Neues aus dem Bereich Kinder- und Jugend

Seit 01.02.2019 gibt es eine Änderung in der Region im Bereich Kinder- und Jugendarbeit.

Sabrina Führer ist nun voll wieder aus der Elternzeit zurück und übernimmt wie zuvor die Arbeit mit Kindern und Familien in den Kirchengemeinden Baumschulenweg, Treptow und Oberschöneweide.

Mandy Endter bleibt den Kindern und Familien in Johannisthal und Niederschöneweide erhalten. Noch dazu übernimmt sie die Arbeit mit Konfirmanden und Jugendlichen in unserer Region.

Zu der Arbeit mit Konfirmanden und Jugendlichen gehört neben dem Konfirmandenunterricht beider Jahrgänge auch die Junge Gemeinde, die sich freut, endlich wieder einen festen Ansprechpartner zu haben, auch wenn die letzten Monate selbstorganisiert wirklich gut überbrückt werden konnten. Hier noch einmal einen großen Dank an alle JG Mitglieder.

Im Februar konnte bereits der neue Tischkicker eingeweiht werden. Zwei Teams sind erfolgreich beim Kicker Turnier in Mühlenfließ gestartet und konnten sogar einen Siegerpokal mit nach Johannisthal bringen. Frühjahrsputz stand auch auf dem Plan und frohes Osterbasteln.

Der neue Konfirmandenjahrgang startete mit 23 Konfirmanden aus den fünf Gemeinden in Baumschulenweg. Die erste gemeinsame Fahrt haben wir gerade hinter uns.

Leider überschattete den Start in den neuen Arbeitsbereich ein sehr trauriges Ereignis. Der plötzliche Tod eines unserer JG Mitglieder und KiKi- Teamer machte uns sehr betroffen und nachdenklich. Wir haben mit einer Trauerandacht uns versucht zu verabschieden. Noch immer sind viele Fragen offen und Redebedarf an vielen Stellen.

Wir blicken dennoch optimistisch in die Zukunft und hoffen der Arbeit mit Kindern, Familien und Jugendlichen ein positives Bild in unseren Gemeinden geben zu können.

Wenn Sie Fragen zu den Gruppen oder zu unserer Arbeit haben, können sie jederzeit Kontakt mit uns aufnehmen.

Sabrina Führer und Mandy Endter
Gemeindepädagoginnen in unserer Region

Angedacht

Wie lebt es sich in unserer Gemeinde? Welches Bild von Kirche erhalten Menschen, die nur zufällig oder bei Gelegenheit mal bei uns vorbeischauen? Wie nehmen neu zugezogene Kirchenmitglieder unser Gemeindeleben wahr? Und wie nehmen wir uns selbst wahr – in unserem Bezug zu den anderen, die mal häufiger, mal weniger häufig Gottesdienste aufsuchen, zu Veranstaltungen in unseren Räumen kommen, vorbeischauen im Gemeindebüro, im Weltladen in der Baumschulenstraße, beim allmonatlichen Garteneinsatz in Johannisthal, in den Pfarrsprechstunden.

In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen…

So steht es über dem Eingangsportal der Baumschulenweger Kirche. Von diesem Spruch aus dem Johannesevangelium leitet sich ihr Name Kirche Zum Vaterhaus ab. Der Name klingt altertümlich und, so nehme ich an, für Außenstehende fremd. Vaterhaus lässt schnell den problematischen Begriff Vaterland assoziieren. Der hat in Zeiten neu aufkeimender Nationalismus-Debatten schnell einen faden Beigeschmack. Ist das nicht viel zu exklusiv? Und – für viele immer wichtiger – wo bleibt da die Mutter, das Mütterliche?

Die Aussage Jesu ist eingebettet in die sogenannten Abschiedsreden, mit denen sich Jesus wortreich von den Seinen verabschiedet. Er möchte seinen Weggang positiv deuten und zugleich eine tröstliche Perspektive für das Leben der Menschen eröffnen.

Aber ist dieses Haus nun tatsächlich ein weites, offenes Haus, in dem alle Platz finden, wo unterschiedliche Erwartungen, Ansprüche, Lebensentwürfe und Biographien Raum haben?

Es ist unsere Aufgabe, dieses Haus Gottes zu füllen, es mitzugestalten und ihm die Weite zu schenken, die ihm von Gott zugesichert worden ist.

Ein Haus, in dem gemeinsam gelacht, gefeiert, gegessen und getrunken wird, das sicherlich auch mal den Ort wechseln kann. Neue Bewohnerinnen und Bewohner kommen hinzu und bereichern die Ausstattung der Zimmer, andere gehen. Sie hinterlassen Lücken. Es wird angebaut, ausgebaut, mitunter auch abgerissen. Manche Menschen werden darin auf Zeit beherbergt. Es ist ein Kommen und Gehen. Und es bietet noch so viel mehr: Ohren, die zuhören, Hände, die anpacken, Gärten, die Erholung versprechen. So vieles ist hier möglich und so viele Hoffnungen werden darinnen wahr.

In seinem Hause bietet Gott seinen Kindern elterlichen Schutz an. Es ist für alle da. Dies gilt, weil er seinen Sohn vorweggeschickt hat, um es vorzubereiten. In seinen schirmenden Wänden gehören sie zusammen, gehören sie zu ihm. Und dieses Haus steht nicht nur in der Baumschulenstraße, nicht nur am Sterndamm, es findet sich zu vielerlei Zeiten an unterschiedlichsten Orten, selbst da noch, wo Zeit und Ort vorbei sind.

Denn Christus spricht:

Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Sonst hätte ich euch nicht versprochen: Ich gehe dorthin, um einen Platz für euch bereit zu machen. Und wenn ich dorthin gegangen bin und einen Platz für euch bereit gemacht habe, werde ich wiederkommen. Dann werde ich euch zu mir holen, damit da, wo ich bin, auch ihr seid.

Ich wünsche Ihnen allen eine gesegnete Zeit durch den Frühling,

Ihre Julika Wilcke.

Gemeinsame Gottesdienste in Baumschulenweg und Johannisthal – Beginn einer Probephase

Liebe Gemeinden in Johannisthal und Baumschulenweg,

In der Gemeindeversammlung am 18. November hatten wir gemeinsam darüber nachgedacht, wie man unsere Gottesdienste ruhiger, festlicher und geselliger gestalten kann. Das Ergebnis langer Überlegungsprozesse soll ein Pilotprojekt sein: Ab Mai wollen wir unsere Gottesdienste gemeinsam an einem Ort feiern.

Wenn wir gemeinsam feiern, erleben wir mehr Gemeinschaft – nicht nur, weil real mehr Menschen mit dabei sind, sondern auch, weil wir von unterschiedlichen Orten her zusammenkommen. So kann mehr Begegnung untereinander entstehen.

Solchen Begegnungen möchten wir besonders dadurch mehr Raum geben, dass wir nach jedem Gottesdienst ein Kirchencafé anbieten wollen. In Johannisthal hat sich diese Art der Zusammenkunft im Anschluss an die Gottesdienstfeiern in den vergangenen Monaten bereits bewährt. Nun möchten wir diese schöne Tradition auch in Baumschulenweg aufgreifen. Da gibt es Gelegenheit, bei Tee, Kaffee, Saft und Keksen den Gottesdienst zu reflektieren, Kinder können noch ein Weilchen zusammenspielen, wir können uns über gemeindliche und übergemeindliche Themen austauschen oder Verabredungen auf kurzem Wege treffen. Helfende Hände sind dabei sehr willkommen!

Mit der mittleren Anfangszeit 10 Uhr hoffen wir, denjenigen entgegenzukommen, die um halb zehn noch nicht so weit sind, ebenso wie denjenigen, die es nach dem Gottesdienst bald nach Hause zieht.

Wie soll nun aber das gemeinsame Feiern praktisch aussehen?

Wir haben uns versuchsweise ein Schema ausgedacht, dass die schnelle Orientierung so einfach wie möglich machen soll. Über Rückmeldungen hierzu würden wir uns freuen:

Ab Mai soll in den geraden Kalenderwochen Gottesdienst in Johannisthal gefeiert werden, in ungeraden Kalenderwochen in Baumschulenweg. Die regionalen Veranstaltungen fügen sich wie gewohnt dazwischen. Selbstverständlich werden wir Heiligabend wie traditionell an beiden Orten drei Christvespern feiern. Auch die Wahl der Gemeindekirchenräte am 3. November soll an beiden Orten jeweils mit Gottesdiensten eingeläutet werden.

Die Buslinien zwischen beiden Orten machen eine Fahrt von einem Ortsteil zum anderen gut möglich – das haben die Erfahrungen aus dem letzten Jahr gezeigt. Sollte es dennoch für Einzelne schwierig sein, zum Gottesdienst zu kommen, so kann das Gespräch im Anschluss an die Gottesdienste ein guter Ort sein, um sich über die Möglichkeit von Fahrgemeinschaften auszutauschen.

Testphase: Das bedeutet, dass wir Ihre Meinung zu diesem neuen Modell gottesdienstlichen Lebens erfahren möchten. Dafür ist es aber, davon sind wir überzeugt, notwendig, dasselbe über einen längeren Zeitraum auszuprobieren. Wir müssen zunächst in unterschiedlichen (Kirchen-)Jahreszeiten, zu verschiedenen Anlässen und in einer gewissen Routine dieses Modell getestet haben, ehe wir es sachgerecht auswerten können. Wir geben uns also die Zeit bis zum kommenden Osterfest. Am Ende dieser Phase ist Ihre Meinung gefragt. Erst danach wird entschieden, ob wir bei diesem Modell bleiben oder nicht.

Ich hoffe, unser Versuch, die Sonntage zu entschleunigen und mehr Gemeinschaft zu erfahren, findet bei Ihnen Sympathie. Ich freue mich auf zahlreiche gesegnete Begegnungen und auf die Zeit mit Ihnen!

Im Namen der beiden Gemeindekirchenräte,

Julika Wilcke

Bibel Aktuell

Neue Informationen – und freundliche Gespräche
Mit Paulus glauben – Zugänge zum Philipperbrief

Der Philipperbrief ist ein sehr persönlicher Brief voller Emotionen. Die persönliche und gefühlvolle Seite des Paulus erlaubt es auch den Leserinnen und Lesern des Philipperbriefes, ihre eigenen Gefühle und ihre Sicht der Dinge einzubringen. Der Philipperbrief macht es leicht, die Bibel persönlich zu nehmen.

Was spricht mich an?
Wo komme ich vor?
Was in meinem Leben entspricht und was widerspricht dem, was Paulus schreibt?

Bei den Bibelgesprächen in diesem Jahr werden wir darüber ins Gespräch kommen.

„… weil der, der bei mir ist, mich stark macht.“


Brief des Paulus an die Philipper 4,13
Auf die Gespräche freuen sich Ihre Julika Wilcke, Sabrina Führer und Paulus Hecker. Johannisthal dienstags, 10 Uhr Baumschulenweg donnerstags, 10 Uhr Treptow donnerstags, 17 Uhr Mit Gewinn (Phil 1,12-26) Julika Wilcke 12. März 14. März 14. März Mit größter Ehre (Phil 1,27-2,11) Paulus Hecker 19. März 21. März 21. März Mit neuen Werten (Phil 3,1-16) Sabrina Führer 26. März 28. März 28. März Mit Freude und Hoffnung (Phil 4,4-9) Julika Wilcke 02. April 04. April 04. April Mit allem Nötigen (Phil 4,10-23) Paulus Hecker 09. April 11. April 11. April

„So viel du brauchst“ – Fasten für Klimaschutz und Klimagerechtigkeit

„Sieben Wochen vor dem Osterfest inne halten, sich auf das Wesentliche konzentrieren und Gottes Schöpfung mit Herz und Verstand in den Blick nehmen – so lässt sich neu erfahren, was wir brauchen.“ Jede und jeder von uns hat die Möglichkeit, im Kleinen wie im Großen, alleine o-der in Gemeinschaft das eigene Leben klimafreundlicher zu gestalten. Denn der Klimawandel gefährdet das Leben von Menschen, Tieren und Pflanzen und verstärkt weltweit Ungerechtigkeiten.

Mit dem biblischen Leitsatz „So viel du brauchst“ regt die Fastenaktion dazu an, sich Zeit zu nehmen, das eigene Handeln im Alltag zu überdenken, Neues auszuprobieren, etwas zu verändern. Zum Beispiel achtsamer zu kochen und zu essen oder anders unterwegs zu sein. Orte der Einkehr und der Ruhe aufsuchen und sich auf das Wesentliche konzent-rieren – auch das sind Impulse der Fastenaktion für Klimaschutz und Klimagerechtigkeit. Es geht darum zu erfahren: „Klimafasten tut Leib und Seele gut, lässt uns achtsamer werden, weitet den Blick, bereitet auf Ostern vor und verändert mich und die Welt.“

In diesem Jahr laden elf evangelische Landeskirchen und drei katholische Bistümer dazu ein, sich von der Aktion inspirieren zu lassen und Fastenideen auszuprobieren. Die Fastenaktion für Klimaschutz und Klimagerechtigkeit beginnt am Aschermittwoch (6. März 2019) und endet am Ostersonntag (21. April 2019).

„Die Bäume mit tiefen Wurzeln sind die, die hoch wachsen.“ (Frédéric Mistral)

Gott begleitet Menschen im Leben.
Das glauben wir und das wollen wir mit euch Konfirmandinnen und Konfirmanden erkunden. Wir wollen mit euch Wege finden vom Kinderglauben zum Erwachsenen glauben. Und wir wollen diese Wege fröhlich mit euch gehen.

Mach mit … Konfirmation 2020

Neue Freunde treffen, alte Freunde noch besser kennen lernen und gemeinsam herausfinden, was das mit Gott so auf sich hat; das alles passiert in der Konfirmandenzeit. Mit Spiel, Spaß, Action und Tiefgang wollen wir uns auf die Suche nach Gott machen und überlegen, was uns im Leben trägt. Dazu gehören Spieleaktionen genauso wie Diskussionsrunden, Gottesdienste oder verschiedene Fahrten.

Du bist neugierig geworden?

Dann komm unbedingt mit deinen Eltern zum ersten Treffen am

13. Februar 2019 um 19 Uhr in den Gemeindesaal Baumschulenweg

(Baumschulenstraße 82-83, Hochparterre). Dort klären wir alle weiteren Fragen und die genauen Termine und du kannst dich entscheiden, ob Konfirmandenzeit etwas für dich ist.

Bei Fragen wendet euch gern an:
Pfr. Paulus Hecker
Mobil: 0172 – 315 47 10,
Email: hecker@bekenntniskirche.de

Aus der Gemeindeleitung

Die Gestaltung und Nutzung des Geländes soll zu den Themen gehören, die weiter vorangebracht werden.

Daher unsere Frage an Sie:

Was wünschen Sie sich auf unserem Gelände?

Einen Bolzplatz? Den alten Weg direkt zum Portal der Kirche zurück? Vielleicht weitere Sitzmöglichkeiten? Wollen wir den Pavillon wieder stärker nutzen? Was wäre dafür nötig?

Sie sehen: Es gibt viele Fragen und einige Ideen stehen schon im Raum.
Bringen Sie sich doch auch ein. Schreiben Sie uns Ihre Wünsche für das Kirchengelände, malen Sie mit Ihren Kindern ein Bild, erzählen Sie uns beim Kirchenkaffee, was Sie sich vorstellen. Je nachdem, wie ähnlich oder unterschiedlich die Ideen ausfallen, werden wir mit einem Landschaftsplaner ein Gesamtkonzept erstellen, das dann nach und nach umgesetzt wird.

Wenn Sie uns Ihre Ideen per E-Mail mitteilen wollen, dann nutzen Sie bitte die Adresse buero@kirche-johannisthal.de.

Ein dankbarer Gruß an Lothar Skorloff

Wer an einem Samstagmorgen über das Gelände um die Johannisthaler Kirche streift, wird unter Umständen Glück haben. Dann hat sie, hat er einen Tag erwischt, an denen der traditionsreiche Garteneinsatz stattfindet. Einmal monatlich treffen sich arbeitswillige Gartenliebhaber, um das weiträumige Gelände mit seinen unterschiedlichen Vegetationen zu pflegen und es den Gewalten der Natur ein Stück zu entreißen.

Stets sind an solchen Vormittagen zupackende Hände vor Ort, ganz gleich, was gerade am dringendsten zu tun ist: Ob es nun um das Schneiden von Hecken geht oder ums Rasenmähen, um Unkrautjäten, Neupflanzen, Wässern, Bäume beschneiden oder Laub harken.
An solchen Tagen ist rund um die Kirche einiges los: Gemeinsam wird geackert und geschuftet, und zwischendurch schenkt ein gemeinschaftliches Frühstück neue Energie zum Weiterarbeiten.

Immer mitten dabei ist Lothar Skorloff.

Er organisiert die Einsätze und entscheidet, was am dringendsten getan werden muss. Nicht selten kommt er zusätzlich unter der Woche, um zwischendurch nach dem Rechten zu sehen. Dann wirkt er selbständig in Hof und Garten und packt tatkräftig überall da an, wo es nötig ist.

Im Februar feiert Lothar Skorloff nun Geburtstag. Er nimmt dieses freudige Ereignis zum Anlass, um die Verantwortung über die arbeitsintensiven Garteneinsätze in jüngere Hände zu legen. Dennoch möchte er sich weiter für Gemeindegarten und -gelände engagieren, soweit es in seinen Kräften steht.

Wir möchten Lothar Skorloff herzlich danken für so viel Zeit und Arbeit, die er in die Pflege unserer Gartenanlagen gesteckt hat.

Nicht selten bildete sein Schaffen im wörtlichen Sinne die Hintergrund-kulisse für das alltägliche Treiben in den Innenräumen des Kirchgebäudes. Wenn man durch die hellen Fenster hinaussah, konnte man ihn bei der Arbeit sehen – und später das Ergebnis derselben genießen.

Gepflegte Wege und Rasenflächen, beschnittene Sträucher und Hecken und insgesamt Orte, die man gerne nutzen möchte: Zum Verweilen und Ausruhen in Pausen, für kleine Rundgänge oder auch für größere Gemeindeveranstaltungen.

Zu seinem Geburtstag gratulieren wir Herrn Skorloff herzlich und wünschen ihm für seine Zukunft alles Gute und Gottes Segen, viel Zeit zum Ausspannen und Lust, von Zeit zu Zeit vorbeizuschauen – nun weniger mit Tat, als mehr mit Rat.

Und ganz am Rande:

Wer sich vorstellen kann, bei solchen Garteneinsätzen regelmäßig oder in Abständen mitzuwirken, ist herzlich eingeladen dazuzukommen. Die Termine werden im Gemeindebrief und Schaukasten bekannt gegeben. Vielleicht finden sich sogar die oben erwähnten „jüngeren Hände“ – wir würden uns darüber sehr freuen!

Julika Wilcke

Mit Geduld und Spucke?

„Ich habe einfach keine Lust mehr auf Vergänglichkeit und Endlichkeit. Ich mag nicht einmal mehr einer Kerze beim Brennen zusehen.“

In diesen Wochen begegnet mir viel Leid und Kummer. Was da eine Betroffene so treffend in Worte gefasst hat, empfinden so manche ganz ähnlich.

An vielen Orten scheint der hoffnungsvolle Glanz des Weihnachtslichts verloschen zu sein. Menschen müssen Abschied nehmen von Verstorbenen, die ihnen nahe standen. Gebrechlichkeit und Krankheit bindet so manche von uns an die eigene Wohnung oder ein Pflegeheim und macht den Kontakt zur Außenwelt schwierig, wenn nicht gar unmöglich. Und dann sind da immer noch die vielen Gäste in unserer Stadt: Geflohen aus ihrer Heimat, geflohen aus Angst um ihr Leben und Wohlergehen, steht für sie die Zukunft in den Sternen. Wir sehen sie täglich, wir haben uns an ihre gefährdete Anwesenheit gewöhnt.

Zudem spüren wir die Auswirkungen des Klimawandels heftiger als vorausgesagt. Wir hören und sehen vom Elend zahlloser Menschen auf unserem Globus und sind beunruhigt. Leid und Kummer zu Beginn des Jahres, ein Vorgeschmack auf das, was kommt?

Das neue Jahr ist noch jung, und der Spruch für den Monat Februar haut uns all unser Leiden, unsere ganze Verzagtheit um die Ohren:

Ich bin überzeugt, dass dieser Zeit Leiden nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll.

Römer 8, 18

So kann man doch nicht reden! Das darf man nicht.

Was der Apostel Paulus da schreibt, beißt sich mit unseren Erfahrungen. Die Leiden dieser Zeit dürfen nicht gewogen, abgemessen werden.

Sie sind unermesslich. Wir wissen das. Und weil wir das wissen, wäre es zynisch, sie zu relativieren und in ein Verhältnis zu setzen zu einer „Herrlichkeit“, die wir nicht sehen, nicht spüren, die zu einem anderen Zeitpunkt an uns offenbart werden soll. Aber bei Paulus geht es noch weiter:

„Denn das ängstliche Harren der Kreatur wartet darauf, dass die Kinder Gottes offenbar werden. Die Schöpfung ist ja unterworfen der Vergänglichkeit – ohne ihren Willen, sondern durch den, der sie unterworfen hat, doch auf Hoffnung; denn auch die Schöpfung wird frei werden von der Knechtschaft der Vergänglichkeit zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung bis zu diesem Augenblick seufzt und in Wehen liegt. Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir den Geist als Erstlingsgabe haben, seufzen in uns selbst und sehnen uns nach der Kindschaft, der Erlösung unseres Leibes. Denn wir sind gerettet auf Hoffnung hin. Die Hoffnung aber, die man sieht, ist nicht Hoffnung; denn wie kann man auf das hoffen, was man sieht? Wenn wir aber auf das hoffen, was wir nicht sehen, so warten wir darauf in Geduld.“

Römer 8, 19-25

Nun ist es einmal gesagt – geschrieben, als Botschaft, die uns mitten in unserem Verzagen angesichts so vieler Vergänglichkeiten trifft. Und nun?

Es ist das nachdrückliche Wir und das Uns, was mich aufmerken lässt. Paulus redet von einer Wirklichkeit, die uns alle betrifft. Weder bin ich ein Einzelfall in all meiner Verzagtheit, noch kann ich mich herausneh-men aus dem allgemeinen Elend, mich zurücklehnen als Privilegierte, für die alles Seufzen und Sehnen nicht gilt.

Wir alle sind jene Kreaturen, sind die Schöpfung, die täglich seufzt und in Wehen liegt, wir hoffen so sehr auf ein Ende allen Elends. Insofern gehören wir zusammen, so, wie wir hier sind.

Nur ist mir nicht allzu oft danach, geduldig zu warten. Geduld ist etwas Zweischneidiges: Sie klingt so tugendhaft. Aber bremst Geduld uns nicht auch aus? Ist es richtig, geduldig zu warten, wenn doch Handeln angebracht wäre? Wenn ich so dringend etwas an den Tatsachen ändern möchte, kann ich dann hoffen auf das, was ich nicht sehe – und geduldig warten?

Paulus berührt die Geduld, die auch im Leid darauf vertraut, dass noch etwas kommt, was die Wirklichkeit verwandelt, ein Ziel, auf das es zu hoffen lohnt. Und er berührt die Geduld mit denen, die von Kummer oder Angst schwach geworden sind und die Kraft zum Hoffen gerade nicht finden: Ich weiß – und wer nicht –, wie rasch ein schwaches Hoffen umschlagen kann in Perspektivlosigkeit und Hoffnungslosigkeit. Ich weiß, dass nicht selten dem schwach Hoffenden die Geduld mit den an-deren abhandenkommt.

Ich gehöre also dazu. Wir alle gehören dazu, tragen unseren persönli-chen Anteil an dem Leiden dieser Zeit – in dem Maße, wie wir Kreaturen dieser Schöpfung sind.

Vielleicht kann man also doch so reden, wie Paulus es tut. Er verleiht unserem Leid und Kummer damit sicher keinen Sinn, er vermag es auch nicht zu relativieren. Aber er setzt es in einen neuen Zusammenhang und macht uns damit handlungsfähig. Er ist überzeugt, dass Gott sich an unsere Seite stellt in den Momenten unseres Lebens, in denen wir das nicht sehen können, worauf wir so gerne hoffen möchten. Wenn uns gerade der Blick dafür fehlt, will er uns „auf Hoffnung hin retten“: Dann bleibt das Warten in Geduld nicht ein passives, ausgeliefertes Verharren. Sondern es wird zum aktiven Geduldig sein mit mir selbst, mit meinem eigenen zweifelnden Hoffen und mit einer Welt, die derzeit nur „auf Sicht“ fährt. In solchen Zeiten tritt Gott an die Stelle all dessen, was wir nicht sehen, worauf wir nur hoffen können. „Auf Hoffnung hin gerettet zu sein“, lässt uns glauben, dass Gott alle seine verzagten Kreaturen zu Recht bringen wird – gegen allen Augenschein.

Die Kerze brennt trotzdem ab. Es gibt Zeiten, da mag man dabei nicht mehr zusehen.

Paulus erinnert mich daran, dass mit dem verglimmenden Kerzendocht aber das Licht noch lange nicht ausgeht.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie gut durch diese schummrige Jahreszeit kommen und etwas spüren von jenem Licht, das uns hoffen lassen will gegen allen Augenschein.

Ihre Julika Wilcke