Zwischen Tränen und Freude – die Monatsverse Februar und März 2026

„Du sollst fröhlich sein und dich freuen über alles Gute, das der HERR, dein Gott, dir und deiner Familie gegeben hat.“
(Deuteronomium 26,11)

„Da weinte Jesus.“
(Johannes 11,35)

Liebe Gemeinde,

zwei Verse, die kaum unterschiedlicher sein könnten – und die doch beide zu unserem Leben gehören. Der eine ruft zur Freude auf, der andere zeigt Jesus in Tränen. Beide sprechen in unsere Zeit hinein.

Wir leben in einem Wechselbad der Gefühle. Verluste prägen unsere Tage, Umbrüche verunsichern uns. Die Stabilität, die wir kannten, scheint zu bröckeln. Der Ton in den Medien wird rauer, unser Blick verengt sich auf die schwierige Weltlage. Veränderungen überrollen uns schneller, als wir sie verarbeiten können. Da sind Tränen manchmal nicht mehr fern – und sie dürfen sein. Jesus selbst weint. Seine Tränen sind kein Zeichen von Schwäche, sondern von tiefer Menschlichkeit. Sie bedeuten, dass Gott uns in unserem Schmerz nicht allein lässt, sondern mittendrin ist, mitleidet, mitfühlt.

Und doch: Jesu Tränen sind auch Tränen der Verwandlung. Sie kündigen Leben an, wo der Tod das letzte Wort zu haben scheint. Sie sprengen das vertraute System einer begrenzten Welt auf. In ihnen bricht sich das Licht der Auferstehungskraft.

Dann der Blick zur Freude: Der Frühling, der sich wieder Bahn bricht. Die Wärme und die hellen Tage, die kommen. Die Vorfreude auf Neuanfänge, auf erste Urlaube, auf schöne Veranstaltungen, auf das Leben, das wieder mehr draußen stattfindet. Die Freude über das Gute, das Gott uns schenkt – oft in den kleinen Dingen. Eine Ernte nach langer Arbeit. Ein Lächeln. Ein geteilter Moment.

Diese Freude ist keine naive Weltflucht. Sie steht am Ende einer Leidensgeschichte – und gleichzeitig mitten in einer neuen Geschichte, in der Gottes Fürsorge spürbar wird. Freude und Tränen schließen einander nicht aus. Sie gehören zusammen im Leben eines jeden Menschen – ob im Luxusappartement, in der Plattenbauwohnung, unter der Brücke im Schlafsack oder auf einer einsamen Insel. Solange wir Menschen sind, werden uns Gefühle durch den Alltag begleiten. Das verbindet uns alle.

Vielleicht liegt darin ein Trost: Es geht allen so. Wir sind nicht allein mit unseren Tränen und nicht allein mit unserer Freude. Und Gott ist in beidem da – im Weinen wie im Lachen. Er verwandelt die Tränen in Hoffnung und lädt uns ein, die Freude zu teilen. Denn seine Gaben sind nie nur für uns allein gedacht, sondern zum Teilen bestimmt.

Der Frühling kommt – und mit ihm die Erinnerung daran, dass nach jedem Winter neues Leben aufbricht. Gerade jetzt, wo wir zwischen Tränen und Freude pendeln, dürfen wir uns von dieser Kraft berühren lassen. Erich Kästner hat es wunderbar eingefangen:

Die Sonne lockt nach einem Weilchen
die schönsten Dinge an das Licht,
zum Beispiel: Birkengrün und Veilchen,
und Reiselust und Liederzeilchen,
und manches lächelnde Gesicht.

Der Frühling neckt uns. Wir erwachen.
Die Welt wird wieder froh und grün
und möchte sich vertausendfachen.
Die Blumen blühen, wenn sie lachen.
Die Frauen lächeln, wenn sie blühn.

Ihre Juliane Bach

Bericht aus dem GKR

– Abschied und Neubeginn des GKR – Mitarbeit im Ehrenamt – Gemeindebeirat – Kirchenmusik – Vermietung Villa –

Liebe Gemeinde,

Sie alle hatten die Wahl – und etwa zehn Prozent der knapp 1.700 wahlberechtigten Gemeindemitglieder haben ihr Stimmrecht genutzt und am 30.11.2025 abgestimmt. Für die kommenden sechs Jahre wurde ein neuer GKR gewählt. Acht Älteste und eine Ersatzälteste werden sich in dieser Zeit ehrenamtlich den vielen verschiedenen Aufgaben und Herausforderungen der Gemeindeleitung widmen.

Die scheidenden GKR-Mitglieder: Maik Heinold, Smilla Braumann, Ines Mönch, Michael Land

In der letzten (33.) Sitzung der nun endenden Legislatur waren die Mitglieder des bisherigen und des neuen GKR zu einer gemeinsamen Sitzung eingeladen und konnten anschließend bei einem gemeinsamen Abendbrot und Austausch den Abend ausklingen lassen.

So beginnt nun eine neue Zeit in neu gewählter Zusammensetzung. In einem sehr bewegenden und feierlichen Gottesdienst wurden am 18.12.2025 zuerst die scheidenden GKR-Mitglieder Smilla Braumann, Maik Heinold, Michael Land und Ines Mönch mit Dank und Segen verabschiedet. Neu aufgenommen und eingesegnet wurden anschließend Christiane Albrecht-Podschus, Martina Altenburg, Andreas Iskraut, Dr. Matthias Krüger, Alexander Mattern, Lars Mönch, Mario Storch und Johanna Werner.

Der neugewählte Gemeindekirchenrat (v.l.n.r.): Lars Mönch, Andreas Iskraut, Alexander Mattern, Juliane Bach, Mario Storch, Johanna Werner, Matthias Krüger, Martina Altenburg, Christiane Albrecht-Podschus, Irmgard Dietzel-Meyer

Mit herzlichen Worten und dem Segen Gottes dankte Juliane Bach schließlich auch den Ältesten des GKR unserer Nachbargemeinde Baumschulenweg für ihre wertvolle Arbeit. In seiner Predigt fand Theologe Mario Storch für alle Kommenden und Gehenden stärkende Worte: Gottes JA trägt uns – auch unseren Zweifel, unsere Klarheit und unser JEIN.

Mitte Januar fand die erste und somit konstituierende Sitzung des neu gewählten GKR statt. Hier haben wir zuallererst den Vorsitz gewählt. Wir freuen uns, dass sich Dr. Matthias Krüger weiterhin dieser besonderen Aufgabe stellen und widmen wird!

Verschiedene weitere Ausschüsse und Ämter konnten ebenfalls besetzt werden. Andere sind noch offen oder brauchen Verstärkung. Hierfür suchen wir noch Menschen, die sich gerne einbringen möchten:

Haben Sie Interesse, sich bei der Planung und Vorbereitung unserer Gemeindefeste, der Gestaltung unseres Gemeindegrußes oder anderweitigen Aufgaben zu engagieren? Würden Sie gerne Kindergottesdienste mitgestalten oder liegt Ihnen etwas ganz anderes am Herzen? Vor allem in der Arbeit mit Senioren – im Besuchdienst und bei regelmäßigen Treffen – werden helfende Hände gesucht. Unsere Ehrenamtlichen geben gerne ihre Erfahrungen weiter. Probieren Sie sich einfach aus.

Auch ein Gemeindebeirat wird zeitnah berufen werden. Hier treffen sich die Hauptamtlichen, sowie Vertretende der verschiedenen Gruppen und Kreise, um bei der „Planung und Koordinierung sowie bei der Beratung von Einzelfragen der Gemeindearbeit“ (Zitat Grundordnung) mitzuwirken. Wir freuen uns also, wenn Sie (wieder) teilnehmen möchten.

Als nächstes fahren wir Ende Februar als neuer GKR zusammen mit einigen Hauptamtlichen auf eine gemeinsame Rüstzeit, wo wir miteinander in den Austausch kommen und Schwerpunkte der gemeinsamen Arbeit festlegen wollen. Themen gibt es mehr als genug. Bewährt hat sich beim letzten Mal gerade auch das Beisammensein in lockerer Atmosphäre zu den gemeinsamen Mahlzeiten, auf Spaziergängen und geselligen Spieleabenden, welches sehr zum Zusammenwachsen der Gruppe
beigetragen hat.

Bisher haben wir leider noch keine Neuigkeiten auf der Suche nach einer Besetzung unserer Stelle für Kirchenmusik zu vermelden. Wir alle hoffen aber sehr, dass sich das bald ändern wird. Die erneute Stellenausschreibung läuft noch.

Im letzten Gemeindegruß hat Lars Mönch Ihnen ausführlich von der Sanierung unserer kleinen Villa berichtet. Die Sanierungsarbeiten sind inzwischen abgeschlossen – das umfangreiche Projekt ist beendet und eine echte Kostbarkeit entstanden. Die Gesamtausgaben sind mit 818.000 € sogar unter den veranschlagten 866.000€ geblieben, was der recht stringenten Umsetzung der Sanierungsarbeiten geschuldet ist. Nun fehlen nur noch ein paar Kleinigkeiten wie beispielsweise eine Umzäunung des Geländes. Bereits gefunden wurde eine Familie, die Anfang des Jahres einziehen und Leben in die frisch instandgesetzten Gemäuer bringen wird. Bald werden Sie also wieder erleuchtete Fenster an der
Ecke Sterndamm/Heubergerweg sehen können.

Wir wünschen Ihnen ein gesegnetes und vergnügtes neues Jahr 2026!

Johanna Werner
im Namen des Gemeindekirchenrats

Rückblick: Die Gemeinde auf dem Weihnachtsmarkt vom Kiezklub Johannisthal

Jetzt komme ich in die Kirchenzeitung“, freute sich Lutz Sonntag (links), Leiter des Kiezklubs Rathaus Johannisthal, und er hat es verdient: Der von ihm bestens organisierte fröhliche Weihnachtsmarkt mit nervenkitzeligem Feuerzauber, allerhand Kindervergnügen und vielfältigem Ausstellerangebot lockte am Nikolaustag Klein und Groß in Rathaushof und -souterrain.

Die Kirchengemeinde Johannisthal war mit einem schönen Infostand dabei und gut positioniert neben einer wackeren Leierkasten-Dame, die für stimmungsvolle Weihnachtsmusik sorgte. Das kirchliche Angebot, vor allem die hübschen „Kerze-und-Zweigleinin-Apfel-Gestecke“ des Bastelteams um Maik Hainold, fand großen Anklang. Manch gutes Gespräch konnte geführt werden. Kirche mitten im Leben –
so soll es sein!

Michael Land

Ergebnisse der GKR-Wahl

Am 30. November 2025 wurde im Johannisthaler Gemeindesaal zwischen 9:00 und 18:00 Uhr die Wahl zum neuen Gemeindekirchenrat durchgeführt.

Vor und nach dem Gottesdienst nahmen etwa zwei Drittel der Wähler:innen, die in den Gemeindesaal kamen, an der Wahl teil, dennoch wurde es bis 18:00 Uhr für den Wahlvorstand selten langweilig. Einige Mitglieder der Gemeinde hatten schon vorher von der Möglichkeit der Briefwahl und deutlich mehr Wähler:innen von der erstmals durchgeführten Online-Wahl Gebrauch gemacht.

Insgesamt haben 164 der 1.659 Wahlberechtigten an der Wahl teilgenommen. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von 10,1 %, eine Steigerung im Vergleich zur letzten Wahl, die vermutlich besonders auf die Möglichkeit der Online-Wahl zurückzuführen ist. Bei der Wahl konnten bis zu acht Kandidat:innen pro Stimmabgabe gewählt werden.

Zum Schluss noch einen herzlichen Dank an die weiteren Mitglieder des Wahlvorstandes: Dörte Braumann, Rieta Thierbach, Marie Kloss und Anja Herwig.

Die Vorsitzende des Wahlvorstands
Smilla Braumann

Aus der Arbeit des GKR – ein Jahresrückblick 2025

Liebe Gemeindemitglieder,

wenn ich auf das Jahr 2025 zurückblicke, erfüllt mich große Dankbarkeit. Es war ein Jahr, das in vielerlei Hinsicht von Abschlüssen und Neubeginnen geprägt war – ein Jahr, in dem sich lange Wege endlich zum Ziel führten und Neues Gestalt annahm.

Wichtige Bauprojekte und Entwicklungen

Nach über vier Jahren intensiver Vorbereitung konnten wir im September 2025 das Miethaus am Sterndamm 94 und das dazugehörige Flurstück an den Erbbaupächter übergeben. Dem vorausgegangen war im Frühjahr ein erfolgreicher gerichtlicher Vergleich, der eine gute Lösung für die Mieterinnen und Mieter des Hauses brachte. Seit Juli steht das Gebäude leer – und in den kommenden zwei Jahren werden auf dem Grundstück zwei neue Wohnblöcke mit zahlreichen Wohneinheiten entstehen, darunter auch eine Pfarrwohnung. In einem der Häuser ist der Einzug einer kirchennahen Stiftung geplant. Über den Fortgang der Bauarbeiten und die weitere Entwicklung des Areals werden wir regelmäßig in Informationsveranstaltungen berichten.

Auch an der Villa konnten die umfangreichen Sanierungsarbeiten in diesem Jahr abgeschlossen werden. Nach intensiver, fachkundiger Arbeit erstrahlt das Haus nun wieder im denkmalgerechten Glanz und ist zum Jahresende bezugsfertig. Mein herzlicher Dank gilt allen, die dieses große Projekt über Jahre begleitet haben – den beteiligten Gewerken und dem Denkmalschutz, besonders aber unserem Architekturbüro unter der Leitung von Herrn Perfler. Ein besonderer Dank geht an unsere engagierten Ehrenamtlichen: an Lars Mönch, der als Ansprechpartner stets den Überblick behielt, an Dr. Matthias Krüger, der uns umsichtig durch die finanziell anspruchsvolle Phase führte, und an Maik Heinold, der den Garten liebevoll gepflegt hat. Ihnen allen gilt unser aufrichtiger Dank!

Veränderungen im Gottesdienstteam

Zum Jahresende mussten wir uns von Pfarrerin Stefanie Hoffmann verabschieden, die über mehrere Jahre mit einem Predigtauftrag in unserer Gemeinde tätig war. Für ihren Dienst danken wir ihr von Herzen. Zugleich durften wir mit Mario Storch ein neues Gesicht in unserem Lektor:innen- und Predigtteam begrüßen. Gemeinsam mit Dr. Thomas Menn und Maik Heinold wird er künftig das Gottesdienstleben bereichern. Zudem wird Michael Land im kommenden Jahr seine Ausbildung zum Lektor abschließen – wir freuen uns schon jetzt auf seine ersten Gottesdienste und Andachten. So wächst und entfaltet sich das geistliche Leben unserer Gemeinde weiter, vielfältig und lebendig.

Ein neuer Anfang

Ein besonderer Moment des Jahres war für mich persönlich die Einsegnung im September. Ich wurde offiziell als Pfarrerin in der Kirchengemeinde Johannisthal für bis zu zehn Jahre übernommen – ein Anlass großer Freude und Dankbarkeit. Das herzliche Willkommen, das ich aus der Gemeinde erfahren durfte, hat mich sehr bewegt.

Nachhaltigkeit und Zukunftsblick

Seit Ende Oktober dürfen wir uns offiziell „Faire Gemeinde“ nennen – ein Titel, der mit Verantwortung einhergeht. Wir verpflichten uns damit, nachhaltiger zu wirtschaften und auf faire, umweltfreundliche Produkte zu achten. Außerdem wollen wir weiterhin Veranstaltungen mit ökologischem Fokus anbieten – etwa den beliebten Rad-Repair-Tag, der im kommenden Frühjahr erneut stattfinden wird. Mein Dank gilt hier besonders dem engagierten Klima-Team mit Jim Heymel, Anne Mattern und Johanna Werner, die mit viel Herz und Verlässlichkeit an diesen Themen arbeiten.

Dank und Gemeinschaft

Nicht unerwähnt bleiben soll die Arbeit des Gemeindekirchenrats in den vergangenen drei Jahren. Sie war herausfordernd – finanziell, baulich und personell – und zugleich fruchtbar. Gemeinsam haben wir viel bewegt, neue Veranstaltungsformate wie die Kiez-Feste oder die „Feierabende“ etabliert und gepflegt, und sind dabei als Team eng zusammengewachsen.

Musikalische Akzente

Auch musikalisch war 2025 ein Jahr voller Höhepunkte. Kantor Martin Fehlandt hat mit großem Engagement wieder zahlreiche musikalische Schätze zum Klingen gebracht: von der Musik zum Wochenausklang über das Frühlingskonzert bis hin zur feierlichen Einweihung des neuen Flügels im Oktober und dem festlichen Weihnachtsoratorium im Dezember. Mit seinem Ruhestand im kommenden Sommer endet eine prägende Ära unserer Kirchenmusik. Wir sind dankbar für alles, was er unserer Gemeinde geschenkt hat – und freuen uns auf die gemeinsame Zeit, die noch vor uns liegt.

Ausblick

Mit all diesen Entwicklungen geht unsere Gemeinde gestärkt ins neue Jahr. Wir dürfen dankbar zurückblicken und zugleich mit Zuversicht nach vorn schauen.

„Alles hat seine Zeit“ – dieser Satz könnte über dem Jahr 2025 stehen. Zeit für Abschluss und Neubeginn, Zeit für Veränderung und Vertrauen. Ich danke allen, die unsere Gemeinde mit ihrem Engagement, ihren Ideen, ihrer Zeit und ihren Gebeten tragen. Ich freue mich darauf, auch im kommenden Jahr gemeinsam mit Ihnen Kirche zu gestalten – lebendig, offen und voller Hoffnung.

Ihre Juliane Bach

Ein Förster beflügelt Johannisthal

Wir haben in diesem Jahr ein ganz besonderes Gemeindemitglied in Johannisthal aufgenommen. Seit Februar gehört es zu unserer Kirche. Doch noch bevor es hier empfangen werden konnte, galt es für unseren Kantor und seinen Begleiter aus der Kantorei, eine gute Auswahl zu treffen und den auserwählten Kandidaten sorgfältig für die neue Aufgabe vorzubereiten. Mit Baujahr 1971 bringt er durchaus einige Erfahrung für seine zukünftige Position mit. Er kommt aus dem Hause Förster, dessen familiäre Tradition bis 1859 zurückreicht. Und damit ist er bekannt für eine sehr gute Stimmhaltung, sowie einen warmen, transparenten Klang und zudem berühmt für seine wohlklingenden, voluminösen Bässe. Denn: Förster baut Flüüüüügel!

Am Sonntag, den 19. Oktober, wurde er nun endlich in besonders feierlichem Rahmen in seine neue Arbeit im Kirchsaal unserer Gemeinde eingeführt: Unser neuer Flügel – hergestellt von der Firma August Förster, die seit den 1860er Jahren unverändert in dem gleichen Gebäude des Löbauer Werks in Manufaktur-Bauweise fertigt. Hier wurden nie Kompromisse in der Qualität gemacht und dieses Credo auch zu DDR-Zeiten beibehalten: Von staatlicher Seite wurde damals immer für gutes Material gesorgt. Und so waren Klaviere und Flügel von Förster aus Löbau und Blüthner aus Leipzig wichtige und renommierte Exportgüter.

Unser „Neuer“ ist Ende 2024/Anfang 2025 von der Berliner Klavierbauwerkstatt House of Pianos (Inh. Christophorus Goecke) generalüberholt worden. In großem Aufwand wurden neue Hammerköpfe und Saiten eingesetzt, die Oberfläche und das gesamte Spielwerk überarbeitet und neu eingestellt.

Vom Ergebnis dieser Wertarbeit und ihrer erneuten Instandsetzung konnten sich an besagtem Sonntag alle Anwesenden überzeugen lassen. Unter ihnen ein Ehrengast, dessen Initiative den Anstoß und auch die Finanzierung gaben: Superintendent Hans-Georg Furian.

2024 zu Gast bei einer Kantorei-Probe fragte er nach, was der Gemeinde für die kirchenmusikalische Arbeit fehlen würde. Die Antwort kam prompt: Ein guter Flügel. Der alte erfüllte nicht die Anforderungen eines Konzertflügels, wie sie für die ambitionierte Kirchenmusik der Gemeinde erforderlich wäre. Ebenso schnell und unkompliziert kam die Antwort aus dem Kirchenkreis Süd-Ost: Die Gemeinde Johannisthal würde die Anschaffung eines Flügels vom Kirchenkreis finanziert bekommen.

Viele von Ihnen waren an diesem klangvollen Sonntag mit dabei und konnten sich von den vielfältigen Klängen des besonderen Abends mitreißen lassen. Der Saal war so voll wie üblicherweise an den besonderen christlichen Feiertagen. Es gab schließlich ein großes Geschenk zu bewundern. Hervorragend herausgelockt von vielen künstlerischen Händen an den schwarzen und weißen Tasten konnten die Anwesenden die hohen und tiefen, die lauten und leisen, superschnellen und langsamen Töne begrüßen…

Eine unfassbare Vielfalt an Klaviermusik zu zwei, vier oder sechs Händen, in Kombination mit Cello, zusammen mit der Johannisthaler Kantorei und sogar die Klänge einer Djembe erfüllten den Saal und die Herzen der Lauschenden. Niemand blieb wohl unberührt von soviel Klangschönheit und Schwingungen im Raum.

Unser herzlichster Dank gilt dem Kirchenkreis und seinem Superintendenten für dieses überraschende Geschenk. Dafür, dass dessen helle und dunkle Saiten für uns alle erlebbar wurden, danken wir unserem Kantor Martin Fehlandt und ganz besonders dem Kantoreimitglied und Leiter der Joseph-Schmidt-Musikschule, Mark Anders, dessen Expertise und Engagement uns zu unserem „Förster“ gebracht haben.

Und nicht zuletzt gilt unser Dank und unsere große Bewunderung allen Musizierenden, die dieses Konzert mit ihren beeindruckenden Beiträgen und ihrer Fingerfertigkeit so kunstvoll bereichert haben. So bleibt zu hoffen, dass sich die Verbindung unserer Gemeinde zur Joseph-Schmidt-Musikschule aufrecht erhalten lässt und dies erst das Auftaktkonzert zu vielen weiteren dieser Art gewesen sein wird.

Möge unser „Förster“ während seiner Dienstzeit in Johannisthal viel(e) Harmonie(n) verströmen und immer guter Stimmung sein.

Johanna Werner