Vorschau: Kammermusikensemble Memorial St. Petersburg (31. Januar 2015)

Ev. Kirchengemeinde Johannisthal Samstag, 31.01.2015 – 17 Uhr

Kammermusikensemble Memorial St. Petersburg

Fjodor Abasa Klavier
Deniza Aktchurina Cello
Marina Grauman Geige

spielen Werke deutscher und russischer Komponisten:

F.Schubert – Klavier-Trio No.1 in B-Dur, D.898
Muravlev – “Лунный диптих” “Mond-Diptychon” für Cello
Ludwig van Beethoven –  Violin Sonata No.7, Op.30 No.2 / Piano Sonata No.23 “Appassionata”
Tchaikovsky – “Oktober”
C. Frank – Klavier-Trio op.1 No.1

In dem Ensemble Memorial tritt diesmal außer dem virtuosen Pianisten und der erfahrenen Cellistin eine neue Geigerin auf. Nach wie vor spielen die jungen Musiker ohne Gage für die soziale Arbeit von Memorial St. Petersburg, der Menschenrechts- und Selbsthilfeorganisation ehemaliger Verfolgter in der Sowjetunion.

Trotz der immer noch schwieriger werdenden Umstände in Russland steht das Memorialbüro für die ca. 1500 Mitglieder mit fünf aktiven Mitarbeitern täglich offen. Sie erhalten dort Rat und Zuspruch in menschlichen, rechtlichen, gesundheitlichen Problemen. In dringenden Fällen erhalten sie Hilfe zur Finanzierung von Medikamenten, Krankenhausaufenthalten, Beerdigungen und Reparaturen.

Eine vielseitige anspruchsvolle Kulturarbeit gibt Kräfte zum Überleben. Gespräche beim Tee helfen Einsamkeit zu vergessen.

Warum wird die Arbeit von Memorial immer schwieriger?

Die aggressive russische Propaganda setzt Patriotismus, wenn nicht chauvinistischen russischen Nationalismus, an die Stelle westlicher Werte, wie Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte. Dafür aber steht Memorial. Die Medien suggerieren, das ruhmreiche russische Volk, Besieger des Faschismus, wird von außen durch den dekadenten Westen bedroht. Im Innern wirkt die “5. Kolonne” zersetzend. Darunter fallen nichtstaatliche Menschenrechtsorganisationen, in erster Linie Memorial.

Das Verhängnisvolle :
Diese Propaganda findet Anklang in der russischen Bevölkerung, die mit der sowjetischen Ideologie erzogen wurde. Sie schädigt den Ruf von Memorial in Russland. Deshalb bleibt die finanzielle und moralische Unterstützung aus Deutschland weiter dringend nötig.

Margret Cram