März 2013 – Gedanken zum Monatsspruch

 „Gott aber ist er nicht der Toten,
sondern der Lebenden,
denn alle leben ihm.“

Lukas 20, 38

Sagst du das Frau Grosche, die erzählte, an Gott zu glauben gehöre zu ihrer verstorbenen Großmutter? Oder sagst du das dem reiselustigen Paar, die gern in alte Kirchen gehen und wissen, dass da Menschen vor Jahrhunderten Gott huldigten, und beerdigt wurden (sie sehen die Grabplatten)? …

Sagst du denen:

„Gott gehört nicht in die Sphäre der Toten, sondern in die Sphäre der Lebenden; Gott will mitten im Leben eine Rolle spielen.“ Sagst du – wie es viele sagten, die mit Gott lebten (siehe z.B. Jesaja 38, 18) -: „Die Beziehung zu Gott lebt damit, dass Menschen Gott loben, und das gehört in die Beziehung der Menschen zu Gott bis zu ihrem Tod.“ – ?

Oder sagst du:

„Gott aber ist er nicht der Toten, sondern der Lebenden“ zu Herrn Fröbe, der sich Gedanken macht, wie das wird, wenn er nach dem Tod seine verstorbene Frau wieder trifft; und wie Gott die verbrannten und nicht verbrannten Verstorbenen wieder aufstehen lässt?

Sagst du da:

„Was Gott schließlich mit unserem Leben machen wird, das lässt er sich nicht vom Tod diktieren. Gott überwindet den Tod und fragt nicht, was mit Toten geht, sondern was er, der ins Leben rief, am Ende mit dem Leben eines Menschen will – was er, Gott, in seiner Liebe von diesem Leben durchträgt. Gott bezieht sich – über unseren Tod hinaus – auf unser Leben. In Gottes Lebendigkeit leben wir alle, und bleiben Lebende über unser irdisches Ende hinaus.“ -?

Wenn du das so sagtest und wir das so hörten:

Wie ernst nähmen wir dann dieses unser Leben?
Und wie gelassen machte uns diese Aussicht angesichts dessen, dass wir merken, wie unser Leben langsam oder plötzlich stirbt?

Reinhard Kähler