
Für mich persönlich, aber auch aus Sicht der Veranstaltenden, war dieser Kurs ein voller Erfolg. Eine bunte Gruppe von ca. 20 Menschen unterschiedlichsten Alters, von Kindern über Jugendliche bis hoch ins Rentenalter, trafen sich an einem Freitag im März zum FeierAbend (einer inzwischen etablierten Reihe regelmäßiger Abendveranstaltungen) in unserem Kirchsaal.
Kursleiter Stephan gestaltete nach einer kurzen Vorstellungsrunde ein tolles Warm-up, was vor allem dazu diente, die Teilnehmenden nach und nach miteinander in (Körper-)Kontakt zu bringen. Um sich später in Zweiergruppen in den verschiedenen Techniken der Selbstverteidigung zu üben, war das vertrauensvolle „in-Kontakt-Kommen“ entscheidend. So begann die Gruppe spielerisch, sich im Raum zu bewegen, sich zu grüßen, erst mit „Hallo“, dann mit Handschlag, später mit einem freundlichen Klaps auf die Schulter und schließlich mit einer kurzen Umarmung. Inzwischen war schon an der einen oder anderen Stelle gekichert oder gelacht worden und ein angenehmes Gruppengefühl entstanden.
Und spielerisch ging es weiter: Zombies mussten abgewehrt werden, was gleichsam lustig als auch einprägsam war. Auch hier gab es viel miteinander zu lachen und rumzualbern. Insgesamt hatte der Kurs an keiner Stelle eine ernste Schwere, sondern war so spielerisch und humorvoll angeleitet, dass im Vordergrund eher ein gewisser sportlicher Ehrgeiz stand, die Übungen gut auszuführen und das Gegenüber erfolgreich abzuwehren.

Immer wieder traten „Aha-Effekte“ auf: Die empfohlenen Verteidigungsmanöver widersprachen oft der eigenen Intuition. Beispielsweise beim Ausweichen statt Zurückweichen – so simpel, so effektiv. Kursleiter Stephan demonstrierte mit seiner Frau Anja, die als Assistentin im Kurs unterstützte, sämtliche Bewegungsfolgen und stand jederzeit allen für Fragen, Korrekturen und gemeinsames Ausprobieren zur Seite. Es durfte im Verlauf auch die eigene Schlagkraft ausprobiert und so richtig draufgehauen werden. Auf spezielle Kissen versteht sich.
Was wir mitnehmen konnten: Aufmerksamkeit unterwegs, aufrechte Haltung, bewusster Einsatz der Stimme und letztlich die richtigen Bewegungen und Handgriffe erlauben es Menschen jeden Alters, sich im Falle einer Bedrängnis selbst zu verteidigen. Es braucht nicht unbedingt viel Kraft oder eine große Statur, sondern die richtige Technik. Es gibt sogar Grifftechniken, mit denen selbst Kinder einen erwachsenen Mann überraschen und zu Boden bringen können! Und was für eine Freude es den vermeintlich Schwächeren macht, diese Überlegenheit zu erleben und immer wieder auszuprobieren. Der Spaßfaktor war groß! Und umso einprägsamer erlernten wir die verschiedenen Methoden und gewannen so einiges an Selbstbewusstsein.
Wer weiß, wie viele der Teilnehmenden später zu Hause ihre Angehörigen gebeten haben, „versuch mich mal zu schlagen!“, um dann das Erlernte zu nutzen und das verblüffte Gegenüber „zur Strecke zu bringen“ – ganz rücksichtsvoll versteht sich, aber erfolgreich. Ein großartiges Gefühl!
Im Anschluss konnten wir Teilnehmenden sogar noch Videos von den Übungen (nachgestellt von Stephan und Anja) machen und uns so die verschiedenen Techniken zur Wiederholung und Festigung mit nach Hause nehmen.
Hier die gute Nachricht für alle, deren Interesse gerade geweckt wurde: Aufgrund des begeisterten Feedbacks und großen Interesses überlegen wir, dieses Angebot erneut in den FeierAbend-Plan aufzunehmen. Sie finden die Ankündigung dann hier wie immer im Gemeindegruß, im Schaukasten oder auf unserer Homepage.
Überraschendes Fazit für viele in der Abschlussrunde: Jede*r kann sich einfach so – ganz ohne Krafttraining und Kampfsportausbildung – verteidigen, wenn bestimmte Techniken bekannt und eingeübt sind.
Johanna Werner
















