Vorankündigung: Ein Deutsches Requiem von Johannes Brahms (15. November)

„Sagen muss ich Dir noch, dass ich ganz erfüllt bin vom deinem Requiem, es ist ein ganz gewaltiges Stück, ergreift den ganzen Menschen in einer Weise wie wenig Anderes. Der tiefe Ernst, vereint mit allem Zauber der Poesie, wirkt ganz wunderbar, erschütternd und besänftigend!“

(Clara Schumann)

Diesen Worten der großen Pianistin und Frau Robert Schumanns können wir noch heute uneingeschränkt zustimmen. Gleich nach der Uraufführung von

151115_BrahmsRequiem3Brahmswurde der Komponist eine europäische Berühmtheit, es war sein Durchbruch als  vielleicht größter Komponist der Romantik. Die erste Idee zu diesem großartigen Werk kam Brahms durch den Tod seines Freundes Robert Schumann. Nach dem Tod seiner Mutter begann er die Arbeit zu dieser Musik. Die Texte dazu suchte er selbst aus.

Clara Schumann trifft den „Ton“ des Werkes genau, wenn sie es „ein wahrlich menschliches Requiem“ nennt. War es doch das schonungslos Menschliche was Brahms an der Bibel so fasziniert hat. So schrieb er ein gewaltiges Werk für großes romantisches Sinfonieorchester, Chor und Solisten, 1869 uraufgeführt. Es ist kein Requiem im herkömmlichen Sinne, wie etwa die Vertonungen des lat. Requiemtextes von Mozart, Verdi, Dvorak u.a., der Text ist entnommen der Lutherbibel in deutscher Sprache.

Es ist, weil es sich eben nicht an den liturgischen Ablauf einer Totenmesse hält, eher eine große „Chorsinfonie“ in 7 Sätzen. Dieses „Requiem“ ist eine Musik, die, ganz im Sinne einer Trauerarbeit, dem Weg von der Trauer zu Trost geht. Und so ist denn, wenn man so will, die Überschrift zu diesem Werk das Wort Trost. Jeder der 7 Sätze singt mehr vom Trost für die Lebenden, weniger von der Ruhe der Toten.  Brahms selbst formuliert:

„Was den Text betrifft, will ich bekennen, daß ich gern auch das „Deutsch“ fortließe und einfach den „Menschen“ setzte.“ – ein wahrlich menschliches Requiem.

Am deutlichsten kommt das wohl zum Ausdruck im 5. Satz, geschrieben in Gedenken an seine Mutter „Ihr habt nur Traurigkeit, aber ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet“. Eine Musik so voller Zärtlichkeit und Wärme, dass man es nicht in Worte fassen kann, man spürt förmlich die Hand der Mutter, die über den Kopf streichelt.

So sind alle Sätze diese großen Werkes voller Ruhe, Dramatik, Zärtlichkeit, Trauer und Trost, eine Musik, die unmittelbar ergreift und berührt.

151115_BrahmsRequiem_3Am Sonnabend, 15. November, 17.00 Uhr

ist dieses grandiose Werk von Johannes Brahms in der Christuskirche Oberschöneweide zu hören. Es singt die Kantorei Johannisthal, mit großem Orchester und Solisten (Sopran: Kathrin Ziegler, Bariton: M. Schubach).

Eintritt 15 €, erm. 12 €, jeweils im Gemeindebüro Oberschöneweide oder Johannisthal und an der Abendkasse.
Kartentelefon: 030-636 13 48

Ich lade ganz  besonders herzlich dazu ein, Ihr Martin Fehlandt

„Ich habe nun meine Trauer niedergelegt und sie ist mir genommen; ich habe meine Trauermusik vollendet als Seligpreisung der Leidtragenden. Ich habe nun Trost gefunden, wie ich ihn gesetzt habe als Zeichen an die Klagenden.“ (Brief von J. Brahms, 1869)

Kantorei