Archiv der Kategorie: Johannisthal

Die Evangelische Kirche Johannisthal – von der Schule ins Ausflugslokal

Im Jahre 1753 übernahm der Kammerrat Johann Wilhelm Werner als erster Gutsbesitzer durch einen Erbzinsvertrag einen Teil der königlichen Marstallwiesen bei Rudow von König Friedrich II. und gilt damit als Gründer Johannisthals. Leider gab es trotz der vielen Paragrafen des Vertrages keine klare Regelung der Kirchen- und Schulverhältnisse. Die Einwohner Johannisthals gingen überwiegend in Rudow zur Kirche, waren dort aber nach geltenden Bestimmungen nicht eingemeindet. Darüber gab es jahrelange Auseinandersetzungen, die auch mit der 1802 erfolgten ausdrücklichen Einpfarrung nach Rudow und demnach in den Amtsbezirk des Rudower Geistlichen, noch immer nicht beendet waren. Ein klares Bild der damaligen Verhältnisse lässt sich wohl nur noch schwer rekonstruieren.

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Weitere Mitstreiterinnen und Mitstreiter willkommen!

In Johannisthal sowie in allen anderen Ortsteilen von Berlin werden seit einiger Zeit immer mehr Baulücken, Brachen und weitere Grundstücke bebaut bzw. nachverdichtet. Sicherlich brauchen wir dringend mehr Wohnraum, aber wir sollten dabei die Lebensqualität aller Bürger berücksichtigen. Bei diesen Bauvorhaben geht leider unser schönes Stadtgrün oftmals verloren. Weiterhin hat Berlin auch Probleme, Bäume, die u.a. durch Stürme und Trockenheit verloren gegangen sind, nachzupflanzen. Laut BUND sind es allein von 2005 bis 2018 über 30.000 Straßenbäume (Quelle: Berliner Zeitung).

Mit meinem Engagement seit mehr als 20 Jahren für Klima -und Umweltschutz, möchte ich mich mehr für meinen Berliner Ortsteil Johannisthal einsetzen. Unsere Familie ist begeistert von der Bewegung „Plant for the Planet“, die sich global für Klimagerechtigkeit einsetzt. Ein Segment dieser Organisation ist das Pflanzen von Bäumen. Das Motto lautet: „Jetzt retten wir Kinder die Welt“.

Seit September 2019 bemühe ich mich, dabei Partner und verantwortliche Politiker, Mitarbeiter im Grünflächenamt und Sponsoren ins Boot zu bekommen, um mit Kindern und Jugendlichen hier in Johannisthal Bäume zu pflanzen. Nun war es eigentlich geplant, an der Schule am Ginkobaum drei Bäume zu pflanzen. Leider war das nicht mehr möglich, weil der Schulbetrieb geschlossen wurde. Deshalb sind die bereits gekauften Bäume kurzfristig auf dem Gelände der Kirche Johannisthal gepflanzt worden, wir waren bereits im Gespräch.

Haben Sie Interesse an der Initiative und wollen uns unterstützen? Sie können gerne über das Gemeindebüro mit mir Kontakt aufnehmen.

Wolfgang Rahn

Bericht des GKR Johannisthal (Februar-Sitzung)

– Musikausschuss – Umweltgruppe – IT-Ausstattung – Umbau
Bürotrakt: Läuteanlage – Widmung und Sanierung Pfarrhaus –
– Neugestaltung Gelände – Lautsprecheranalge für außen –
– Vernetzung im Ortsteil – Kiezfest –

In der Sitzung am 19. Februar 2020 hat der Gemeindekirchenrat folgende Personen in den neuen Musikausschuss berufen: Bernd Wulff (für den Flötenkreis), Andreas Iskraut (für die Bläser), Anja Herwig, Matthias Krüger und Mario Storch (für die Kantorei). Eine Vertreterin für den Gemeindechor muss noch berufen werden.

Wir möchten in der Gemeinde Johannisthal eine Umweltgruppe bilden, die Möglichkeiten auftun will, als Gemeinde aktiv für Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Fairen Handel einzutreten. Aus dem GKR werden Ines Mönch, Maik Heinold und Julika Wilcke in dieser Gruppe mitwirken. Wir freuen uns über weitere Mitglieder, die mit uns nach Wegen suchen, um zu einer nachhaltigen und ökologischen Kirchengemeinde zu werden! Sprechen Sie uns gerne an!

Im Zusammenhang mit dem Büroumbau sollen Computer-, Fax- und Telefontechnik auf den Prüfstand. Zu diesem Zwecke wurde eine IT-Gruppe gebildet, deren Mitglieder ihre Kompetenzen einbringen wollen. Um dem Kirchdienst weiterhin den Zugang zur Läuteanlage offen zu halten, soll der Sicherungskasten mit der Glockenelektronik vom bisherigen Vorbereitungsraum in den Flurbereich davor verlegt werden. Zukünftig wird in dem jetzigen Vorbereitungsraum das Kirchenmusikbüro untergebracht sein.

Der GKR hat einen Antrag an den Kreiskirchenrat gestellt, das Wohnhaus Sterndamm 90 zu einer zukünftiger Pfarrdienstwohnung zu widmen. Dies kann geschehen, sobald die notwendigen Sanierungsmaßnahmen an dem Gebäude abgeschlossen sind.

Hier gehen wir nun die ersten Schritte. Eine erste Begehung durch das Kirchliche Bauamt und den kreiskirchlichen Bauausschuss hat bereits stattgefunden. Außerdem war der Klimaschutzmanager der Landeskirche vor Ort und hat wertvolle Hinweise zum Thema energetische Sanierung gegeben. Wir werden nun Kontakt zur Denkmalbehörde aufnehmen und nach Architektur- und Ingenieurbüros suchen, die uns Angebote für unser Vorhaben machen.

Nachdem seit Ende 2019 der Ideenwettbewerb zwischen den Büros zweier Landschaftsarchitekten abgeschlossen ist, hat sich der GKR nun entschieden, für die geplante Geländeumgestaltung mit dem Architekten Jorg Sieweke vom Büro paradoXcity zusammenzuarbeiten. Er hat eine Präsentation seiner ersten Vorentwürfe für die Gemeindeversammlung zugesagt. Die Gemeindeversammlung konnte nicht stattfinden, Sie finden aber die Präsentation als Poster im Gemeindesaal und demnächst auf unserer Webseite.

Die Bauvorhaben werden uns also in der kommenden Zeit intensiv beschäftigen. Darum hat sich auch der kreiskirchliche Bauausschuss mit einer Frühjahrssitzung bei uns in Johannisthal angemeldet. Bei der Gelegenheit kann er sich ein Bild vor Ort machen. Auch diese Sitzung wurde vorerst verschoben.

Schon lange planen wir die Installation einer geeigneten Lautsprecheranlage für unseren Außenbereich rund um den Pavillon. In den vergangenen Jahren haben sich die Veranstaltungen unter freiem Himmel großer Beliebtheit erfreut. Um dies auch akustisch zu unterstützen, hat sich der GKR entschieden, eine transportable Anlage mit einem passenden E-Piano anzuschaffen. Nachdem der Förderverein bereits eine große Spendensumme dafür zur Verfügung gestellt hat, kann die Anlage jetzt bestellt werden. Weitere Kollekten und Spenden sollen die verbleibenden Kosten decken.

Die Kirchengemeinde vernetzt sich innerhalb des Stadtteils. Angestoßen durch ein Ortsteilgespräch im September 2019, treffen sich mittlerweile wichtige Partner der Region in einer regelmäßigen Austauschrunde Johannisthal. Dazu gehören u.a. das Quartiersmanagement der Johanniter Unfallhilfe und das Johanniter-Stift, der Kiezclub, die Bürgerinitiative Johannisthal, der Freundeskreis Heimatgeschichte und das Netzwerk „Leben im Kiez“. Diese Runde nimmt Johannisthal als Sozialraum unter die Lupe, prüft, was die Menschen hier vor Ort brauchen und bemüht sich, als Partner gemeinsam präsent zu sein, um den Stadtteil noch freundlicher zu gestalten. Zum Tag der Nachbarn am Freitag, den 29.5., soll ein Kiezfest in Johannisthal veranstaltet werden, bei dem die Kirchengemeinde Mitveranstalterin sein wird. Auch das Kiezfest wurde in der Zwischenzeit abgesagt, soll aber sicher im nächsten Jahr stattfinden.

Julika Wilcke

Die Taufschale in der Kirche in Johannisthal

Wie sieht die Tauschale im Kirchsaal aus? Gehen Sie mal hin und schauen Sie sich an. Sie sehen eine gehämmerte silberne Taufschale. Die hat der „Johannisthaler Gesangverein Hoffnung“ der Gemeinde zu Ostern 1897 geschenkt (Weihnachten 1895 war der erste Gottesdienst in Johannisthal gefeiert worden, im Schulhaus in der Winckelmannstraße). Die Taufschale hat einen Fries und eine kleine flache Mulde.
taufschale
Bei der Umgestaltung des Kirchsaals im Jahr 1962 wurde die Taufschale in ein größeres Taufbecken eingelassen, das wiederum auf einen hölzernen Dreifuß gelegt wurde. Seit Pfingsten 2015 ist der Altarraum einheitlich gestaltet mit dem Altar, dem Lesepult und der Taufe, die der Leichtigkeit des Raums angepasst sind. da findet die Taufschale einen direkten Platz im Holzgestell. Das kupferne Taufbecken, innen verzinkt, wurde 1962 von Fritz Kühn gestaltet. Es wurde nun an den von der Fritz-Kühn-Gesellschaft e.V. gesammelten Nachlass der Werke von Fritz Kühn übergeben.

Leserzuschrift zu „Luther-Eiche in Johannisthal“

Sehr geehrter Herr Dr. Kähler,

Luthereicheals Atheist lese ich mit Interesse Ihre Gemeindebriefe. Dabei bin ich immer wieder erstaunt, welche Vielfalt es an Angeboten in der Kirchengemeinde gibt. An einigen Veranstaltungen nahm ich bereits in der Vergangenheit teil.

Die Redaktion des Gemeindebriefes informiert sogar über heimatgeschichtliche Ereignisse des Ortsteiles, wie zum Beispiel zuletzt über die Johannisthaler Luthereiche Ecke Trützschlerstraße/Segelfliegerdamm.

Nach dem Lesen des Artikels kam ich aber zu dem Schluss, dass die Informationen zur Luthereiche den interessierten Lesern noch nicht ausreichend sind. Es ist so, dass die Eiche an diesem Standort im Rahmen von heimatgeschichtlichen Recherchen unseres Freundeskreises Heimatgeschichte Treptow, AG Johannisthal zum Wirken des Barons Trützschler von Falkenstein durch zwei Mitglieder unseres Freundeskreises wieder entdeckt wurde. Sie stand Jahrzehnte lang in der DDR unter Naturschutz bis das „Schild mit der Eule“ Anfang der neunziger Jahre entfernt wurde. Seitdem wurde sie vom Grünflächenamt des Bezirkes etwas stiefmütterlich behandelt. Damit sie nicht mutwillig beschädigt und die Baumscheibe verdreckt wird, wurden im Jahre 2014 aus der Kiezkasse des Bezirksamtes für den Ortsteil Johannisthal finanzielle Mittel in Höhe von 1.000 Euro für eine feste Einfassung der Eiche beantragt und von der Bürgerversamm-lung bestätigt. Mit Unterstützung eines Gartenbaubetriebes aus Altglienicke wurde ein Einfassungsgitter gesetzt.

Die Tafel wurde aus privaten Mitteln bezahlt und in Eigenleistung durch den Freundeskreis aufgestellt. Die Tafel und die Neugestaltung dieser Ecke kommen bei den Bewohnern und Spaziergängern gut an. Wir freuen uns, dass diese Tafel und auch andere durch uns aufgestellte Erinnerungstafeln bisher unbeschädigt geblieben sind.

Es ist uns sehr wichtig zu erwähnen, dass nicht die Fachabteilung des Bezirksamtes Treptow-Köpenick auf den Gedanken einer dortigen Veränderung gekommen ist, sondern die Initiative vom Freundeskreis Heimatgeschichte Treptow ausging.

Ausführliche Informationen zur Luthereiche finden Interessenten unter  www.johflug.de (unter Geschichte/Geschichten aus Johthal neu/, dann 22. August 2014 PDF „Die Luthereiche in Johannisthal“).

Mit freundlichen Grüßen
Eberhard Drescher

Luther-Eiche in Johannisthal

Luthereiche an der Trützschlerstraße / Ecke Segelfliegerdamm - Foto: Siegfried Drosdatis

Luthereiche an der Trützschlerstraße / Ecke Segelfliegerdamm – Foto: Siegfried Drosdatis

Am 18. Februar ist der 470. Todestag von Martin Luther.
Seit mehr als 130 Jahren steht in Johannisthal eine Eiche zu Luthers Gedenken.
1883 wurden anlässlich des 400. Geburtstags von Martin Luther an vielen Orten „Luthereichen“ gepflanzt. Diese Bäume wurden in der Regel auf Plätzen vor den Kirchen oder sonstigen zentral gelegenen Standorten der jeweiligen Orte gepflanzt.

Da es in Johannisthal zu jener Zeit kein Kirchgebäude gab, entschied man sich für einen Standort im Park des Unternehmers Baron Carl Luis Freiherr Trützschler v. Falkenstein.

Damals kommentierte das „Teltower Kreisblatt“ so:

Auch am hiesigen Ort hat der ewig denkwürdige Geburtstag unseres Dr. M. Luther unseren Gemeinde-Vertretern Veranlassung gegeben, in feierlicher Weise, zum ewigen Andenken an den großen Reformator eine Luther-Eiche zu pflanzen. Es hat besonders der Königsplatz im hiesigen herrschaftlichen Park dadurch an Bedeutung gewonnen.
Dort, wo unser friedliebender König Friedrich Wilhelm III. wiederholt während der Hofjagden das Frühstück eingenommen, steht jetzt die Luther-Eiche, als Symbol der Zusammengehörigkeit und der Unsterb-lichkeit.
Unter Hinweis auf die Bedeutung des Tages durch Herrn Trützschler v. Falkenstein, dem Besitzer des Parkes, wurde im Beisein des Gemeinde-Vorstehers und der Gemeinde-Vertreter sowie mehrerer hervorragender Persönlichkeiten von hier, dieser feierliche Act vollzogen. Möge diese Eiche, dieses Sinnbild der Unsterblichkeit, der Mit- und Nachwelt ein stetes Erinnerungszeichen sein!

Schautafel

Leserzuschrift zu „Luther-Eiche in Johannisthal“