Oktober 2013 – Gedanken zum Monatsspruch

Vergesst nicht Gutes zu tun, vernachlässigt nicht das Gemeinwohl.
Solche Hingabe gefällt Gott sehr wohl.

Hebräerbrief 13, 16

Marion und Helga sind zusammen zur Schule gegangen. Das ist 50 Jahre her. Sie blieben in lockerem Kontakt. In diesem Sommer besucht Marion Helga mal. Nachdem sie Kaffee getrunken haben, sagt Marion: „Es gefällt mir bei dir. Du hast es dir schön eingerichtet … Doch, das hast du gut gemacht, dass du noch einmal umgezogen bist.“ Helga strahlt: „Da freue ich mich, wenn es dir gefällt.“ Marion hat Fotos mitgebracht. Mit den Fotos erzählt sie, wie schön die Feier zu ihrem 65. Geburtstag letztes Jahr war. Helga findet auch: „Wenn ich das so sehe, – das muss ja ein tolles Fest gewesen sein! … Oh, deine Schwiegertochter sieht gut aus; die gefällt mir.“ Nun sieht Marion ganz glücklich aus: „Ja? – Mein Sohn ist auch ein so guter Junge. Und die Enkel … Also, wenn ich das so sehe, wie es bei meinem Sohn so geht, dann sage ich: da schein ich ja alles richtig gemacht zu haben. Ist doch so?“

Ach es tut so gut, wenn es unseren Freunden gefällt, was wir machen.
Es tut so gut, wenn es ihnen gefällt, wie es bei uns aussieht; wenn sie sich da wohl fühlen.
Es tut so gut, wenn wir merken: sie sind gern dabei, wenn wir von uns erzählen oder (Fotos) zeigen, was zu uns gehört – zu unserem ganz persönlichen Leben …
Wie wäre es, wenn Helga und Marion außerdem danach fragen, wie es Gott gefällt?
Würden sie noch einmal mehr bestätigt und bestärkt werden?
Oder würde noch mal ein neues Licht darauf fallen, wie sie sich eingerichtet haben und womit sie zufrieden sind?
Diese Fragen gehen an uns alle: Gleich, ob uns viel daran liegt, dass wir anderen gefallen, oder ob es uns ziemlich schnuppe ist, was andere von uns halten. – Einmal gestellt, steht die Frage im Raum: Wie gefalle ich Gott?
Da geht also – untergründig – noch einer in meinem Leben mit, Gott.
Der spielt in meinem Leben nicht nur so eine unpersönliche Rolle, als würde er manchmal Energiestöße geben, manchmal einfach nicht vorkommen. Er geht mit, als leide er mal mit, und als freue er sich mal mit. Und dann ist die Frage: Ob er Gefallen findet, ob er Geschmack daran findet, wie ich lebe; ob ihm das angenehm ist, ob er damit zufrieden ist und er sich dabei wohl fühlt.

Wie ist das anders, wenn ich diesen Blickwinkel mit-bedenke: Es ist von Belang, wie es Gott damit geht. Zum Beispiel bei einem Fest: Nicht nur „Hauptsache, alle Gäste fühlen sich wohl“.
Wenn es Gott gefallen soll, dann ist es nicht egal, wie es Menschen damit geht. Aber es entscheidet sich nicht alles daran, ob es anderen gefällt.
Wenn es Gott gefallen soll, dann denken wir freilich nicht nur an uns und an unsere Familie, dann sind wir nicht nur für uns und unsere Arbeit da – und vernachlässigen oder vergessen über allem, was wir damit Anderen antun.
Das ist so ähnlich, wie wir es beim Erntedankgottesdienst hörten: Wir können Schokolade genießen, und: gut, wenn wir mit Schokolade jemandem eine Freude machen können.
Darüber hinaus können wir – etwa mit der Aussage aus dem Hebräerbrief der Bibel – finden: Gott gefällt es, wenn wir dabei das Gemeinwohl mit im Blick haben. Das hieße bei der Schokolade: Wenn wir uns Schokolade gönnen, dann darauf zu achten, dass wir dabei fair gegenüber Familien handeln, von denen der Kakao kommt.
Das gefiele Gott.
Damit wäre Gott zu-frieden.
So kämen wir zum Frieden.

Ich wünsche Ihnen leuchtende Oktobertage

Reinhard Kähler