Archiv der Kategorie: Andacht

Sonntag Palmarum (28. März 2021)

Der letzte Sonntag in der Passionszeit feiert eigentlich den Einzug: das Kommen Jesu. Das aber in dem Wissen, wie schnell der Jubel umschlägt in sein Gegenteil. Es geht um die Konfrontation von Erwartungen und ihrer Enttäuschung und um den Mut zum Dagegenhalten.

Wochenspruch:

„Der Menschensohn muss erhöht werden, damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben.“

Johannes 3,14b.15
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Sonntag Lätare (14. März 2021)

Der vierte, also der mittlere Sonntag in der Passionszeit hebt die tröstliche Seite des Eintretens Jesu für uns hervor und teilt auch in seinem Namen die Freude darüber mit: Es geschieht das alles uns zugute.

Wochenspruch

Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.

Johannes 12,24
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Ökumenische Bibelwoche zum Lukasevangelium 7 – Lukas 24,13-35

Kommen und Gehen

Das Evangelium:

Das Lukasevangelium ist uns bekannt durch die Weihnachtsgeschichte. Was dieses Evangelium aber auch auszeichnet, sind die vielen wunderbaren Gleichnisse, die uns gleichsam vertraut sind (so wie das Gleichnis vom reichen Kornbauern oder vom barmherzigen Samariter) und die Hervorhebung Jesus als Heiland und Erlöser. Seine Gleichnisse erzählt Jesus in seinen zahlreichen Begegnungen, die er auf seinem Weg hat. Und genau diese Begegnungen stehen im Zentrum der diesjährigen ökumenischen Bibelwoche: was passiert in den Begegnungen? Wer stößt wen an und wodurch? Wodurch kommt seelisch wie körperlich Bewegung ins Spiel? Diesen Fragen möchten wir in einem indirekten Gespräch mittels des Textes mit Ihnen gemeinsam nachgehen.

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Sonntag Reminiszere (28. Februar)

Der 2. Sonntag in der Passionszeit erinnert an Gottes Zuwendung und macht mit diesem Erinnern deutlich, dass auf unsere Seite eine entsprechende Antwort zu erwarten ist: Dankbarkeit statt Gleichgültigkeit.

Wochenspruch:

„Gott erweist sein Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.“                    

Römer 5,8
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Ökumenische Bibelwoche zum Lukasevangelium 6 – Lukas 17, 11-19

In Bewegung – in Begegnung
Zugänge zum Lukasevangelium

Kapitel 17,11-19

11 Und es begab sich, als er nach Jerusalem wanderte, dass er durch das Gebiet zwischen Samarien und Galiläa zog. 12 Und als er in ein Dorf kam, begegneten ihm zehn aussätzige Männer; die standen von ferne 13 und erhoben ihre Stimme und sprachen: Jesus, lieber Meister, erbarme dich unser! 14 Und da er sie sah, sprach er zu ihnen: Geht hin und zeigt euch den Priestern! Und es geschah, als sie hingingen, da wurden sie rein. 15 Einer aber unter ihnen, als er sah, dass er gesundgeworden war, kehrte um und pries Gott mit lauter Stimme 16 und fiel auf sein Angesicht zu Jesu Füßen und dankte ihm. Und das war ein Samariter. 17 Jesus aber antwortete und sprach: Sind nicht die zehn rein geworden? Wo sind die anderen neun? Hat sich keiner gefunden, der wieder umkehrte, um Gott die Ehre zu geben, als nur dieser Fremde? 19 Und er sprach zu ihm: Steh auf, geh hin; dein Glaube hat die geholfen.

Ohne die beiden Jesusgeschichten, in denen sie vorkommen, eine davon auch noch mit Bedacht von Jesus erfunden, konstruiert, wüsste heutzutage kaum noch jemand, dass es Samaritaner/Samariter jemals gegeben hat. Und der Arbeitersamariterbund hätte einen anderen Namen. Durch diese Jesusgeschichten kennt sie jedermann und jedefrau als höchst hilfsbereit und integer, von moralischer Qualität. Meine Konfirmandinnen jedenfalls wussten genau: „Ein Samariter ist jemand, der einem hilft.“

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Ökumenische Bibelwoche zum Lukasevangelium 5 – Lukas 18,1-8

Bitten und Beharren

Einleitung

„Jesus sagte ihnen ein Gleichnis“. So beginnt dieser Text und gibt damit den Schlüssel zu seinem Verstehen an die Hand. Ich darf erinnern: Ein Gleichnis (im griechischen: Parabel) berichtet von einer besonderen Begebenheit, die in einem zweiten Schritt gedeutet wird. Das Verstehen des Gleichnisses entsteht an den Schnittpunkten zwischen Begebenheit und Deutung.

Das hier zu betrachtende Gleichnis erzählt die besondere Begebenheit in den Versen 2 bis 5. Einem Kammerspiel gleich bringt der Evangelist die Handlung auf den Punkt. Die Verse 1 und 6 bis 8 rahmen dieses Kammerspiel und deuten es. Es handelt sich um ein Gleichnis par excellence.

Gleichwohl erregt dieses Gleichnis immer wieder Anstoß, es wird nicht alles „glatt“. Insofern mögen die folgenden Zeilen helfen, das Gleichnis zu verstehen. Das Anstößige wird bleiben.

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Ökumenische Bibelwoche zum Lukasevangelium 4 – Lukas 10,38-42

Hören und Handeln

Das Evangelium:

Das Lukasevangelium ist uns bekannt durch die Weihnachtsgeschichte. Was dieses Evangelium aber auch auszeichnet, sind die vielen wunderbaren Gleichnisse, die uns gleichsam vertraut sind (so wie das Gleichnis vom reichen Kornbauern oder vom barmherzigen Samariter) und die Hervorhebung Jesus als Heiland und Erlöser. Seine Gleichnisse erzählt Jesus in seinen zahlreichen Begegnungen, die er auf seinem Weg hat. Und genau diese Begegnungen stehen im Zentrum der diesjährigen ökumenischen Bibelwoche: was passiert in den Begegnungen? Wer stößt wen an und wodurch? Wodurch kommt seelisch wie körperlich Bewegung ins Spiel? Diesen Fragen möchten wir in einem indirekten Gespräch mittels des Textes mit Ihnen gemeinsam nachgehen.

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Ökumenische Bibelwoche zum Lukasevangelium 3 – Lukas 7, 36-50

In Bewegung – in Begegnung
Zugänge zum Lukasevangelium

Der Text – Kapitel 7,36-50

36Es bat ihn aber einer der Pharisäer, mit ihm zu essen. Und er ging hinein in das Haus des Pharisäers und setzte sich zu Tisch. 37Und siehe, eine Frau war in der Stadt, die war eine Sünderin. Als die vernahm, dass er zu Tisch saß im Haus des Pharisäers, brachte sie ein Alabastergefäß mit Salböl 38und trat von hinten zu seinen Füßen, weinte und fing an, seine Füße mit Tränen zu netzen und mit den Haaren ihres Hauptes zu trocknen, und küsste seine Füße und salbte sie mit dem Salböl. 39Da aber das der Pharisäer sah, der ihn eingeladen hatte, sprach er bei sich selbst und sagte: Wenn dieser ein Prophet wäre, so wüsste er, wer und was für eine Frau das ist, die ihn anrührt; denn sie ist eine Sünderin. 40Jesus antwortete und sprach zu ihm: Simon, ich habe dir etwas zu sagen. Er aber sprach: Meister, sag es! 41Ein Gläubiger hatte zwei Schuldner. Einer war fünfhundert Silbergroschen schuldig, der andere fünfzig. 42Da sie aber nicht bezahlen konnten, schenkte er’s beiden. Wer von ihnen wird ihn mehr lieben? 43Simon antwortete und sprach: Ich denke, der, dem er mehr geschenkt hat. Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geurteilt. 44Und er wandte sich zu der Frau und sprach zu Simon: Siehst du diese Frau? Ich bin in dein Haus gekommen; du hast mir kein Wasser für meine Füße gegeben; diese aber hat meine Füße mit Tränen genetzt und mit ihren Haaren getrocknet. 45Du hast mir keinen Kuss gegeben; diese aber hat, seit ich hereingekommen bin, nicht abgelassen, meine Füße zu küssen. 46Du hast mein Haupt nicht mit Öl gesalbt; sie aber hat meine Füße mit Salböl gesalbt. 47Deshalb sage ich dir: Ihre vielen Sünden sind vergeben, denn sie hat viel geliebt; wem aber wenig vergeben wird, der liebt wenig. 48 Und er sprach zu ihr: Dir sind deine Sünden vergeben. 49Da fingen die an, die mit zu Tisch saßen, und sprachen bei sich selbst: Wer ist dieser, der auch Sünden vergibt? 50Er aber sprach zu der Frau: Dein Glaube hat dir geholfen; geh hin in Frieden!

Gleich im ersten Satz steckt in unserer gängigen Lutherübersetzung ein Fehler: Damals setzte man sich nicht an einen Tisch, man legte sich hin. Die gegen Abend eingenommenen Mahlzeiten hatten einem festen Rahmen: In einem Raum mit so 10 bis 12, maximal wohl 17 Liegen wurden vom Gastgeber die Gäste geladen, ausschließlich Männer. Und: Jede Liege bekommt einen eigenen kleinen Beistelltisch. Die Abendmahlsdarstellungen, die wir kennen, gehen jeweils von den Gewohnheiten der Zeit der Maler aus. Die Erzählung des Lukas in ihrer Dynamik wird aber erst mit dem Wissen um den damaligen Gebrauch lebendig.

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Ökumenische Bibelwoche zum Lukasevangelium 2 – Lukas 5,1-11

Rufen und Berufen

Einführung:

Angler begrüßen sich traditionell mit: „Petri Heil!“. „Petri Dank!“. Die Bedeutung dieses Grußes ergibt sich aus der nachstehenden Erzählung. Einen so reichen Fischzug, wie Petrus ihn hatte, wünsche ich Dir auch!

Nachdem im Konklave (der Wahlversammlung der Kardinäle) ein neuer Papst gewählt wurde, erhält er bei seiner Amtseinführung unter anderem den Fischerring. Auf dieser Insignie wird der Name des Papstes vermerkt, darunter findet sich eine Darstellung des die Netze einholenden Petrus. Denn der Bischof von Rom soll wie Petrus Menschen fischen.

So besteht der für heute ausgewählte Text der Bibelwoche eigentlich aus zwei Geschichten: aus dem Fischzug des Petrus und aus seiner Berufung. Der Evangelist Lukas, den man getrost als den „Stilisten des Neuen Testaments“ bezeichnen kann, hat beide Geschichten meisterhaft zu einer Erzählung verbunden.

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Ökumenische Bibelwoche zum Lukasevangelium 1 – Lukas 1,39-56

Hüpfen und Hoffen

Das Evangelium:

Das Lukasevangelium ist uns bekannt durch die Weihnachtsgeschichte. Was dieses Evangelium aber auch auszeichnet, sind die vielen wunderbaren Gleichnisse, die uns gleichsam vertraut sind (so wie das Gleichnis vom reichen Kornbauern oder vom barmherzigen Samariter) und die Hervorhebung Jesus als Heiland und Erlöser. Seine Gleichnisse erzählt Jesus in seinen zahlreichen Begegnungen, die er auf seinem Weg hat. Und genau diese Begegnungen stehen im Zentrum der diesjährigen ökumenischen Bibelwoche: was passiert in den Begegnungen? Wer stößt wen an und wodurch? Wodurch kommt seelisch wie körperlich Bewegung ins Spiel? Diesen Fragen möchten wir in einem indirekten Gespräch mittels des Textes mit Ihnen gemeinsam nachgehen.

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