Juni 2013 – Gedanken zum Monatsspruch

Gott hat sich selbst nicht unbezeugt gelassen, hat viel Gutes getan
und euch vom Himmel Regen und fruchtbare Zeiten gegeben,
hat euch ernährt und eure Herzen mit Freude erfüllt.
Apostelgeschichte 14, 17

Konfirmation im Juni. Wünsche der Eltern gehen mit für ihre Tochter, ihren Sohn: Sie sollen einen Beruf lernen; sie sollen aber auch lernen mit Werten zu leben; oder: sie sollen lernen einen Computer zu bedienen, aber auch Menschen zu achten.

Dafür muss man nicht an Gott glauben. – Wozu dann?

Vielleicht sagen Sie: An Gott zu glauben, das hängt nicht daran, ob es für etwas nützlich ist. An Gott zu glauben ist einfach gut. Das ist etwa so, wie es Angelus Silius von der Rose sagt:

Die Ros‘ ist ohn Warum.
Sie blühet, weil sie blühet,
sie acht‘ nicht ihrer selbst,
fragt nicht, ob man sie sieht
.

Unsere Nachbarn, die nicht zu so einem Glauben gekommen sind, könnten schon merken, wie Gott hier und da durchschimmert: Da, wo sie in der Natur etwas finden, worüber sie sich freuen: An den Farben der Blüten und der Blumen; dass es aus der Erde Nährstoffe gibt zu wachsen; dass die Winde Wasser mit den Wolken über den Himmel schieben und es regnet; dass Pflanzen so geschaffen sind, dass sie Früchte wachsen lassen und von sich abgeben.

Ich merke: Wenn ich das bewundere, wird mein Leben reicher. Wenn ich das bewusst wahrnehme: das ist doch etwas Gutes, was da – vor allen Erfindungen und Züchtungen von Menschen – geschaffen wurde!

Wenn die Nachbarn sich so freuen können, was da in die Natur Gutes eingerührt ist, dann hat sich Gott ihnen schon bezeugt.

Ebenso, wenn sie erleben, wie gutherzig Menschen miteinander sind. Wenn sie ein Herz haben, wie man sagt, und nicht gierig und giftig, hart oder bitter sind. Wenn ihnen Frohsinn geschenkt ist.

Ja, wenn sie das bewusst wahrnehmen und in ihren Herzen bewegen. Dann hat sich Gott ihnen schon bezeugt. Wenn ihnen dafür ein Licht aufgeht, dann werden sie dankbar. Dann brauchen sie es nur noch zu lernen, ihren Dank zu Gott hin zu äußern.

Und dann – dann lebt es sich vielleicht doch etwas anders, wenn man zwischen Himmel und Erde Wohltaten wahrnimmt, dankbar wird und dankt?

Die Güte wertzuschätzen, die uns an Gutem zuwächst, das wünsche ich Ihnen in den nächsten Wochen. Und den Konfirmanden wünsche ich, dass sie bei Erwachsenen erleben: nicht nur stolz zu sein auf Erreichtes und was man selbst geschaffen hat, sondern dankbar zu werden an dem, was einem Gutes im Frühling des Lebens und zu verschiedenen Zeiten zuwächst. Ich wünsche ihnen den Segen Gottes. Und dass sie ihn dankbar in ihrem Herzen aufnehmen.

Reinhard Kähler