Februar 2013 – Gedanken zum Monatsspruch

„Schaue darauf, dass nicht das Licht in dir Finsternis sei.“ (Lukas 11, 35)

Gott hat Licht in uns hineingelegt. Wenn es aber licht ist in uns, heißt das nicht, die Finsternis ist verbannt. Da gibt es noch eine Aufgabe für uns: darauf zu achten, was wir mit dem Licht machen, das in uns strahlt. –
Gut, dass du dir des Lichtes in dir bewusst bist; aber achte auf die Schatten!

Dass es in mir, in meiner Seele, hell wird und nicht nur der dunkle Körper wirkt, das kommt von Gott, das ist ein Funke Gottes in mir.
Es scheint zu uns Menschen zu gehören, dass die Gefahr der Verdunklung lauert. Warum auch immer.
Darum erwarten manche nicht zu viel Licht: um nicht enttäuscht zu werden.
Gibt es Lichtgestalten, bei denen sich nicht irgendwann doch ein dunkler Makel findet?
Wir brauchen das Licht von Gott täglich neu. Oder Gottes lichten Geist, dass es in uns wieder hell werde.

Gottes Lichtnachschub hat es aufzunehmen mit ein paar „Vorhängen“, die dieses Licht scheuen:

  • Bei manchen kommt keine helle Freude auf, weil sie doch immer noch irgendetwas finden, woran sie leiden.
  • Manche setzen hinter jede gute, helle Erfahrung ein „Aber“. Ihre Skepsis ist ihnen heilig.
  • Manche haben zu viel Schadenfreude und fühlen sich erst dann auf der Sonnenseite, wenn sie andere im Schatten oder im Reich der Finsternis sehen.

Man muss das Sinnlose, das aus den dunklen Ecken kriecht, aufhellen. Aber es reicht nicht, da nur den Scheinwerfer einer moralischen Forderung drauf zu halten. Denn dann weicht der Schatten aus in die nächste Ecke. Anders ist es, wenn eine gute Geschichte erzählt wird, die nicht reinweiß ist, aber indirektes Licht wirft: sie verbreitet eine Stimmung, Ausschau zu halten, wo Menschen in würdiges Licht kommen; das hilft, Licht zwischen sich und dem fremden Anderen anzunehmen.
So wirkt Jesus Christus als Licht der Menschenwelt.
Dass Jesus Christus Licht vom Licht ist, können wir nur glauben.
Ich bete:

Gott,
lass mich dich sehen, der selbst erschienen ist,
eingehüllt in das Licht dieses Tages.
Dass ich beharrlich bin in Erbarmen und Aufmerksamkeit.
Dass mich Schmerz und Sorgen nicht abstumpfen.
Dass sich die Kraft zur Liebe mir nicht versagt.

Reinhard Kähler