Bericht aus dem GKR – Rüstzeit 2026

Vom 20. – 22. Februar 2026 fand unsere Rüstzeit im Freizeitheim Woltersdorf statt. Wir verbrachten ein intensives und zugleich bereicherndes Wochenende, das sowohl geistlich als auch inhaltlich wichtig für unsere gemeinsame Arbeit war. Erstmals war neben den GKR–Mitgliedern auch ein Mitarbeiter dabei, was die gemeinsame Perspektive auf Arbeitsabläufe und Zusammenarbeit erweitert hat.

Hier ein Rückblick auf unsere Zeit:

Anreise und Ort

Mario: Zwischen dem Flakensee und dem Kalksee liegt Woltersdorf, die kleinste Stadt Deutschlands, die eine eigene Straßenbahn hat. Am Freitag waren die Seen noch vom Eis bedeckt, die Warmfront und der einsetzende Regen haben für Tauwetter gesorgt. Auch wenn die Arbeit uns meistens in dem eigens für uns gebuchten Seminarraum festgehalten hat – für eine Wanderung am Ufer war dann doch noch Zeit.

Unterkunft und Umgebung

Mario: „Ihr Wohlfühl-Haus für Tagungen, Seminare und Feiern“ – so wirbt das EC Begegnungs- und Bildungszentrum in Woltersdorf für sich auf seiner Webseite. Ich kann das so bestätigen. Die Zimmer sind ansprechend, das Essen lecker, in den Seminarräumen steht auch ein Klavier. Man ist dort nicht allein – von allen Seiten hört man Singen, Lachen. Und wenn man als kleine Gruppe einen Moment der Ruhe braucht – dann findet man den auch.

Der erste Tag

Christiane: Juliane hatte unser erstes GKR–Treffen sehr gut vorbereitet. Wir GKR–Mitglieder kannten uns bereits aus den unterschiedlichen Kreisen der Gemeinde. Dennoch kamen wir als neu gewählte Gruppe in dieser Form das erste Mal zusammen. Es ist sehr gut, weiter konkret miteinander zu arbeiten und uns Schritt für Schritt besser kennenzulernen. Unser gemeinsames Wochenende begann mit einer Bibelarbeit zu Matth. 5 13-16. Der Austausch und die Gedanken zu den Themen „ihr seid das Salz der Erde…“ und „ihr seid das Licht der Welt…“ machte deutlich, dass wir eine Verantwortung und Aufgabe im GKR für die Gemeinde haben. Jeder hat seine eigenen Stärken oder auch Schwächen. Wir wollen für das Gemeindeleben förderlich sein und unseren Gestaltungsraum nutzen. Fundament unseres Engagements ist der Glaube und der Wunsch, unsere Gemeinde in Johannisthal als Ort der Begegnung für unseren Stadtteil weiter zu entwickeln.

Erarbeitung: Überblick über unsere Gemeinde

Lars: Es war hilfreich und bereichernd zu erleben, wie die unterschiedlichen Menschen im GKR in einem anderen Umfeld agieren, sich einbringen und Gemeinschaft erzeugen. Sinnvoll war der Überblick über die verschiedenen Gruppen und Gremien in der Gemeinde und das Ziel, die Arbeit an sich so unbürokratisch wie möglich zu erledigen.

Mario: Am Anfang der Arbeitsphase stand ein Brainstorming. Jede und jeder war aufgefordert, Projekte zu benennen, die sie oder er sich für unsere Gemeinde, für unsere Kirche und für unser Kirchengelände vorstellen kann. Zunächst erst einmal ohne Zwang über die konkrete Realisierung nachzudenken – das kam später. Und so kam einiges zusammen: Von der notwendigen Reinigung des Parkettbodens in unserem Kirchsaal, über die Anschaffung einer Wärmepumpe und die Umstellung der Heizung auf eine nachhaltigere Technik, Möglichkeiten zur Gewinnung von Solarenergie auf dem Kirchendach bis hin zu einem kleinen Hühnerhof oder einer Gemeindesauna war alles dabei. Der nächste Schritt war das Sichten, das Prüfen und das Priorisieren. Was können wir in dem langen Zeitraum der Legislaturperiode bis 2031 wann angehen, wo bestehen Abhängigkeiten der Projekte untereinander, wer kann wie unterstützen.

Christiane: Es hat mich erstaunt, wie viel tatsächlich in der Gemeinde vom technisch-baulichen her zu tun ist. Vieles erfordert Engagement von uns Gemeindegliedern, weil wir nur dann die finanziellen Belastungen im Rahmen halten können. Vielleicht gelingt es, in diesen Projekten die Gemeinschaft zu stärken. Das würde ich mir wünschen.

Hanna: Ich fand es spannend und total hilfreich, alle Gedanken, Aufgaben und Visionen auf den Tisch zu packen, zu sortieren und zu visualisieren. Dann der Realitäts-Check: Was können wir leisten? Wo sind Grenzen, personell und finanziell? Und schon wird deutlich, dass unsere sehr lebendige Gemeinde viele Ressourcen hat. Dennoch möchten wir zum Beispiel die diakonische Arbeit mehr stärken und vor allem langjährige Engagierte in der Arbeit mit Senior*innen unterstützen, deren Kräfte nachlassen. Hier merken wir dann, dass es noch mehr Schultern braucht, die mittragen. Wir möchten mehr Menschen für diese wertvolle Arbeit begeistern. Wie das gehen kann, bleibt für den Moment noch offen. Auch das gehört dazu.

Freizeitgestaltung – Gemeinschaft erleben

Christiane: Die Spieleabende sind lustig und inspirierend. Ich lerne immer etwas dazu und vor allem neue Spiele kennen.

Hanna: Es gelang wieder so leicht, sich bei den gemeinsamen Mahlzeiten, dem Spazierengehen und zwischen den Themeneinheiten plaudernd auch privat auszutauschen und näher kennenzulernen. Es arbeitet sich ganz anders zusammen, wenn ich weiß, in welcher Lebenssituation mein Gegenüber ist und was wir womöglich auch gemeinsam haben. Beim launigen Spielen am Abend gab es soviel zu Lachen, da blieb bei so mancher kein Auge trocken.

Ergebnisse der Rüstzeit

Lars: Sinnvoll war sicherlich, kommende Initiativen auf einem Zeitstrahl zu visualisieren und damit auch zu priorisieren. Damit wurde klar und deutlich, was kurz-, mittel- und langfristig angegangen wird.

Mario: Wir werden mittelfristig für längere Zeit mit einer Baustelle vor unserem Kirchengebäude leben müssen. Darauf müssen wir uns einstellen und wollen dennoch unser Kirchengelände als Ort des Rückzugs, als ruhige und grüne Oase erhalten – auch oder gerade während der Bauphase vorne am Sterndamm. Und so gerät der Garten hinter der Kirche stärker in den Blickpunkt unserer Planungen. Wie können wir hier neue Erholungsorte schaffen?

Christiane: Die Musik als große spirituelle und integrative Kraft soll sich nach Möglichkeit weiter entwickeln. Dafür möchte unsere Gemeinde den Rahmen bieten.

Sonntag und Abschluss

Hanna: Am Sonntag blieb diesmal nicht viel Zeit für einen gemeinsamen Abschied. Nach dem Frühstück zog es die meisten von uns zurück in ihr sonntägliches Privatleben. Das lässt mich daran denken, dass wir Menschen im Ehrenamt häufig unsere Zeit und unser Engagement im Berufs-, Privat- und Gemeindeleben ausbalancieren (müssen). Meist überlappen sich alle drei Bereiche und die Herausforderung besteht darin, dennoch allen den nötigen Raum zu verschaffen. Hier erlebe ich viel gegenseitiges Verständnis und ein Aufeinander achtgeben in unserer Runde und bin dafür sehr dankbar.

Was bleibt?

Mario: Ich habe auf dieser Rüstzeit – wieder einmal – unseren Gemeindekirchenrat in Johannisthal als ein Team erlebt, eine Gemeinschaft von unterschiedlichen Menschen, mit denen ich gerne zusammenarbeiten will. In Gesprächen, bei gemeinsamen Spielen, aber auch bei der Arbeit, auch bei unterschiedlichen Standpunkten, habe ich eine wertschätzende, aufeinander Rücksicht nehmende Atmosphäre erlebt.

Hanna: Mir ist bewusst geworden, dass eine solche positiv gestimmte, wertschätzende und einander zugewandte Gemeinschaft im GKR nicht selbstverständlich ist. Für die formelle Arbeit und zukünftige Entscheidungen hat diese gemeinsame Zeit ein tragfähiges Fundament geschaffen. Ich erlebe ein motiviertes Team, in dem alle Stimmen gehört werden und man sich aufeinander verlassen kann. Ich bin froh, ein Teil dessen sein zu können und hier ganz praktisch Demokratie zu (er-)leben.