Archiv der Kategorie: Berichte

Stippvisite im Paradies

Busfahrten für Senioren haben in den Gemeinden Baumschulenweg und Johannisthal schon eine gewisse Tradition. Und doch hatte die Fahrt am 29.5.2018 eine Besonderheit: Es war der erste Ausflug mit Pfarrerin Wilcke, die ja erst seit Anfang des Jahres im Amt ist.

Gegen halb zehn waren alle Baumschulenweger samt Gehhilfen im Bus verstaut, und wenig später stiegen die Johannisthaler ebenfalls vollzählig zu. Die Reise ins Dippmannsdorfer Paradies im Hohen Fläming konnte also wie geplant gegen 10 Uhr starten.

Die endlos erscheinende Fahrt auf der mit Lastern verstopften Autobahn war schweißtreibend, denn auf der Sonnenseite herrschten im Bus eher höllische als paradiesische Temperaturen. Zum Glück vertrieb uns die kompetente Reiseleiterin die Zeit mit interessanten Informationen zum Reiseziel, und – noch wichtiger – sie versorgte uns mit Getränken (fast) aller Art. Meine Sitznachbarin im Bus und ich hatten übrigens schon auf der Wartebank vor der Kirche festgestellt, dass wir eine Art Außenseiterrolle hatten, denn wir sind beide noch nicht voll in die Gemeinde integriert. Meine Nachbarin hatte viele Jahre mit ihrem Partner in einem Dorf an der holländischen Grenze verbracht, ich war nach dem Tod meines Partners auch erst vor ein paar Jahren aus Prag zurückgekehrt. Nun saßen wir also nebeneinander im Bus ins Paradies.

Dippmannsdorf liegt an der Deutschen Alleenstraße, und so wurde der letzte Streckenabschnitt malerisch und gewährte Ausblicke auf die Landschaft des Baruther Urstromtals und den Fläming. Das von flämischen Einwanderern gegründete Dorf hat eine breite Hauptstraße, und – untypisch für brandenburgische Straßendörfer – mindestens eine Parallelstraße. Kurz vor der Gaststätte passierte der Bus noch eine Alpakafarm.

Das Tor zum Paradies stand sperrangelweit offen. Trotzdem musste der Busfahrer zirkeln, um den Bus hindurch zu bugsieren. Nach zweistündiger Fahrt waren wir endlich im Paradies angekommen. Auf der überdachten Terrasse des Restaurants „Paradies“ waren die Tische schon gedeckt und jeder suchte sich ein Plätzchen in möglichst vertrauter Runde. Meine Nachbarin hatte für uns einen Tisch organisiert, der Ausblick auf den prächtigen Steingarten bot.

Das Mittagessen kam zügig und war reichlich. Offen gesagt, habe ich so schmackhaften und vor allem so viel Spargel auf einmal noch nie gegessen. Nach dem Essen erbot sich der Altwirt des Restaurants mit uns einen Spaziergang durch das Naturschutzgebiet „Paradies“ zu machen. Der Pfad führte durch dunklen Hochwald an einem morastigen Tümpel und vielen Quellen mit glasklarem Wasser vorbei. Der Wald erinnerte mich an die Sagen meiner Kindheit, in denen die Bäume sprechen konnten und die Moorlöcher von klagenden Weibern bewohnt wurden. Beim Anblick des durchsichtigen Quellwassers fragte ich mich, wie lange ein Wassertropfen wohl für den Weg nach Hamburg braucht, um dort für eine Handbreit Wasser unter dem Kiel der Schiffe zu sorgen.

Nach etwa 200 m mündete der wurzeldurchzogene Pfad in einen markierten Wanderweg. Der führte zu der kleinen Ziegelfachwerkkirche, in der unsere Pfarrerin eine Andacht halten wollte. Zunächst aber stellte der Altwirt die Kirche vor, denn die dafür zuständige Mitarbeiterin war krank.

Die Andacht musste ohne musikalische Begleitung auskommen, also stimmte unsere Pfarrerin die Lieder selbst mit ihrer schönen Stimme an.

Für den kurzen Rückweg zum Kaffeetrinken stand wieder unser Bus bereit. Das riesige Stück Torte, das nun serviert wurde, wollte in meinem Magen nach dem üppigen Mittagessen nicht so recht Platz finden.

Nach dem Kaffeetrinken traten wir die Heimreise an. Das umfangreiche Waldgebiet Zauche spendete auch den auf der Sonnenseite Sitzenden Schatten.

Der Zwischenstopp auf dem Spargelhof Klaistow war wohl für die meisten enttäuschend. Nur unsere Pfarrerin erschien mit einem Päckchen Spargel in der Hand am Bus und erklärte, dass ihre drei kleinen Kinder wild auf Spargel wären, was sie selbst ungewöhnlich fände.

Die Rückfahrt verlief wesentlich angenehmer als die Hinfahrt, und pünktlich um halb sechs entließ uns der Bus an der Haltestelle der Buslinie 265 in der Baumschulenstraße.

Dank an alle, die diese Fahrt organisiert haben, die bis auf das Wetter perfekt war.

38 °C im Schatten sind selbst für wärmebedürftige Senioren ein bisschen viel des Guten.

Ursula Braditz

Sommerfest 2018

Sonne – Regen, Kuchen – Stockbrot, Kaffee – Cocktails, Volkslieder – Fußball. Das diesjährige Sommerfest der Gemeinden Baumschulenweg und Johannisthal verband Bewährtes mit neuen Impulsen.

Vielen Dank allen Beteiligten vor, während und nach dem Fest, die mit viel Engagement dazu beigetragen haben, dass dieses Sommerfest „mit Verlängerung“ ein großer Erfolg war!

Anja Herwig

Bericht: Familienfahrt Hirschluch

Nach eineinhalb Jahren des langen Wartens haben sich acht mutige Familien aufgemacht, um ein gemeinsames Wochenende in Hirschluch zu verbringen. Leider hat uns der Erkältungsfrühling zwei weitere mutige Familien kurzfristig entrissen. Dennoch stand der erste Abend ganz im Zeichen des Kennenlernens bei Spiel und Gesang. Für einige war das auch eine gute Gelegenheit, das erste Mal Frau Wilcke mit Familie kennenzulernen. Im Haus „Güldene Sonne“ fühlten wir uns alle sehr wohl und aufgehoben.

Platz hatten wir genug und das Team aus Hirschluch hat uns das ganze Wochenende kulinarisch verwöhnt. Die Kinder konnten draußen toben und spielen. Besonders das Trampolin erfreute sich großer Beliebtheit. Aber auch thematisch haben wir uns ein wenig beschäftigt. Das Gleichnis vom guten Hirten und dem verlorenen Schaf begleitete uns am Samstag und Sonntag. Die Kinder machten z.B. eine Hirtenausbildung und die Eltern mussten auch gut überlegen, wie sie als Hirten handeln würden. Das Schaf zurücklassen oder sich doch auf die Suche nach dem einen Schaf machen, während die Herde verlassen zurückbleibt? Überzeugende Argumente gab es dafür und dagegen. Unsere Herde jedenfalls machte sich gemeinsam am Nachmittag auf den Weg zur Burg Storkow, um dort eine großartige Führung mit dem alten Fritz zu erleben. Es wurde niemand zurückgelassen und keiner ging verloren! Die Wanderung dorthin ging über die größte Binnendüne Europas. Beides war ein besonderes Highlight. Und noch nicht genug, gab es am Abend ein Lagerfeuer mit Geschichte und Werwolf- Runde.

Am Hirtensonntag feierten wir einen wunderschönen gemeinsamen Familiengottesdienst mit Abendmahl in der Kapelle in Hirschluch. Zum Abschluss machten wir uns noch einmal gemeinsam auf die Suche nach dem verlorenen Schaf und fanden sogar einen Schatz als Belohnung, bevor wir uns schweren Herzens wieder auf den Heimweg machten.

Es war eine schöne gemeinsame Zeit und sicherlich wird es nicht die letzte Familienfahrt mit Pfarrerin Wilcke gewesen sein!

Eure Mandy Endter Gemeindepädagogin und Mitreisende

Werwolfnacht in Schöneiche

Am 13. April fand die Werwolfnacht in Schöneiche mit über 15 Jugendlichen aus den JG Schöneiche, Friedrichshagen, Petershagen und Oberspree-West statt. Nach dem Grillen an großer Tafel, ging es in den Wald auf Werwolfjagd und auf Erkundungstour durch das nächtliche Schöneiche. Die Abendandacht in der Kapelle war ebenfalls ein Highlight des Tages. Natürlich wurde bis spät in die Nacht Werwolf gespielt und schließlich im Gemeindehaus in Schöneiche übernachtet. Nach dem gemeinsamen Frühstück am nächsten Morgen, war es dann auch schon wieder vorbei. Wir danken der Schöneicher JG für all die Mühe und hoffen auf ein baldiges Wiedersehen mit den Jugendlichen.

Smilla Braumann für die JG

Rückblick Kinderbibelwoche

Trotz Grippewelle haben sich in den Winterferien 14 tapfere Kinder aus vier Gemeinden auf den Weg nach Johannisthal gemacht, um fünf Tage gemeinsam die Bibelgeschichte von Moses neu zu erleben. Wir haben erlebt, wie es Moses im Körbchen auf dem Nil erging und welchen Gefahren, wie Schlangen und Krokodilen, er ausgesetzt war. Jeder durfte sich sogar sein eigenes Körbchen flechten.

Wie es sich am Hof des Pharaos lebte, haben wir am zweiten Tag im ägyptischen Museum während einer Führung erfahren. Es war sehr spannend, die Mumien und Grabkammern live zu sehen und davon zu hören.

Am Mittwoch sind wir spielerisch mit Moses in die Wüste geflohen und haben von Gott den Auftrag bekommen, sein Volk zu befreien. Eine Idee von den zehn Plagen haben wir mit Rätseln und Spielen bekommen.

Im Zooaquarium haben wir am Donnerstag erlebt wie Moses sein Volk durch das Schilfmeer geführt hat, sehr eindrücklich mit den Fischen um uns herum.

Am letzten Tag haben wir erfahren, wie anstrengend die 40-jährige Reise durch die Wüste war und dass Gott trotz Murren und Klagen immer für sein Volk gesorgt hat. Wir haben gemeinsam gesungen, gespielt, gekocht und gegessen. Es war also ein Erlebnis für alle Sinne und sicherlich etwas, was man gern noch einmal wiederholen möchte.

Eure Gemeindepädagogin Mandy Endter

Ausflug zur IGA mit den Kindern der Kinderkirche

Schöpfung bewusst wahrzunehmen und zu erleben: dafür ist die Erntedankzeit perfekt. Vor drei Jahren waren wir in einer Biobäckerei, vorletztes Jahr mit mundraub-Tour unterwegs, letztes Jahr begaben wir uns auf Kräuterentdeckungstour und dieses Jahr ging es in die Abenteuerwelten der IGA.

Mit 21 Kindern aus den Gemeinden Baumschulenweg, Johannisthal, Treptow und Oberschöneweide haben wir uns trotz der schlechten Wetterprognosen aufgemacht und sind am 2. Oktober um 10 Uhr zum IGA-Gelände gestartet.

Zunächst ging es mit der Seilbahn zum Wolkenhain und zur Naturbobbahn, auf der die Kinder eine Runde drehen durften. Die Mutigsten hielten dann Ausschau über das IGA-Gelände auf dem wackeligen Wolkenturm. Dann ging es schon weiter mit der Seilbahn hinab ins Tal und zum Spielplatz. Dort gab es erstmal Zeit zum Stärken und Austoben. Der lebensgroße Kletterwall mit Baby im Bauch war eine willkommene Abwechslung.

Ein Besuch im begehbaren Labyrinth durfte dann im Anschluss natürlich nicht fehlen. Es haben zwar nicht alle bis zur Mitte gefunden, wir waren dennoch froh, dass alle wieder den Weg nach draußen schafften. Und auch wenn dann der Himmel uns reichlich mit Regen beschenkte, wanderten wir noch durch den chinesischen und japanischen Garten. Auch den schönen christlichen Garten durchstreiften wir. Im botanischen Haus wärmten und trockneten wir uns dann wieder bei einer kleinen Keksrunde, bevor wir mit der Seilbahn zurück nach Hause schwebten.

Es war für alle ein schönes Erlebnis und wir freuen uns schon auf nächstes Jahr.

Mandy Endter Gemeindepädagogin

Zwei Chöre in Woltersdorf

Ende September war es endlich wieder so weit: der Gemeindechor und die Kantorei Johannisthal trafen sich im schönen Woltersdorf.

Das von Frau Düster wunderbar vorbereitete Wochenende verging wie im Fluge: Sängerinnen und Sänger aus beiden Chören, Partner und Kinder im Alter von einem bis zwölf Jahren probten gemeinsam am Programm für „Advent in der Kirche“.

Aber auch die Freizeit kam nicht zu kurz: Bei strahlender Herbstsonne lernten wir im Heimatmuseum viel über Woltersdorf, nutzten die Zeit für einen Kaffee an der Schleuse und hatten am Abend viel Spaß bei Liedern und Geschichten. Das Singen auf den Stationen im benachbarten Krankenhaus und das Mitgestalten des Erntedank-Gottesdienstes in Rüdersdorf ließ auch andere an unserem Wochenende teilhaben. Und das „Highlight“?

Für die meisten war das wohl die Modellbahn, die vor und nach dem Gottesdienst ihre Runden mit großen und kleinen Gästen um die Kirche Rüdersdorf zog.

Vielen Dank Frau Düster für die tolle Organisation, wir hoffen auf eine Wiederholung 2019!

Anja Herwig

Nacht der Chöre

Am Sonnabend, dem 16.09.2017 war es wieder soweit, der kklio (Kirchenkreis Lichtenberg/Oberspree) lud in die, in der Nähe des S-Bahnhofs Rummelsburg gelegene, Erlöserkirche, zur „Nacht der Chöre“ ein. Es treffen sich dort Chöre, die zu evangelischen Kirchengemeinden des Berliner Südostens gehören, zu einem gemeinsamen Konzert. Es wird ausdrücklich betont, dass es sich um keinen Chorwettbewerb handelt.

Im vorigen Jahr hatten die Sängerinnen und Sänger der Kantorei Johannisthal höhere Aufgaben zu lösen (Deutsches Requiem von Brahms) und fehlten dementsprechend beim Chortreffen. In diesem Jahr wollten sie aber mal wieder zeigen, was die Johannisthaler so drauf haben.

Natürlich ging das nicht ohne Orgelbegleitung und somit nicht ohne eine Musik besessene ältere Dame namens Christine. Die wiederum wollte nicht ohne moralische Stütze auftreten, d.h. ich kutschierte sie und eine andere Chorsängerin namens Swantje gegen 19.00 Uhr zur besagten Kirche, ergatterte auf dem Kirchengelände noch einen Parkplatz und nahm dann für die nächsten vier Stunden auf einer harten Kirchenbank Platz.

Der Grund für unser frühes Eintreffen war nicht etwa, die Leistung der anderen Chöre zu würdigen, nein, Christine wollte sich mit der Orgel, bzw. einem ähnlichen zur Begleitung vorgesehen Instrument, vertraut machen. Meine Stimmung war dementsprechend. Unglücklicherweise hatten wir für mich auch noch einen Platz in Mitten eines Karlshorster Chores, bzw. dessen Fans, gewählt. Meine beiden Damen verließen mich bald und ich saß wie ein Fremdkörper zwischen aufgeregten Sängerinnen und Sängern.

Nachdem ich den Innenraum des eindrucksvollen Kirchengebäudes studierte hatte, blieb mir nichts Anderes übrig, als mich auf das Geschehen vor dem Altar zu konzentrieren.
Als Erstes fiel mir auf, dass Chorleiterinnen wesentlich mehr mit den Armen beim Dirigieren rudern, als Chorleiter. Nach solchen albernen Betrachtungen merkte ich mit Erstaunen, dass mich mehr und mehr die Musik gefangen nahm. Neben den üblichen Chören, die vorwiegend aus älteren Damen bestehen, die sich große Mühe geben die frommen Gesänge aus den Federn der Herren Bach oder Mendelssohn zu interpretieren, traten auch junge Sängerinnen und Sänger mit moderneren Stücken auf, die sie auch noch mitreißend vortrugen.

Endlich war eine Pause. Bei der Pausenversorgung zeigte sich, dass die Organisatoren einige Erfahrung mit solchen Events haben. Für den Magen gab es nur süße oder salzige Brezeln und nicht die sonst üblichen Brat- oder Bockwürste, die auch einen erheblichen Arbeitsaufwand verursachen. Gegen den Durst wurde Wasser in verschiedener Form, sowie Rot- und Weißwein gereicht. An den Versorgungspunkten, waren die hauptamtlichen Kirchenmusiker, also auch unser Kantor Martin, eingesetzt.

Von Swantje wurde ich mit Brezel und Weißwein versorgt.

Nach der Pause war endlich auch unser Chor dran.

Wie üblich war ich nicht darüber informiert, dass Christine ganze Sätze des Stückes als Solo auf dem Keyboard (Orgelersatz) zu spielen hatte. Es klappte alles bestens, die Konkurrenten spendeten höflichen Beifall und die Verantwortlichen des kklio fanden anerkennende Worte. Mit der wachsenden Zahl von aufgetretenen Chören leerte sich die Kirche, denn ähnlich dem Verhalten von Sportfans, interessierten sich die Musikfans auch nur für „ihren“ Chor. Auch wir suchten nach dem Auftritt das Weite.

Meiner Meinung nach war es doch ein Wettbewerb, wenn auch nicht zwischen den Chören direkt, so doch zwischen den Chorleiterinnen und -leitern um die Gunst der Verantwortlichen für Kirchenmusik im kklio.

September 2017
Dr. Dietrich Klaus

Danke für Alles, Pfarrer Dr. Reinhard Kähler

– für das Verborgene und für das Sichtbare –

Die Kirche ist gut gefüllt an diesem Sonntag, dem 23. Juli. In den Bankreihen sitzen eng beieinander Familien, Alleinstehende, ältere und junge Menschen, Weggefährten. Sie sind gekommen, um Reinhard Kähler zu verabschieden, der nach 11 Jahren als Pfarrer in den Gemeinden Baumschulenweg und Johannisthal in den Ruhestand geht.

Der Gottesdienst beginnt wie üblich, Reinhard begrüßt und kündigt das erste Lied an, „Wecke Atem, locke Töne“. Es wird überhaupt viel gesungen werden in diesem Gottesdienst. Lieder, die in Gottesdiensten oder Wochenendfahrten über all die Jahre mit Reinhard immer wieder erklangen, „Geh aus mein Herz“, „Danke für jeden guten Morgen“, „Suchet zuerst Gottes Reich“. Und schnell wird klar, dies ist ein besonderer Gottesdienst. Auch weil die Predigt eine Weggefährtin von Reinhard hält, Dr. Hanna Kasparick. Sie arbeitete lange mit ihm am Predigerseminar zusammen. Ihre Predigt nimmt den Passus aus Matthäus 28 auf, wo es heißt: „Darum gehet hin und lehret alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“

Ein Kernsatz des Neuen Testaments – ein Leitgedanke, der die Jünger Jesu führen sollte und der heute die Christen auffordert, nicht zu ruhen, sondern in Bewegung zu bleiben, offen zu bleiben. Aber auch Zweifel zuzulassen. Sie gehören zum Glauben, sagt Hanna Kasparick. Denn auch sie halten ihn in Bewegung, mit Fragen und gesunder Skepsis. Ohne sie wäre es nicht möglich, Schein und Verblendungen aufzudecken.

Bewegung, Fragen, Hinterfragen, Zweifel, offen sein, neue Wege ausprobieren – all dies macht auch Reinhard Kähler aus und prägte seine Zeit in Baumschulenweg und Johannisthal. Er hat vieles bewegt, nach innen und nach außen, bilanziert H. Kasparick. In Glaubensgesprächen, thematischen Wochenendfahrten für Jung und Alt und Gesprächskreisen zog er die Menschen an und gewann im Laufe der Zeit neue Gemeindemitglieder hinzu. „Die Kirche war im Kiez wahrnehmbar“, bringt es H. Kasparick auf den Punkt. Einen großen Anteil daran hat auch Reinhards Frau Kristin, die mit Theateraufführungen und Chorangeboten auf die Kirche aufmerksam machte und aktiv mitwirkte. Auch ihr dankt Hanna Kasparick, nicht zuletzt im Namen der Gemeinden, ausdrücklich.

Natürlich lässt sich es Reinhard Kähler nicht nehmen, selbst ein paar Worte an die Gottesdienstbesucher zu richten. „Es war eine erfüllte Zeit“, beginnt er. Dankbar sei er für die vielen Begegnungen mit so unterschiedlichen Menschen in den letzten Jahren. Oft waren es intensive Gespräche, manchmal nur ein kurzer Wortwechsel auf der Straße. Aber jedes Zusammentreffen habe ihn reicher gemacht. Reinhard bittet aber auch um Nachsicht dort, wo er etwas schuldig geblieben ist.

Im Anschluss gibt Reinhard das Abendmahl aus. Die Gemeindeglieder stehen bis zur Eingangstür der Kirche, jeder möchte vom Pfarrer noch einmal das Sakrament empfangen. Manchen stehen Tränen in den Augen. Den Satz, den die Gemeinden danach aussprechen sollen, dass sie damit einverstanden sind, Reinhard Kähler aus dem aktiven Dienst der Kirche zu entlassen, dürfte deshalb einigen nicht leichtgefallen sein. Die Dankesbekundungen nach dem Gottesdienst kennen dann auch keine Grenzen. Bei einem kleinen Empfang verabschieden sich viele persönlich, überreichen kleine Geschenke, wechseln einige Worte. Wer möchte, kann seine Gedanken und Wünsche zu Papier bringen. Die Vorsitzenden der Gemeindekirchenräte, Michael Aust und Thomas Menn richten sich noch einmal persönlich an Reinhard Kähler ebenso wie Pfarrer Paulus Hecker. Es wird deutlich, die Zeit mit Reinhard, die Arbeit mit ihm war intensiv, freundschaftlich, aber auch fordernd.

Einen Dank an Reinhard kommt an diesem Sonntag aber nicht nur von kirchlicher Seite, nein, auch von weltlicher. Bezirksbürgermeister Oliver Igel hat es sich nicht nehmen lassen, persönlich zu erscheinen und Reinhard Kähler zu danken. Die Arbeit der Kirche im Bezirk sei wichtig. Weil es um die Arbeit mit Menschen geht und das konnte Pfarrer Kähler.

Was er nun vorhabe und ob man ihn wiedersehen werde, wird Reinhard Kähler oft an diesem Tag gefragt. Mit einem verschmitzten Lächeln antwortet der frischgebackene Ruheständler, erstens er wisse es noch nicht und zweitens er gebe keine Versprechungen ab…

So bleibt denn (vorerst) nur zu sagen, wie es Hanna Kasparick treffend formulierte: Danke Reinhard, für alles Verborgene und für alles Sichtbare!


Gummihuhngolftunier mit Jugendgottesdienst

Am Samstag den 9.9. fand das erste Gummmihuhngolftunier unseres Kirchenkreises in Johannisthal statt. Die neue Trendsportart, die inzwischen in vielen JGs in Deutschland gespielt wird, ist auch bei uns angekommen.

Beim Gummihuhngolf wird ein Gummihuhn mit Besenstielen durch einen Hindernisparcours aus HoolaHoopReifen, Seilen und Gartentonnen befördert.Trotz leichtem Regen hatten wir viel Spaß und nicht nur die Hühner (mit Namen wie Bruthilde und Eiborg) fanden es zum Quietschen schön.

Die Siegerehrung fand im Rahmen des Jugendgottesdienstes mit neuer Jugendband statt. Der erste Platz ging an das Team der Friedrichshagener JG mit ihrem Huhn “Martin McFly“ Herzlichen Glückwunsch!

Eure Anke Suckau