Donnerstag, 28. August – 19.30 Uhr, Schottstr. 6, Berlin-Lichtenberg Referent: Pf. E. Dusdal

Dieses Jahr jährt sich zum 100. Mal der Jahrestag des Ausbruchs des 1. Weltkrieges, der „Urkatastrophe“ des 20. Jahrhunderts. Es war dieser Krieg nicht nur ein Krieg, der mit industriellen Mitteln geführt wurde, mit Panzern, U-Booten und Giftgas. Es war auch ein Krieg der Geister. Intellektuelle, Künstler, aber vor allem die Kirchen waren darum bemüht, diesen Krieg mit Sinngehalt aufzuladen, ihn metaphysisch zu überhöhen, als heiligen Krieg und als Kreuzzug zu begreifen, als Kampf, in dem es galt mit Gott an der Seite bereit zu sein, sich für das deutsche Vaterland zu opfern.

Heute stehen wir oftmals fassungslos vor einer uns fremd erscheinenden Kriegsrhetorik, mit der die Kirchen diesen Krieg als deutschen Auferstehungstag feierten und im Glauben die stärkste Kraft zum Durchhalten sahen. Warum damals so gepredigt wurde, mit welchem Selbstverständnis unsere Kirche in diesen Krieg eintrat, und welche Fragen sich für uns daraus ergeben, soll Gegenstand des Abends sein.

H.-G. Furian, Superintendent