Gedanken zum Monatsspruch – Februar 2014

„Der Wald steht schwarz und schweiget“ singen wir mit dem Lied „Der Mond ist aufgegangen“. Nur: die Frau, die allein mit ihrem Hund durch die Königsheide geht, höre ich reden. Und der Mann, der mir begegnet, redet. Ach so, sie haben Stöpsel und Mikrophon am Kopf. Und wie viel in der S-Bahn zu besprechen ist! In einem Weihnachtslied heißt es „Alles anbetet und schweiget“, gibt’s das noch irgendwo? So viel Volk ist unterwegs und sie reden und reden. Da sagt der Volks-Mund: „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“. Ich verstehe.

Dabei weiß ich: Wer lebt, redet. Nur Schweigen, das wäre beängstigend. Für Leib und Seele, und für gem-einsames Leben auch. Es tut gut, etwas auszusprechen, und nicht runterzuschlucken. Was Worte findet, kann die Seele besser verarbeiten.
Da müssen wir auch mal über Dritte reden.
Das muss mal raus. Das muss mal jemand hören!
Und sei es durchs Telefon.
Allerdings: Nicht immer ist gut, wie geredet wird.
Das muss selbst Christen unter die Nase gerieben werden.
Zu lesen im biblischen Brief an die Gemeinde in Ephesus.

„Was ihr sagt, soll gut sein und den, der es braucht, aufbauen;
so ist es eine Wohltat für alle, die es hören.“

In dem Brief steht, was nicht so gut ist:
Wenn ihr redet, haltet euch fern, etwas vorzutäuschen.
Darum: Wenn ihr von einem anderen hört prüft das, ehe ihr das ausstreut; fragt ihn selber!
Macht keinen Raum für eine Gerüchteküche. Jedenfalls keine eitlen Gerüchte, die süß sind, aber Fäulnisbakterien in eure Gemeinde einschleppen.
Da ihr es selber oft nicht merkt: Prüft euch, dass ihr nicht missgünstig von anderen sprecht. Das baut euch vielleicht selber auf, es wirft aber einen guten Geist durcheinander. Redet wahrhaftig. Baut mit eurem Reden die auf, die es brauchen. Aber so, dass es nicht nur charmant ist für die, die gerade dabei sind, sondern für alle, die das dann noch zu hören bekommen.
Auch wenn ihr zornig seid, sündigt doch nicht; die Sonne gehe nicht unter über dem, was euren Zorn erregt. Wenn ihr euch mal ärgert, versucht zu überwinden, dass ihr deswegen verleumderisch redet.
„Wir sollen Gott fürchten und lieben, dass wir unser Nächsten nicht belügen, verraten, verleumden oder seinen Ruf verderben, sondern sollen ihn entschuldigen, Gutes von ihm reden und alles zum besten kehren.“
Ach ja. Wer schafft das immer?

Ich werde es wieder mal verpatzen. Und um Vergebung bitten müssen.
Doch es bleibt gesagt: Geht freundlich miteinander um, seid mitfühlend und herzlich zueinander; gebt euch wohlwollend, wie sich auch Gott in Christus wohlwollend gab.

Mit freundlichen Grüßen
Reinhard Kähler