Archiv der Kategorie: Mitarbeiter

Abschied von Pfarrer Dr. Kähler

Ende September geht unser Pfarrer Dr. Reinhard Kähler direkt im Anschluss an seinen Sommerurlaub in den Ruhestand. Offiziell verabschiedet wurde er bereits im Juli sowohl von unserem Gemeindekirchenrat als auch im Gottesdienst am 23. Juli in der Kirche Zum Vaterhaus in Baumschulenweg.

Vor fast genau 11 Jahren, am 1. Juli 2006, trat der promovierte Theologe seinen Dienst in den Berliner Kirchengemeinden Johannisthal und Baumschulenweg an. Er begann seinen beruflichen Werdegang als Gemeinde- und Studentenpfarrer in Cottbus. Danach war er als Dozent für Systematische Theologie am Berliner Paulinum und als Studienleiter am Predigerseminar Brandenburg an der Havel tätig. Mit der Rückkehr in die Gemeindearbeit schloss sich gewissermaßen der Kreis.

Es war Neuland für alle, denn erstmalig teilte man sich eine Pfarrstelle und damit auch den Menschen mit einer Nachbargemeinde.

Reinhard Kähler hat in den vergangenen elf Jahren viele Akzente gesetzt und er hat uns als Gemeinde Johannisthal neue Perspektiven aufgezeigt. Beispielhaft seien genannt die Neuorganisation der Arbeit mit Jugendlichen, neue Gottesdienstformen wie die Gespräche mit Lebensexpertinnen/Lebensexperten. Die verschiedenen thematischen Gottesdienste waren etwas Besonderes, denn er hat immer Jung bis Alt zum aktiven Mitmachen bewegt.
Gemeinsam mit der Gemeindeleitung hat er zu Beginn dieses Jahrzehnts die Umgestaltung des Gemeindezentrums in Johannisthal verwirklicht. Alle Beteiligten haben hierfür nicht selten bis an den Rand der körperlichen und mentalen Erschöpfung gearbeitet. Das Ergebnis freut alle, wir feiern jetzt in einem offenen, hellen Kirchenraum mit modernen Altarelementen gemeinsam Gottesdienste, Musik und Feste.

Lieber Reinhard Kähler, Danke für die schönen und erfolgreichen Jahre, und wir alle wünschen dir und deiner Familie für diesen nächsten Abschnitt deines Lebens Freude, Gesundheit und Gottes Segen.

Für die Gemeindeleitung: Dr. Thomas Menn

Hallo und auf Wiedersehen

Im Sommer gibt es in der Arbeit mit Kindern unserer Region einen kleinen Wechsel.

Ich, Sabrina Führer, und mein Partner erwarten im Juli unser erstes Kind. Daher verabschiede ich mich ab Juni in den Mutterschutz und dann für ein Jahr in die Elternzeit.

So sehr ich schon auf die kommende Zeit als Mama gespannt bin, weiß ich schon jetzt, dass ich meine KollegInnen und die Kinder der KiKi Gruppen vermissen werde.

Ich freue mich sehr darüber, dass meine liebe Kollegin Mandy Endter mich in der Zeit vertreten wird – in Johannisthal ist sie ja ohnehin schon für die Kinder tätig; nun kommen auch Baumschulenweg, Oberschöneweide und Treptow dazu. So werden die Kinder- und Familienveranstaltungen nach den Sommerferien wie gewohnt weiter stattfinden. Ich wünsche allen Familien einen fröhlichen Sommer und vielleicht sieht man sich mal mit Kinderwagen auf der Straße oder bei dem einen oder anderen Gemeindefest oder Familiengottesdienst.

Sabrina Führer

Auch ich, Mandy Endter, freue mich riesig auf die Arbeit als Gemeindepädagogin in allen vier Gemeinden. Der eine oder andere kennt mich ja bereits von den regionalen Kinderveranstaltungen, die Sabrina und ich immer gemeinsam durchgeführt haben, unter anderem auch die alljährliche KiKi- Fahrt. Für alle, die mich noch nicht kennen, hier ein kleiner Steckbrief.

Ich bin 37 Jahre alt verheiratet und habe 2 Kinder, Lea (16) und Elias (10). Seit 2006 sind wir aus dem beschaulichen Thüringen nach Berlin gezogen und wohnen mittlerweile in einem kleinen Häuschen in Rudow. Ich selbst habe an der Evangelischen Fachhochschule in Darmstadt Sozialpädagogik studiert und nach meiner Elternzeit bis jetzt als Hortleitung in Adlershof an einer Grundschule gearbeitet.

Da ich schon seit meiner Jugend immer aktiv in den Jungen Gemeinden und Kinderkreisen mitgewirkt habe, konnte ich auch hier nicht umhin in der Kirchengemeinde Johannisthal ehrenamtlich mitzuwirken. Seit 2012 dann auch nebenberuflich mit einer geringfügigen Stelle in Johannisthal.

Da die Arbeit mir aber so sehr Spaß macht und ich immer schon gerne wieder in diesen Bereich voll beruflich zurück wollte, bot sich mir nun die Chance die Elternzeitvertretung für Sabrina zu übernehmen.

Einige tolle Projekte habe ich bereits geplant und ich werde auch schon bei der einen oder anderen Familienveranstaltung im Juni dabei sein. Richtig los geht es dann ab September wöchentlich mit den KiKi-Gruppen. Wir werden, so gut es geht, die gewohnten Termine beibehalten. Ändern wird sich nur die KiKi Zeit in Johannisthal.

Hier werde ich ab dem kommenden Schuljahr immer freitags ab 14:00 – 17:00 Uhr in der Gemeinde da sein, und für Kinder der 1-6 Klasse Aktionen anbieten. Ein Abholservice von den Schulen (Ginkgobaum- und Melli-Beese GS) zur Gemeinde ist angedacht.

Mehr dazu aber dann im Newsletter, der wie gewohnt zu Beginn der Sommerferien per Post zu euch reinflattert.

Mandy Endter

Pfarrer Reinhard Kähler verabschiedet sich

Im Pfarrdienst in den Gemeinden in Baumschulenweg und Johannisthal gibt es in diesem Jahr einen Wechsel.

Für mich ist es Zeit, zum ersten September in den nicht aufhörenden Urlaub zu gehen, genannt Ruhestand.

Im Herbst wird ein neuer Pfarrer oder eine neue Pfarrerin gewählt werden.

Bis zu deren Dienstantritt haben die Vertretung übernommen für Johannisthal Frau Pfarrerin Schwer und für Baumschulenweg Herr Pfarrer Hecker.

Meinen letzten Gottesdienst in diesen Gemeinden werde ich am 23. Juli halten (um 11:00 Uhr in Baumschulenweg). Predigen wird Dr. Hanna Kasparick, ehemalige Kollegin von mir, Direktorin am Predigerseminar in Wittenberg. Im Anschluss an den Gottesdienst wird Gelegenheit sein zu Gesprächen.

Ab dem 24. Juli gehe ich in den gesammelten Jahresurlaub.

Die 11 Jahre hier waren für mich eine erfüllte Zeit. Ich danke allen, die dabei waren. Ich bitte um Verzeihen alle, denen ich nicht gerecht geworden bin.

Das Wort aus der Bibel für den 23. Juli heißt:

Lasst euer großes Rühmen und Trotzen; denn Gott ist ein Gott, der es merkt, und von ihm werden Taten gewogen.

Mit freundlichen Grüßen
Reinhard Kähler

Frau Pfarrerin Treu stellt sich vor

Liebe Gemeinde,

hiermit möchte ich mich Ihnen kurz vorstellen. Ich heiße Bärbel Treu, bin 51 Jahre alt, verheiratet und habe zwei Kinder im Alter von 23 und sieben Jahren.

Seit 17 Jahren bin ich Pfarrerin und fast ausschließlich immer als Klinikseelsorgerin tätig gewesen, davon zehn Jahre im Krankenhaus Salzwedel. Geboren und aufgewachsen bin ich in einer Pfarrersfamilie in Sachsen-Anhalt. Vor dem Theologiestudium in Berlin war ich sieben Jahre lang Krankenschwester in Lehnin und in der Lutherstadt Wittenberg.

In meiner Freizeit lese und singe ich gerne und kann gut beim Spielen mit meinem Kind, bei Gartenarbeit und Sport entspannen. Seit fünf Jahren wohnen wir wieder in Berlin und jetzt im Stadtteil Hermsdorf.

Ich freue mich, in Ihren Altenheimen die Seelsorge aufbauen zu können und für die Bewohner, ihre Angehörigen und die Mitarbeiter dort da zu sein.

Frau Pfarrerin Treu wird sich persönlich im Gottesdienst am 19. März vorstellen.

Seelsorge in Alterspflegeheimen

Zum 1. Februar begrüßen wir eine neue Mitarbeiterin in unserer Gemeinde: Pfarrerin Bärbel Treu wird seelsorgerisch in den Pflegeheimen in Baumschulenweg und Johannisthal unterwegs sein.

Unter den BewohnerInnen in den Heimen gibt es viele, die sich über einen Besuch freuen, mehr als es Angehörige oder alte Bekannte schaffen. Auch ich schaffe nicht mehr, als dass ich Menschen in Heimen besuche, wenn ich konkret darum gebeten werde.

Seit längerer Zeit hat die Gemeindeleitung darum angedacht, eine Mitarbeiterin oder einen Mitarbeiter dafür einzustellen. Gedacht ist, das mal für zwei Jahre auszuprobieren.

Gewollt ist, dass in den Pflegeheimen in diesem Bereich regelmäßig seelsorgerische Gespräche und Andachten angeboten werden, geistliche Begleitung auf dem letzten Weg in diesem Leben.

Geplant war, eine Mitarbeiterin / einen Mitarbeiter mit der dafür nötigen Eignung einzustellen mit einem Stellenumfang von 30%.

Nun hat es sich so gefügt, dass Pfarrerin Bärbel Treu dafür bereit war. Und da hat die Landeskirche gesagt: Wir unterstützen das. So wird Pfarrerin Bärbel Treu im Stundenumfang einer halben Stelle arbeiten.

Ich freue mich darauf.

Ich freue mich für die Bewohnerinnen und Bewohner der Heime und für ihre Angehörigen. Und ich kann mir gut vorstellen, dass auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Heime spüren werden, welche Bereicherung das in ihren Arbeitsalltag bringt.

Ihr
Reinhard Kähler, Gemeindepfarrer


Ehrenamtliche in der Kirchengemeinde: Sie sind versichert

Wer in der Kirchengemeinde mit einem Ehrenamt beauftragt ist, ist in seiner Arbeit für die Kirche durch einen Pauschalvertrag der Landeskirche haftpflicht- und unfallversichert. Sofern die betreffenden Personen ohnehin versichert sind, müssen deren Versicherungen in Vorleistung gehen; die Versicherung über die Kirche hat eine unterstützende Bedeutung. Darüber hinaus erstreckt sich der Versicherungsschutz durch die Kirche auf jegliche Unfälle bei Aktivitäten in der Kirche, falls Sie dabei einen Unfall erleiden, der zur Invalidität führt. In dieser Weise sind Sie versichert, wann immer Sie mit einem Anliegen zur Kirche gehen oder Sie im Auftrag der Kirchengemeinde unterwegs sind.

Alles, was Sie darüber hinaus interessiert, lesen Sie bitte nach unter:

http://akd-ekbo.de/wp-content/uploads/Informationen_zum_Versicherungsschutz.pdf

Nachrichten aus der Gemeindeleitung

Gemeindebüro

Der Mitarbeiter in unserem Gemeindebüro, Patrick Otto, hat aus seiner vorhergehenden Tätigkeit viele Kompetenzen mitgebracht. Inzwischen hat er einen Lehrgang speziell für die Aufgaben im Büro einer Kirchengemeinde erfolgreich abgeschlossen. Wir freuen uns mit ihm!
Patrick Otto arbeitet nach wie vor in den Gemeindebüros in Rixdorf und in Johannisthal.

 

Wer die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Gemeinde bezahlt

Im Grunde werden alle von dem Geld bezahlt, das Sie als Kirchensteuern zahlen. Pfarrerinnen und Pfarrer bekommen ihr Gehalt über eine Umlage der Landeskirche; die Mitarbeiterinnen in der Arbeit mit Kindern über eine Umlage der mittleren Verwaltungsebene in der Kirche (den Kirchenkreis). Kirchenmusiker, Mitarbeiter im Gemeindebüro und Hausmeister werden direkt aus dem Haushalt der Kirchengemeinde bezahlt. Dabei kontrollieren Landeskirche und Kirchenkreis restriktiv, dass eine Gemeinde vertraglich kein finanzielles Risiko eingeht.

Energie

Was können wir tun, um unseren Verbrauch an Energie möglichst verantwortlich zu gestalten? Wir können darauf achten, dass wir möglichst erneuerbare Energien nutzen, und wir können darauf achten, möglichst wenige Ressourcen zu verbrauchen? Die Kirchengemeinde hat jetzt einen überfälligen Schritt getan und den Wechsel zu einem Energieanbieter für Strom und Gas vollzogen, der auf ökologische Kriterien achtet.

Danke

Einen ganz großen Dank an die Mitglieder der Gemeindeleitung, die in den letzten Jahren viele Fragen bedacht, beraten und verantwortlich bearbeitet haben. Wir alle in der Gemeinde können froh sein über ihr intensives Engagement für die Belange der Johannisthaler Gemeinde. Sie haben einen guten Teil ihrer Freizeit und ihrer Kräfte eingebacht und mit vielen Kompetenzen einiges an der Entwicklung der Gemeinde vorangebracht. Viele sind in dieser Gemeinde engagiert! An dieser Stelle sage ich nun besonders DANKE an Dietlind Hinz, Vera Storch, Uli Scheidereiter und Astrid Oehme!

Ich wünsche ihnen, dass sie weiterhin zufrieden sind damit, wie sie in der Leitung der Gemeinde mitgearbeitet haben.

Reinhard Kähler

Abschied von der Mitarbeit in der Gemeindeleitung

1612_dietlindSeit vielen Jahren arbeite ich in der Gemeindeleitung unserer Kirchengemeinde mit. Angefangen habe ich als Ersatzälteste, in den letzten Jahren war ich als Vorsitzende der Gemeindeleitung tätig.

Gern erinnere ich mich an die aufregenden und auch anstrengenden Zeiten in der Zeit des Umbaus unseres Kirchsaales. Wie oft haben wir bis in die Nacht getagt, um zu diskutieren, was die beste Lösung für die Gemeinde wäre. Neues und Altes hatte seine Berechtigung und sollte nebeneinander bestehen.

Nun leben wir schon seit einigen Jahren in unseren neuen Räumen und erfüllen sie mit Leben.
Das erfordert viel Zeit und Kraft, die ich nun nicht mehr neben den beruflichen Anforderungen in ausreichendem Maß finde. Aus diesem Grund verabschiede ich mich von der Mitarbeit in der Gemeindeleitung und bedanke mich bei allen für das Vertrauen, das Sie mir entgegengebracht haben. Natürlich freue ich mich auf ein weiteres Mitarbeiten bei der Gestaltung des Gemeindelebens und wünsche der zukünftigen Gemeindeleitung Kraft und Gottes Segen für ihre Arbeit.

Dietlind Hinz

Verabschiedung

Jonathan Berchner war seit April 2015 der Mitarbeiter in der Arbeit mit Jugendlichen in unseren Gemeinden, in Vertretung von Anke Suckau.  

Jonathan Berchner schreibt:

JonathanBerchner_2Liebe Gemeinde, ich gehe. Über ein Jahr war ich die Schwangerschafts- und Elternzeitvertretung für Anke Suckau. Ich habe drei ganz verschiedene Konfirmandenjahrgänge und die Junge Gemeinde erlebt. Es gab Fahrradtouren, Wochenendfahrten, eine WG-Woche in Johannisthal und einen Jugendgottesdienst. Es gab Bibelgespräche und Tischkickerherausforderungen. Wir haben gesungen, gelacht, uns geärgert, gebastelt, und noch viel mehr miteinander erlebt. Wir haben den Garten der Möglichkeiten umgegraben, bepflanzt und bewässert.
Was begonnen hat, wird noch weiter wachsen und sich verändern, wenn ich nicht mehr da sein werde. Manches ist gelungen, doch manch gut gemeintes Wort ist auch dahin gefallen, wo es keine Wurzeln schlagen konnte. Einige Jugendliche werden eine Heimat in der Gemeinde finden, andere werden weiterhin suchen. So ist das im Leben. Den Rest fügt Gott, wie er es will und braucht.
Ich danke den Gemeindekirchenräten für die Möglichkeit, dieses Jahr für die Jugend arbeiten zu können. Danke an die fleißigen  Damen in den Büros. Danke an Pfarrer Reinhard Kähler, Paulus Hecker und Annette Schwer, die meine verrückten Ideen aufgenommen und mitgetragen haben.
Danke an die Konfis der drei Jahrgänge und an deren Eltern. Es war eine intensive, eine gute Zeit, und ich habe viel von euch und Ihnen gelernt.
Danke an die JG und die Teamerinnen. Ich war nicht Anke, trotzdem habt ihr mich aufgenommen. Danke.

Liebe Gemeinden, ihr seid spitze. Haltet euren Verstand offen für die, die euch brauchen. Zeigt der Welt eure immer wieder anpackende Gastfreundschaft, wie ich sie erlebt habe. Seid fest, unerschütterlich, allezeit überreich in dem Werk des Herrn. Und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren in Christus Jesus. Ade.

Jonathan Berchner

Im Namen unserer Gemeinden danken wir ihm herzlich für seine Zeit bei uns und wünschen ihm für seine Zukunft und das Vikariat alles Gute und Gottes Segen.

Für die Gemeinden:
Annette Schwer           Reinhard Kähler          Paulus Hecker

Reisebericht von Martin Fehlandt: Meine Zeit in Äthiopien

Vom Berliner Missionswerk bin ich angefragt worden, einen Lehrauftrag an der „Schule für Jazz und Medien“ der Mekane – Jesu – Kirche in Äthiopien, zusammen mit einer Kollegin aus Norddeutschland in Addis Abeba zu übernehmen. Nach reiflicher Überlegung (ich wusste nicht, was dort auf mich zukommt), nahm ich die Bitte an, wurde von der Gemeinde freigestellt und so als Lehrbeauftragter für Chorleitung dorthin entsandt.

Da die Hauptstadt ca. 2600 ü.M. liegt, war schon der Weg von meiner Wohnung zum Seminargelände ziemlich anstrengend. Es begann mit einer Chorprobe für die ersten drei Studienjahre. Das war zunächst sehr anstrengend, da die Studenten mit unserer Art zu musizieren, große Schwierigkeiten hatten. So müssen sie zunächst unser Notensystem lernen, auch lernen, danach zu singen. Welcher Text gehört zu welcher Stimme, wie werden verschiedene „Melodien“ zur 3-bzw. 4-Stimmigkeit… Die Studenten kommen von der arabischen Musik her, einer uns völlig fremden Musik. Genauso fremd ist denen unsere europäische Musik. Umso erstaunlicher, mit welcher Willensstärke, Begeisterung, Lernbereitschaft und Freude sie bei der Sache waren. So war das Schlusskonzert ein „Gänsehauterlebnis“. Solch eine Begeisterung und Power, mit der die relativ einfachen Stücke („Go down, Moses“, „Swing low“, „Irischer Segen“…) gesungen wurden, habe ich selten erlebt.

Die nächste Unterrichtseinheit war der Chorleitung gewidmet. Neun Studenten des fünften Studienjahres lernten, wie ein Chor angeleitet wird, mit Schlagtechnik, Einatmen, Dynamik, Tempowechsel usw. Auch hier erstaunlich, welche Entwicklung die Studenten nahmen. Als Abschluß mussten sie eine Prüfung ablegen, die dann in die Gesamtwertung des Examens einfliesst.

Addis Abeba ist keine schöne Stadt, groß, laut, dreckig, unübersichtlich. China investiert sehr viel in diese Stadt. So entstehen Hochhäuser, eine Hochbahn wird mitten durch bewohntes Gebiet gebaut, der meist die Armenviertel weichen müssen. Armut sieht man auf Schritt und Tritt. Und es werden immer mehr. Äthiopien ist eines der ärmsten Länder der Erde und nimmt jedes Jahr etwa 2-3 Millionen!!! Flüchtlinge auf. Um das Land herum sind überall Krisenherde: Eritrea, Somalia, Sudan… Was soll werden aus einem Land, dessen Bevölkerungswachstum explodiert, das aber durch Dürre und Hungersnot die Menschen nicht ernähren kann?

Noch drei Tage privater Urlaub: in Lalibela. Bekannt ist der Ort im Hochland durch seine ca. 1500 Jahre alten Felsenkirchen, die ähnlich Petra in Jordanien, per Hand in die Felsen geschlagen wurden. Da sich das heute keiner vorstellen kann, wie das jemals möglich war, ist man in Äthiopien der Meinung, das seien Engel gewesen. Keine Kirche ist nur Museum, jede Kirche „arbeitet“. Priester und Mönche überall. Auch Wanderprediger, wie in biblischen Zeiten. Eine völlig andere Welt, eine völlig andere Zeit! Begeisternd!

Es war eine anstrengende aber erfüllte Zeit, für die ich sehr dankbar bin!
Mit ganz herzlichen Grüßen, Martin Fehlandt

(C) Martin Fehland

(c) Martin Fehland