Archiv der Kategorie: Andacht

Frieden stiften

In New York am Sitz der Vereinten Nationen steht seit über 60 Jahren ein Muskelprotz, der mit einem erhobenen Hammer auf etwas einschlagen will, das – es ist dem oberen Teil dieses Etwas anzusehen – wohl mal ein Schwert gewesen ist, unten deutet sich schon die Wandlung zu einem Pflug an. Als Erklärung dient ein Bibelverweis: Micha 4.

Das New Yorker Denk- oder Mahnmal ist in den achtziger Jahren zum Symbol der Friedensbewegung geworden. Auf Vlies gedruckt, weil das als Textilveredelung galt und deshalb nicht genehmigungspflichtig war, diente der Muskelprotz als Lesezeichen und Aufnäher auf Oberbekleidungsstücken.

In der Bibel gibt es in anderem Zusammenhang, bezogen auf eine andere Lage, auch das Gegenteil: Die Aufforderung, aus Pflugscharen nun doch Schwerter zu machen.

In Micha 4 aber handelt es sich eben nicht um eine Aufforderung, sondern um ein Versprechen: Die von Gott ausgehenden Wegweisungen werden so überzeugend, klar und auch verlässlich sein, dass sich die Völker auf sie einlassen und daraufhin die Schwerter und Spieße überflüssig werden und einem sinnvolleren Zweck zugeführt werden können. Dafür ist dann der Schmied zuständig.

Der Schmied in New York war ein Geschenk der „Völker der Sowjetunion“, zu denen natürlich Russen und Russinnen, aber auch Ukrainer und Ukrainerinnen gehörten, an die Vereinten Nationen zu deren 10jährigem Jubiläum. Was ich sagen will: Wir erwarten diese überzeugende und Frieden ermöglichende Weisung von hier, von den Vereinten Nationen, die mit dem von allen akzeptierten Völkerrecht eine wichtige Grundlage für den Frieden setzen. Streitfragen und Keime des Unfriedens werden hier geklärt. Die zentrale und von allen akzeptierte „Weisung“ ist die Bedingung des Friedens.

Sicher ist in Micha 4 mehr gemeint als solch ein Völkerrecht und eine darüber wachende Institution. Die Vereinten Nationen sind auch bloß eine Verabredung, nicht göttliches Recht. Aber diese Verabredung ist ein irdischer Anfang, der nicht hoch genug
zu schätzen ist.

Neben dem hilflosen Entsetzen über all das menschliche Leid, das der Überfall auf die Ukraine ausgelöst hat, ist das das Erschreckendste: Es wird die gemeinsame Basis des Zusammenlebens auf unserem Planeten verlassen. Und nicht nur verlassen: Sie wird
zynisch verhöhnt und mit Füßen getreten.

Das ist eine jämmerliche Bankrotterklärung aller Menschlichkeit dort, wo man zu solchen Mitteln greift und sich über alles einfach hinwegsetzt.

Dass der Schmied sich an die Arbeit machen kann, ist wenn, dann die Folge einer Verständigung. Solch eine Verständigung zu befördern, wo es nur irgendwie geht, oder zumindest anzumahnen, ist in der Folge von Micha 4 unsere Aufgabe als Christen und als Kirche. Pazifismus ist eine Erfindung Jesu, der damit aber nicht einer Passivität das Wort redet, sondern Aktivität adelt:

Die, die „Frieden machen“ sind als Gottes Kinder glücklich zu preisen.

Es ist ein Treppenwitz der Kulturgeschichte, dass Luthers dafür erfundene Formulierung „friedfertig“ – da steckt eben „fertigen, machen“ im Wort – im heutigen Sprachgebrauch genau das meint, was er damals als Missverständnis auszuschließen versucht hat. Darum aber wird es gehen in den nächsten Wochen und Monaten und mit Ostern
sowieso: Wege zu suchen, hoffentlich zu finden, in jedem Fall anzumahnen, die zum Frieden führen.

Wahrscheinlich werden es erst einmal eher Trampelpfade sein, aber in kleinen Schritten wenigstens wollen wir zu einem so verlässlichen Frieden kommen, der es erlauben würde, aus Schwertern wieder Pflugscharen, aus Panzern Rasenmäher und aus Gewehren andere Haushalts- oder Gartengeräte zu machen, gern auch im Umfang von 100 Milliarden Euro.

Ich wünsche Ihnen allen viel Zuversicht, Mut und noch mehr Phantasie zum „Friedenstiften“, wo immer es geht. Und in jedem Fall – aber das ist eigentlich dasselbe: Fröhliche und gesegnete Ostern.

Ihr Pfarrer Hartmut Scheel

Angedacht

„Gott spricht: „Siehe, ich will Neues schaffen.
Jetzt wächst es auf, erkennt ihr es denn nicht?“
Jesaja 43,19

Dieses Bibelwort aus dem Alten Testament formuliert eine wunderbare Zusage Gottes an die Menschen. Es sind kraftvolle und lebendige Worte, die uns hier überliefert sind, gesprochen von einem großen Propheten Gottes, vor über 2500 Jahren – und ursprünglich gerichtet an das Volk Israel. Sie sollten wissen, dass ihr Gott Neues schaffen will; ja, mehr noch, dass dieses Neue bereits „im Werden“ ist und aufwächst.

Als die Israeliten diese Worte seinerzeit hörten, müssen sie doch ihren Ohren kaum getraut haben. Denn was sie gerade erlebten, war alles andere als eine gedeihende und auf Zukunft ausgerichtete Zeit. Sie befanden sich weit weg von ihrer Heimat; lebten im Exil. Ca. 70 Jahre zuvor hatten die Babylonier ihr Land und ihre heilige Stadt Jerusalem zerstört. Die Israeliten selbst, vor allem die Ober- und Mittelschicht, hatte der feindliche König Nebukadnezar nach Babylon deportiert. Seitdem lebten sie entwurzelt in Babylon – und auch ohne Hoffnung, je wieder nach Hause zu können. Und jetzt spricht der Prophet nun im Namen Gottes solche Worte:

„Gott spricht:
Siehe ich will Neues schaffen!
Jetzt wächst es auf.
Erkennt ihr es denn nicht?“

Mancher Zuhörer wird sehr skeptisch gewesen sein, andere haben es sicher für Ironie gehalten. Die Freude jedenfalls, die eine solche Prophetie in den Herzen der Menschen auslösen sollte, ließ bei den Meisten erst einmal auf sich warten.

Sie wurde aber bald darauf umso lebendiger. Denn, so berichten die Geschichtsschreiber, die Babylonier verloren ihre Vorherrschaft in der Region. Die Perser waren nun die Mächtigen. Und der König der Perser war bereit, die Israeliten wieder heimkehren zu lassen. Es war geradezu ein Wunder. Manche Israeliten waren noch jung, sie waren erst im Exil zur Welt gekommen, daher kannten sie die alte Heimat nicht. Aber die Alten, die konnten es kaum fassen, denn sie hatten den Jüngeren all die Jahre von der Schönheit Jerusalems und dem herrlichen Land Israel erzählt. Und nun konnten sie heim. Viele Israeliten kehrten zurück. Sie krempelten die Ärmel hoch und bauten Jerusalem und ihr Land wieder auf. Sie setzten ihre ganze Kraft dafür ein, damit das verheißene „Neue Gottes“ immer mehr Gestalt annimmt. Und Gott selbst half ihnen dabei, vor allem durch viele liebende und stärkende Worte durch seine Propheten. Gott wollte Neues schaffen, damals, vor 2500 Jahren in Israel.

Aber Gott will auch heute Neues schaffen, denn er ändert sich nicht. Er lst derselbe, gestern, heute und in Ewigkeit. Und sein Wort vergeht nicht, es ist heute genauso präsent und wirksam wie zur Zeit der Propheten. Auch heute noch gelten seine Zusagen an seine Geschöpfe, auch an uns. Denn noch heute liebt er die Menschen bedingungslos, ohne Ausnahme.

Und auch heute noch steht Gott zu seinem Maßstab: Freiheit statt Gefangenschaft, Aufbau statt Zerstörung, Leben-Schaffendes statt Leben-Vernichtendes – überall auf der Welt.

Doch schauen wir heute, am Anfang dieses Jahres 2022, auf die Realitäten, fällt auch nicht wenigen von uns sicher die Freude über diese Zusage Gottes

„Siehe, ich will Neues schaffen.“

schwer, wenn auch aus anderen Gründen als bei den Israeliten seinerzeit. Zahlreiche Krisenherde, Klimawandel, Covid, Inflation, das sind nur einige Beispiele. Und vor allem die Bedrohung der Existenz so vieler Menschen auf der Welt, die ihr Leben für ein besseres Morgen aufs Spiel setzen. Unzählige Kinder, die versuchen, sich allein durchzuschlagen, oder aber als Soldaten oder Gespielinnen missbraucht werden.
Es ist erdrückend. Und wir sitzen in Sicherheit und können für die Dramen der Welt eigentlich nur beten und / oder spenden.

Doch Gott spricht in diese, aus menschlicher Sicht unlösbaren Situationen, genauso hinein:

„Siehe, ich will Neues schaffen.
Jetzt wächst es auf,
erkennt ihr es denn nicht?“

An diesen Worten möchte ich trotz allem festhalten, darauf vertrauen, dass Gott zu seinem Wort steht, und dass er immer wieder Neues schafft, was wir oft nur nicht erkennen. Nehmen wir aber den Fall der Mauer. Ich hätte das nie für möglich gehalten. Doch es geschah. Durch das Handeln unzähliger Menschen, die die Ärmel hochgekrempelt haben, im wörtlichen und auch im übertragenen Sinn. Und mit der Hilfe Gottes Neues Wirklichkeit werden ließen, neue Wege der Freiheit.

„Siehe, ich will Neues schaffen.“ – Das sagt Gott auch uns als Gemeinden zu. Denn gerade wir Gläubigen sind doch gerufen, dieses „Neue Gottes“, das er schon in uns – und um uns herum – angelegt hat, mit unseren Händen und Füßen weiter aufzubauen – und ihm mehr Gestalt zu geben. Doch was ist dieses „Neue Gottes“ denn konkret für unsere beiden Gemeinden? Das weiß nur Gott selbst. Aber ich bin überzeugt, dass er es uns erkennen lässt, wenn wir ihn gemeinsam darum bitten. Ich bin schon deshalb sehr gespannt auf dieses Jahr 2022 mit Ihnen allen! Gott segne Sie!

Ihre Pfarrerin Ute Pfeiffer

Angedacht

Freu dich und sei fröhlich, du Tochter Zion!
Denn siehe, ich komme und will bei dir wohnen,
spricht der Herr.

Sacharja 2,14

Natürlich, das steht fast genau so im Gesangbuch und wird in der Vorweihnachtszeit gern geschmettert. Der Vers aus dem alten Propheten Sacharja diente 1826 dem jungen fränkischen Pfarrer Friedrich Ranke, einem Bruder des berühmten Historikers, als Vorlage für den Text des Liedes. Die Musik dazu borgte man sich beim großen Georg Friedrich Händel – fertig war unsere Vorweihnachtsfanfare.

Natürlich: Im Dezember ruft der Kalender alle Jahre wieder Weihnachten auf, das größte Fest der Menschheitsgeschichte, das überall gefeiert wird, oft nach unserer Vorlage: Ich habe in Südafrika gleichzeitig die Vorweihnachtszeit mit Schlitten- und Schneeflockensymbolen und den Beginn der Badesaison erlebt, in Daressalam bin ich eine ganze afrikanische Sommernacht hindurch mit vor allem deutschen Weihnachtsliedern bedudelt worden.

Der Monatsspruch für den Weihnachtsmonat will aber nicht nur einen kalendarischen Mechanismus in Gang setzen, sondern uns an das erinnern, worum es geht: Freude! In die dunkle Jahreszeit hinein, die sich auch auf so manche Seele legt, wird Licht angesagt und damit Freude, Lebensfreude herausgefordert.

Es gibt in der Adventszeit eine merkwürdige Widersprüchlichkeit: Es ist eigentlich eine Buß- und deshalb eine Fastenzeit, was dort, wo es das gibt, an der violetten liturgischen Farbe zu erkennen ist. Die Weihnachtsbäckerei mit ihren besonderen Produkten ist eigentlich der Versuch, mit nicht oder noch nicht verbotenen Backzutaten die Fastenregeln zu umgehen. Was eben auch heißt: Die Vorbereitungszeit ist schon in die Freude getaucht, die sich dann am Fest Bahn brechen will. Es ist im Gegensatz zu den geheim gehaltenen Geschenken nicht unter dem Deckel zu halten.

Weihnachten ist für das Gefühl vieler Menschen zu dem Hochfest im Jahreslauf geworden, weil die Freude so in den Mittelpunkt gerückt wird. Dort, in den Mittelpunkt des Lebens und des Glaubens, gehört sie hin. Und das gilt eigentlich nicht nur für das Fest und die Festzeit, sondern setzt ein Zeichen über das ganze Jahr. Der christliche Glaube verdankt sich nach Einsicht der Reformatoren einer freudebereitenden Botschaft: Eu-Angelion griechisch, lateinisch Evangelium. Das ist unser alles andere bedingende Grundton. Eigentlich wird bei uns also durch den ganzen Kalender Freude vermittelt – so sollte es sein. Es ist schon merkwürdig, dass die evangelische Christenheit sich eher den Ruf von Verbissenheit erworben hat. Immerhin: Weihnachten ist von außen wahrgenommen für ganz viele ein deutsches Fest, zumindest in vielen Bräuchen und Klängen von uns geprägt. In Rothenburg ob der Tauber gibt es ein ganzjährig geöffnetes Weihnachtskaufhaus für die asiatischen Touristen.

Die Weihnachtszeit hier bei uns ist eine gute Gelegenheit, diese grundlegende Freude in den Blick zu nehmen und immer wieder neu einzuüben, vor allem zu singen:

„Tochter Zion, freue dich,
jauchze laut, Jerusalem!
Sieh, dein König kommt zu dir,
ja er kommt, der Friedefürst.
Tochter Zion, freue dich,
jauchze laut, Jerusalem!“

Teilen Sie in diesen Tagen Ihre Freude mit uns und nehmen Sie diese Freude mit in den Alltag des Lebens!

Ganz herzliche Einladung und Grüße
Ihr Pfarrer Hartmut Scheel

Angedacht

„Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn, drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm, dankt – und hofft auf ihn.“

EG Nr. 508

Liebe Leserin, lieber Leser,

die obige Zeile ist der Refrain des Liedes „Wir pflügen und wir streuen“. Ich mag dieses Lied besonders gern, weil es das Miteinander von Gott und Mensch, von Schöpfer und Schöpfung, von Himmel und Erde, in wunderbaren Worten beschreibt. Da heißt
es:

„Wir pflügen und wir streuen den Samen auf das Land, doch Wachstum und Gedeihen steht in des Himmels Hand.“

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Wie lieblich sind deine Wohnungen, HERR Zebaoth!

Meine Seele verlangt und sehnt sich nach den Vorhöfen des HERRN;
mein Leib und Seele freut sich in dem lebendigen Gott.

Psalm 84,2-3

Über dem Portal der Sophienkirche in Mitte – übrigens auch ursprünglich als ein einfacher Betsaal gebaut, ohne Turm und baulichen Schmuck – lädt die erste Zeile dieses Psalms ein. Gelegentlich haben sich Touristen bei uns danach erkundigt, wer denn der Herr Zebaoth gewesen ist, der erste Sponsor vielleicht?

Das in Kapitälchen geschriebene Herr ist ein Platzhalter für den heiligen Namen Gottes „Jahwe“. Und „Zebaoth“ ist ein die alles verändernde Macht Gottes unterstreichender Zusatz, zu übersetzen etwa mit „der Heerscharen“. Der Anspruch ist hoch: Unsere Kirchen stehen in der Tradition des Jerusalemer Tempels. Dieser Psalm ist der Bibelvers für das Kirchweihfest. Alle unsere Nachforschungen lassen vermuten, dass es auch die Überschrift für die Einweihung der Johannisthaler Kirche am 3. Juli 1921 – vor 100 Jahren jetzt – gewesen ist. Im Original des Psalms geht es natürlich um den Jerusalemer Tempel, die Vorhöfe waren der Bereich für die Normalsterblichen, in dem sie Anteil bekamen am Heiligen: ein Sehnsuchtsort, an dem die Welt in Ordnung ist und unbestreitbare Zugehörigkeit erlebbar wird. Hier wird die Seele aufgebaut und Lebensfreude vermittelt.

Das ist vielleicht überraschend, dass es in der Kirche um Freude geht. Die Vermutung ist ja eher, dass bei uns das schlechte Gewissen kultiviert wird. In der Weimarer Republik, als die Kirchen auf Distanz zum Staat gingen, mussten dann auch eigene Fahnen erfunden werden. Katholisch wurde es gelb, die Evangelischen entschieden sich für Violett: die Farbe der Buße. Vielleicht als ein Akt der Bescheidenheit gemeint, aber die landläufigen Verdächtigungen werden so bestätigt. Schon damals ist der Vorschlag eines fröhlichen Blaus dagegengesetzt worden. Die optische Nähe zu Finnland, wo die glücklichsten Menschen leben sollen, wäre ja nicht schädlich gewesen, zu Schottland auch nicht.

Natürlich ist so ein Jubiläum, wie wir es im August in Johannisthal feiern werden, ein erfreulicher Anlass. Wenn es gut geht, dann wollen wir aus diesem Fest diese Freude mitnehmen in die nächsten 100 Jahre.

Wir sind „evangelische“ Kirche, die den Anlass zu großer Freude in ihrem Namen trägt: Es ist eine „gute Botschaft“, die uns einlädt und die uns ausmacht. Die Geste wäre nicht der erhobene Zeigefinger, sondern der Fingerzeig auf die erfreuende Mitte, die Leib und Seele, das heißt, den ganzen Menschen und den Menschen ganz betrifft und mitreißt. Wo es um Gott geht, geht es um Lebensfreude, um Aufbau für Leib und Seele, um Kraft und Ermutigung, ganz bestimmt nicht um Demütigung. Damit sich das herumspricht und vielleicht ein paar alte Verdächtigungen richtiggestellt werden, feiern wir unser Jubiläum. Und: Damit wir nicht vergessen, dass wir als Gemeinde der Freude für Johannisthal und für Baumschulenweg verpflichtet sind.

Ganz herzliche Einladung
und Grüße,
Ihr Pfarrer Hartmut Scheel

4. Sonntag nach Trinitatis, 27. Juni 2021

Der 4. Sonntag nach Trinitatis ist der Sonntag des Nächsten. Die ausgewählten biblischen Texte machen die Zuwendung zum Nächsten zur christlichen Aufgabe. Nicht als Bewährungsauftrag, sondern als nur logische Konsequenz dessen, wovon wir leben können: Wenn wir von Gottes Gnade leben können, von seiner Zuwendung – wie könnten wir sie für uns behalten? Des andern Last können wir tragen, weil uns unsere eigene Last schon abgenommen ist.

Wochenspruch:

Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.

Galater 6,2

Wochenpsalm: 42 (2-6)

2 Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu dir. 3 Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. Wann werde ich dahin kommen, dass ich Gottes Angesicht schaue? 4 Meine Tränen sind meine Speise Tag und Nacht, weil man täglich zu mir sagt: Wo ist nun dein Gott? 5 Daran will ich denken und ausschütten mein Herz bei mir selbst: wie ich einher zog in großer Schar, mit ihnen zu wallen zum Hause Gottes mit Frohlocken und Danken in der Schar derer, die da feiern. 6 Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.

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Sonntag Trinitatis (30. Mai)

„Trinitatis“ ist ein eigenes Fest, es gilt der Dreieinigkeit Gottes: In der alten Kirche – und auch heute immer noch begegnet uns Christen die Frage: Was hat es denn, wenn ihr euch doch auf den Menschen Jesus beruft, mit eurem Gott auf sich? Wie geht das zusammen? Die komplizierte Antwort darauf war damals das trinitarische Reden von Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist. Der Frage, was es mit Gott auf sich hat, müssen wir uns immer wieder stellen.

Wochenspruch

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.

2. Korinther 13,13

Wochenpsalm: 113

Halleluja! Lobet, ihr Knechte des HERRN, lobet den Namen des HERRN! 2 Gelobt sei der Name des HERRN von nun an bis in Ewigkeit! 3 Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang sei gelobet der Name des HERRN! 4 Der HERR ist hoch über alle Völker; seine Herrlichkeit reicht, so weit der Himmel ist. 5 Wer ist wie der HERR, unser Gott, der oben thront in der Höhe, 6 der niederschaut in die Tiefe, auf Himmel und Erde; 7 der den Geringen aufrichtet aus dem Staube und erhöht den Armen aus dem Schmutz, 8 dass er ihn setze neben die Fürsten, neben die Fürsten seines Volkes; 9 der die Unfruchtbare im Hause wohnen lässt, dass sie eine fröhliche Kindermutter wird. Halleluja!

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Pfingstmontag (24. Mai 2021)

Der Pfingstmontag feiert immer noch den Heiligen Geist: Das große Wunder von der überwältigenden Kraft der Wortmeldung Gottes, der wir uns als Kirche verdanken.

Wochenspruch:

„Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr Zebaoth.“ (Sacharja 4,6b)

Wochenpsalm: 118

24 Dies ist der Tag, den der HERR macht; lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein. 25 O HERR, hilf! O HERR, lass wohlgelingen! 26 Gelobt sei, der da kommt im Namen des HERRN! Wir segnen euch vom Haus des HERRN. 27 Der HERR ist Gott, der uns erleuchtet. Schmückt das Fest mit Maien bis an die Hörner des Altars! 28 Du bist mein Gott, und ich danke dir; mein Gott, ich will dich preisen. 29 Danket dem HERRN; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich.

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Sonntag Exaudi

Liebe Gemeinde!

Am heutigen Sonntag namens Exaudi, stehen wir wieder einmal, geistlich gesehen, zwischen einem „Nicht Mehr“ und einem „Noch Nicht“ – in der kurzen Phase zwischen Himmelfahrt und Pfingsten.

Der Evangelist Lukas erzählt von den Ereignissen rund um die Himmelfahrt Jesu direkt am Anfang seiner Apostelgeschichte. Dort lesen wir:

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