zeit des Wartens und der Sehnsucht nach Heil – für uns persönlich, in unseren Familien, Freundeskreisen oder in den Gemeinschaften, die uns zusammenbinden. Aber auch nach dem Heil einer seufzenden Welt. So vieles ist auch in diesem Jahr unerledigt geblieben. Noch immer sind Menschen auf der Flucht, noch immer warten viele auf Frieden und Befreiung. Der heiße Sommer, die Überflutungen und unkontrollierten Brände zeigen uns, dass wir uns viel mehr anstrengen müssen, um nachfolgenden Generationen einen lebenswerten Planeten zu hinterlassen.

All das Unfertige und Unbefriedigende unserer Welt steht uns in diesen Dezembertagen vor Augen. Es mag einen Schatten auf die Lichter des Advents werfen. Es mag den Blick nach oben verstellen, den hoffnungsvollen und erwartungsfrohen.

Dann sehen wir auf die Weisen, von denen uns die Bibel erzählt. Wir folgen ihrem Blick, suchen wie sie den Himmel ab nach Zeichen, die auf Besseres hindeuten. Auch sie haben sich auf den Advent vorbereitet. Sie haben immer wieder Ausschau gehalten. Ihr Sehen ebenso wie ihre Freude soll uns zum Vorbild werden. Der Spruch für den Monat Dezember erzählt davon: „Da sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreut.“ (Matthäus 2,10)

Innehalten und hinschauen – dazu will uns die Zeit des Advents einla-den. Sie führt unseren Blick einmal über den Himmel geradewegs hin zur Krippe. In ihr mündet unsere Vorfreude, in ihr werden wir gewahr, dass es nicht darauf ankommt, am Ende eines Jahres alles erledigt zu
haben, alle Vorsätze erfüllt und alle offenen Rechnungen beglichen zu haben. Diese Freude mündet in dem Licht, das unsere Sorgen und alle Unruhe besänftigt.

Ihre Julika Wilcke

Erntedank im Zeichen der Biene

Dieses Jahr drehte sich zu Erntedank in unserer Region alles um die Biene.

Schon im vorletzten Gemeindebrief gab es einen schönen Artikel von Pfarrerin Julika Wilcke zu diesem fleißigen Tierchen.

Damit auch die Kinder und Familien mehr über dieses interessante Geschöpf erfahren, haben wir uns in diesem Jahr mit neun Familien aus der Region auf ins FEZ zum Bienenhof gemacht, und dort viel über die Biene erfahren.

Die Kinder und Erwachsenen durften in zwei Gruppen ihre Neugierde stillen. Alle Fragen, die ihnen schon immer unter den Nägeln brannten, durften gestellt werden. Wobei vieles sich schon durch unsere lieben und netten Führerinnen im Bienenhaus von allein erklärte.

So haben wir erfahren, warum die Waben der Bienen sechseckig sind oder wie lange so eine Biene lebt. Und was mit Königinnen passiert, mit denen die Arbeiterinnen nicht ganz so zufrieden sind. Wir durften leckeren frischen Honig probieren und aus dem Bienen-wachs der alten Waben kleine Wachsanhänger gießen. Die Kinder durf-ten sich sogar als Bienchen ausprobieren und mit kleinen Einweg-spritzen Pollen sammeln. Selbst nach einer Stunde war Groß und Klein noch angeregt bei der Sache. Es war also für alle ein gelungener und sehr lehrreicher Sonntagsausflug, bei dem sich auch die eine oder andere Familie hier aus der Region mal kennenlernen konnte.

Und weil ohne die Biene viele Erntegaben auf unserem wunderschön geschmückten Altar fehlen würden, haben wir auch mit den Kindern im Gottesdienst die Geschichte vom Mann mit den Bienen erzählt: Der wollte zuerst nämlich all die Früchte seines Apfelbaumes für sich alleine haben und nicht mit den Bienen vom Nachbarn teilen. Im Herbst dann stand er ganz traurig vor einem leeren Apfelbaum. Die Einsicht: „Für mich allein kann ich nicht sein!“ ,kam spät aber dafür fiel ihm das Teilen am Ende doch leicht…

Wir freuen uns schon auf den nächsten Erntedankausflug mit Euch.

Eure Gemeindepädagoginnen
Sabrina Führer und Mandy Endter

Konzert zum Ewigkeitssonntag

25. November 2018 um 17:00 Uhr in der Kirche Johannisthal Am 25. November diesen Jahres begehen wir den Totensonntag.  Im Gedenken an unsere Verstorbenen und der Hoffnung auf das ewige Leben, heißt er für uns Christen: Ewigkeitssonntag.  Immer wieder machen sich Künstler daran, Unsagbares in Worte, Bilder oder Musik zu formen. Ganz alte Texte sind  biblische Psalmen, die sich mit diesem Thema befassen. Es sind wunderbare Texte, die wir zumeist in der Übersetzung Martin Luthers kennen.  Der Psalm 84 ist besonders schön:  „Wie lieb sind mir Deine Wohnungen, Herr Zebaoth! Meine Seele verlangt und sehnt sich nach den Vorhöfen des Herrn…“ Die Johannisthaler Kantorei wird, gemeinsam mit Solisten und  Instrumenten, v.a. diesen Psalm in verschiedensten Vertonungen von  H. Schütz, J, Brahms, J. Rheinberger und anderen zu Gehör bringen. Dazu wird besonders herzlich eingeladen! Der Eintritt ist frei, um eine Spende zur Durchführung von  Kirchenmusiken in unserer Gemeinde wird gebeten.