Gedanken zum Monatsspruch – Dezember 2014

Es wird Advent.

Wir gehen auf ein Fest zu. Kalender zählen die Tage ab, bis es so weit ist.
In der Adventszeit laufen wir auf das Fest zu, zu dem wir besucht werden oder besuchen, … zu dem wir noch Geschenke suchen oder Geschenke erwarten.
Mancher beschenkt sich in der Zeit bis zum Fest schon mal – mit Gebäck und Gemütlichkeit, mit dem Besuch eines Weihnachtsmarktes oder eines Weihnachtskonzertes.
Die Prospekte aus dem Briefkasten versprechen Glück und Wonne … Preiswert, klar. Geh nur hinaus in die Kaufhäuser: Da glitzert und klingelt es schon.
Das Prospekt des Propheten Jesaja verspricht:

„Die Wüste und Einöde wird frohlocken,
und die Steppe wird jubeln und wird blühen wie die Lilien.“

(Jesaja 35,1)

Dieses alte Versprechen – ist es nicht schon wirklich geworden? –

  • Ja, höre ich sagen: „Uns geht es gut, wir könn‘ nicht klagen.“ Man glaubt es kaum, wenn man noch mal Bilder sieht, wie es bis vor 25 Jahren in diesem Land aussah, – so grau! Das Leben ist bunt geworden. Wir jubeln, wie beim ersten Grenzübertritt, Gänsehaut. Wer da nicht mitgeht, ist selber schuld. Wer da noch unzufrieden redet, bleibt bei den Stachelgewächsen der Wüste und sieht nicht die Lilien.
  • Und noch einmal – „ja“ – höre ich andere sagen: Es ist ein Ros‘ entsprungen. „Ich hörte Mitte November den >Messias<; der ist ja gekommen.“ Dieses Kind, in der Weihnacht geboren, das vertreibt die Finsternis. Da steckt Gott dahinter. Ach, so kann unser Leben doch gut werden!

Advent.
Nicht so schnell.
Gott kommt vom Himmelszelt nicht allein zu mir. „O wohl dem Land, o wohl der Stadt …“ –

Wir genießen die Familie und die Freunde; die Kekse und den Kaffee, die Lichterfahrt und das Halleluja. Mehr ist uns versprochen noch. Blühende Landschaften. Mehr noch als wachsende Wirtschaft, mehr als gute Umsätze der Waren, mehr noch als eine gute medizinische Betreuung. –
Dieser Messias  – oh Wunder-Rat – kommt nicht mit Panzerfäusten, er kommt als Kind. Dieser Friede-Fürst stärkt Recht und Gerechtigkeit. – Ja, was gibt es nicht noch alles für Verhältnisse, in denen Menschen wie Sklaven arbeiten, in denen Menschen kein Recht bekommen, als Menschen gleich zu leben! – Gottes Mensch, der uns geboren wird, löst davon. Er spannt auch uns für Gerechtigkeit ein. Dass wir nicht wieder Wüsten und Einöden schaffen. Über Freiheit zu jubeln, ohne nach der Gerechtigkeit zu trachten, wäre nicht seins.

Er scheint wohl nicht wie der Scheinwerfer durchs Brandenburger Tor zum 9. November. Eher wie eine flackernde Kerze. Die leucht‘ wohl mitten in der Nacht, ja uns zu Lichtes Kindern macht. Das wünsche ich uns.

Eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit,
Ihr Reinhard Kähler