Gedanken zum Monatsspruch – Januar 2015

Das Fest hat seine Zeit.
Die Vorbereitungen brauchen ihre Zeit. Das Aufräumen danach braucht seine Zeit.
Das Fest hat seine Zeit.
Das Fest der Weihnacht kommt, weil uns noch etwas geweiht ist. Die Christgeburt verspricht:
Was ihr alle Tage schafft, oder nicht mehr schafft, oder noch nie geschafft habt, – das ist nicht alles; was in der Küche bereitet und bereinigt wird, was in der Küche besprochen und gebrochen wird, – das ist nicht alles. –
Gott „ist auf Erden kommen arm, dass er unser sich erbarm und in dem Himmel mache reich“.
Das ist die Zeit, „da vor Freud alle Engel singen“.
Und wir? Lassen wir das Christkind bei uns geboren werden? Können wir „Herz und Sinnen zu ihm kehren“?
Werden wir froh daran?
Es wäre schon schön. Wieder einmal.
Freilich: Ungebrochene Freude, die mag im Himmel sein. Wo wir jetzt so leben, da kommt gerade bei diesem Fest dazu: wir denken an die, die nicht mit am Tisch sitzen, mit denen wir gern auch zum Fest zusammen wären; wir denken vielleicht daran, wie es früher war zum Fest.
„Dunkel muss nicht kommen drein“. Wünschen wir.

Und was kommt?
In welchem Licht sehen wir dem entgegen?
Für uns? Für unsere Angehörigen?
Na ja, Weihnachten ist ja was für unsere ganze Lebenswelt.
„Welt ging verloren, Christ ist geboren“.
Die schöne Welt, in der Lieder gesungen werden.
Die schöne Welt, in der Blumen aufblühen.
Die schöne Welt, die so viele zu reisen lockt.
… aber ging verloren, dass alle von Milch und Korn gerecht miteinander teilen.
… ging verloren, dass alle friedlich beieinander wohnen.
… blieb eine Welt, in der Reichtum Weniger schuld ist am Hunger Vieler: Der Wohlstand des besser gestellten Teils treibt ganze Länder in die Dürre und setzt  Küsten unter Wasser, Wachstumsprogramme nehmen auf Bedürftige keine Rücksicht.
Was auch immer ich davon verstehe – da kann ich nur noch hoffen und flehen.
Und ich höre Gott sagen:

Solange die Erde steht, soll nicht aufhören
Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.
1.Mose 8, 22

Gottes Wunsch.
Trotz des Raubbaus an Land und Energie, trotz der Müllschwemme und obwohl unsere Generation schon auf Pump bei kommenden Generationen lebt:
Wenn‘s nach Gott geht, soll auch in kommenden Zeiten weiter gehen, was Leben gibt.
Dass es sich lohnt zu säen und dass Zeit gelassen wird, bis geerntet wird.
Dass wir Frost und Hitze als anregende Wechsel erfahren und sie nicht unbegrenzt werden und Leben vernichten.
Dass auch die Erde ihre Zeit habe zu geben und auszuruhen.
Und ebenso wir: dass wir wechseln können zwischen Mühen und Ruhen, Acht-Geben und Ab-Geben an Gott.
Was unserem Leben auch in den kommenden Jahreszeiten gut tut, soll nach Gottes Willen sein.
So bedrohlich uns manches vor Augen steht: Gott resigniert nicht.

Lassen Sie uns das gerade da, wo wir sind, mitnehmen:

Wenn‘s nach Gott geht,
sollen für uns und unsere Nachfahren nicht aufhören
Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.

Gottes Wunsch für das neue Jahr.

Verbunden mit diesem Wunsch grüße ich Sie zum neuen Jahr

 Ihr Reinhard Kähler