Archiv der Kategorie: Berichte

FeierAbend: Selbst-Verteidigungs-Kurs

Für mich persönlich, aber auch aus Sicht der Veranstaltenden, war dieser Kurs ein voller Erfolg. Eine bunte Gruppe von ca. 20 Menschen unterschiedlichsten Alters, von Kindern über Jugendliche bis hoch ins Rentenalter, trafen sich an einem Freitag im März zum FeierAbend (einer inzwischen etablierten Reihe regelmäßiger Abendveranstaltungen) in unserem Kirchsaal.

Kursleiter Stephan gestaltete nach einer kurzen Vorstellungsrunde ein tolles Warm-up, was vor allem dazu diente, die Teilnehmenden nach und nach miteinander in (Körper-)Kontakt zu bringen. Um sich später in Zweiergruppen in den verschiedenen Techniken der Selbstverteidigung zu üben, war das vertrauensvolle „in-Kontakt-Kommen“ entscheidend. So begann die Gruppe spielerisch, sich im Raum zu bewegen, sich zu grüßen, erst mit „Hallo“, dann mit Handschlag, später mit einem freundlichen Klaps auf die Schulter und schließlich mit einer kurzen Umarmung. Inzwischen war schon an der einen oder anderen Stelle gekichert oder gelacht worden und ein angenehmes Gruppengefühl entstanden.

Und spielerisch ging es weiter: Zombies mussten abgewehrt werden, was gleichsam lustig als auch einprägsam war. Auch hier gab es viel miteinander zu lachen und rumzualbern. Insgesamt hatte der Kurs an keiner Stelle eine ernste Schwere, sondern war so spielerisch und humorvoll angeleitet, dass im Vordergrund eher ein gewisser sportlicher Ehrgeiz stand, die Übungen gut auszuführen und das Gegenüber erfolgreich abzuwehren.

Immer wieder traten „Aha-Effekte“ auf: Die empfohlenen Verteidigungsmanöver widersprachen oft der eigenen Intuition. Beispielsweise beim Ausweichen statt Zurückweichen – so simpel, so effektiv. Kursleiter Stephan demonstrierte mit seiner Frau Anja, die als Assistentin im Kurs unterstützte, sämtliche Bewegungsfolgen und stand jederzeit allen für Fragen, Korrekturen und gemeinsames Ausprobieren zur Seite. Es durfte im Verlauf auch die eigene Schlagkraft ausprobiert und so richtig draufgehauen werden. Auf spezielle Kissen versteht sich.

Was wir mitnehmen konnten: Aufmerksamkeit unterwegs, aufrechte Haltung, bewusster Einsatz der Stimme und letztlich die richtigen Bewegungen und Handgriffe erlauben es Menschen jeden Alters, sich im Falle einer Bedrängnis selbst zu verteidigen. Es braucht nicht unbedingt viel Kraft oder eine große Statur, sondern die richtige Technik. Es gibt sogar Grifftechniken, mit denen selbst Kinder einen erwachsenen Mann überraschen und zu Boden bringen können! Und was für eine Freude es den vermeintlich Schwächeren macht, diese Überlegenheit zu erleben und immer wieder auszuprobieren. Der Spaßfaktor war groß! Und umso einprägsamer erlernten wir die verschiedenen Methoden und gewannen so einiges an Selbstbewusstsein.

Wer weiß, wie viele der Teilnehmenden später zu Hause ihre Angehörigen gebeten haben, „versuch mich mal zu schlagen!“, um dann das Erlernte zu nutzen und das verblüffte Gegenüber „zur Strecke zu bringen“ – ganz rücksichtsvoll versteht sich, aber erfolgreich. Ein großartiges Gefühl!

Im Anschluss konnten wir Teilnehmenden sogar noch Videos von den Übungen (nachgestellt von Stephan und Anja) machen und uns so die verschiedenen Techniken zur Wiederholung und Festigung mit nach Hause nehmen.

Hier die gute Nachricht für alle, deren Interesse gerade geweckt wurde: Aufgrund des begeisterten Feedbacks und großen Interesses überlegen wir, dieses Angebot erneut in den FeierAbend-Plan aufzunehmen. Sie finden die Ankündigung dann hier wie immer im Gemeindegruß, im Schaukasten oder auf unserer Homepage.

Überraschendes Fazit für viele in der Abschlussrunde: Jede*r kann sich einfach so – ganz ohne Krafttraining und Kampfsportausbildung – verteidigen, wenn bestimmte Techniken bekannt und eingeübt sind.

Johanna Werner

Bericht aus dem Kirchenkreis: Wahl der neuen Superintendentin

Nach der Wahl zur neuen Superintendentin des Ev. Kirchenkreises
Berlin Süd-Ost: Präses Stefan Ebmeyer gratuliert Pfarrerin
Judith Kierschke. Foto: ekbso.de

Pfarrerin Judith Kierschke ist am 25. März 2026 von der Wahlsynode des Evangelischen Kirchenkreises Berlin Süd-Ost im ersten Wahlgang mit 48 von 72 Stimmen zur neuen Superintendentin des Kirchenkreises Berlin Süd-Ost gewählt worden.

Pfarrerin Kierschke lebt und arbeitet derzeit im kanadischen Ottawa. Dort leitet sie eine deutsch- und englischsprachige EKD-Gemeinde und trägt als Interims-Dekanin Verantwortung für mehrere Gemeinden. Am Vortag der Wahlsynode war sie aus Kanada angereist – und war bereits einen Tag später wieder nach Ottawa zurückgeflogen: „Dort ist noch viel zu tun. Aber ich freue
mich bereits jetzt sehr auf die Leitungsaufgabe im Kirchenkreis Berlin Süd-Ost!“

Einen Vorstellungstext von Judith Kierschke finden Sie auf den Seiten des Kirchenkreises: Vorstellungstext von Pfarrerin Judith Kierschke

Generalsuperintendentin Dr. Julia Helmke, die das Wahlverfahren und die Wahlsynode leitete, gratulierte Judith Kierschke zur Wahl und dankte den Kandidierenden: „Mein Dank gilt auch Pfarrer Tobias P. Jachmann, dass er sich zur Wahl gestellt hat.“

Pfarrerin Kierschke folgt am 1. November 2026 auf Superintendent Hans-Georg Furian, der am 31. Oktober 2026 in den Ruhestand geht: „Ich wünsche meiner Nachfolgerin Gottes Segen, bleiben Sie behütet!“

Herzlich willkommen, Pfarrerin Judith Kierschke!

Rückblick: Die Gemeinde auf dem Weihnachtsmarkt vom Kiezklub Johannisthal

Jetzt komme ich in die Kirchenzeitung“, freute sich Lutz Sonntag (links), Leiter des Kiezklubs Rathaus Johannisthal, und er hat es verdient: Der von ihm bestens organisierte fröhliche Weihnachtsmarkt mit nervenkitzeligem Feuerzauber, allerhand Kindervergnügen und vielfältigem Ausstellerangebot lockte am Nikolaustag Klein und Groß in Rathaushof und -souterrain.

Die Kirchengemeinde Johannisthal war mit einem schönen Infostand dabei und gut positioniert neben einer wackeren Leierkasten-Dame, die für stimmungsvolle Weihnachtsmusik sorgte. Das kirchliche Angebot, vor allem die hübschen „Kerze-und-Zweigleinin-Apfel-Gestecke“ des Bastelteams um Maik Hainold, fand großen Anklang. Manch gutes Gespräch konnte geführt werden. Kirche mitten im Leben –
so soll es sein!

Michael Land

Ein Förster beflügelt Johannisthal

Wir haben in diesem Jahr ein ganz besonderes Gemeindemitglied in Johannisthal aufgenommen. Seit Februar gehört es zu unserer Kirche. Doch noch bevor es hier empfangen werden konnte, galt es für unseren Kantor und seinen Begleiter aus der Kantorei, eine gute Auswahl zu treffen und den auserwählten Kandidaten sorgfältig für die neue Aufgabe vorzubereiten. Mit Baujahr 1971 bringt er durchaus einige Erfahrung für seine zukünftige Position mit. Er kommt aus dem Hause Förster, dessen familiäre Tradition bis 1859 zurückreicht. Und damit ist er bekannt für eine sehr gute Stimmhaltung, sowie einen warmen, transparenten Klang und zudem berühmt für seine wohlklingenden, voluminösen Bässe. Denn: Förster baut Flüüüüügel!

Am Sonntag, den 19. Oktober, wurde er nun endlich in besonders feierlichem Rahmen in seine neue Arbeit im Kirchsaal unserer Gemeinde eingeführt: Unser neuer Flügel – hergestellt von der Firma August Förster, die seit den 1860er Jahren unverändert in dem gleichen Gebäude des Löbauer Werks in Manufaktur-Bauweise fertigt. Hier wurden nie Kompromisse in der Qualität gemacht und dieses Credo auch zu DDR-Zeiten beibehalten: Von staatlicher Seite wurde damals immer für gutes Material gesorgt. Und so waren Klaviere und Flügel von Förster aus Löbau und Blüthner aus Leipzig wichtige und renommierte Exportgüter.

Unser „Neuer“ ist Ende 2024/Anfang 2025 von der Berliner Klavierbauwerkstatt House of Pianos (Inh. Christophorus Goecke) generalüberholt worden. In großem Aufwand wurden neue Hammerköpfe und Saiten eingesetzt, die Oberfläche und das gesamte Spielwerk überarbeitet und neu eingestellt.

Vom Ergebnis dieser Wertarbeit und ihrer erneuten Instandsetzung konnten sich an besagtem Sonntag alle Anwesenden überzeugen lassen. Unter ihnen ein Ehrengast, dessen Initiative den Anstoß und auch die Finanzierung gaben: Superintendent Hans-Georg Furian.

2024 zu Gast bei einer Kantorei-Probe fragte er nach, was der Gemeinde für die kirchenmusikalische Arbeit fehlen würde. Die Antwort kam prompt: Ein guter Flügel. Der alte erfüllte nicht die Anforderungen eines Konzertflügels, wie sie für die ambitionierte Kirchenmusik der Gemeinde erforderlich wäre. Ebenso schnell und unkompliziert kam die Antwort aus dem Kirchenkreis Süd-Ost: Die Gemeinde Johannisthal würde die Anschaffung eines Flügels vom Kirchenkreis finanziert bekommen.

Viele von Ihnen waren an diesem klangvollen Sonntag mit dabei und konnten sich von den vielfältigen Klängen des besonderen Abends mitreißen lassen. Der Saal war so voll wie üblicherweise an den besonderen christlichen Feiertagen. Es gab schließlich ein großes Geschenk zu bewundern. Hervorragend herausgelockt von vielen künstlerischen Händen an den schwarzen und weißen Tasten konnten die Anwesenden die hohen und tiefen, die lauten und leisen, superschnellen und langsamen Töne begrüßen…

Eine unfassbare Vielfalt an Klaviermusik zu zwei, vier oder sechs Händen, in Kombination mit Cello, zusammen mit der Johannisthaler Kantorei und sogar die Klänge einer Djembe erfüllten den Saal und die Herzen der Lauschenden. Niemand blieb wohl unberührt von soviel Klangschönheit und Schwingungen im Raum.

Unser herzlichster Dank gilt dem Kirchenkreis und seinem Superintendenten für dieses überraschende Geschenk. Dafür, dass dessen helle und dunkle Saiten für uns alle erlebbar wurden, danken wir unserem Kantor Martin Fehlandt und ganz besonders dem Kantoreimitglied und Leiter der Joseph-Schmidt-Musikschule, Mark Anders, dessen Expertise und Engagement uns zu unserem „Förster“ gebracht haben.

Und nicht zuletzt gilt unser Dank und unsere große Bewunderung allen Musizierenden, die dieses Konzert mit ihren beeindruckenden Beiträgen und ihrer Fingerfertigkeit so kunstvoll bereichert haben. So bleibt zu hoffen, dass sich die Verbindung unserer Gemeinde zur Joseph-Schmidt-Musikschule aufrecht erhalten lässt und dies erst das Auftaktkonzert zu vielen weiteren dieser Art gewesen sein wird.

Möge unser „Förster“ während seiner Dienstzeit in Johannisthal viel(e) Harmonie(n) verströmen und immer guter Stimmung sein.

Johanna Werner

Verleihung des Siegels für die Faire Gemeinde Johannisthal

Am 28. September feierten wir einen sehr festlichen Gottesdienst. Pfarrerin Barbara Neubert, Beauftragte für den Kirchlichen Entwicklungsdienst der EKBO und Länderreferentin für Kuba im Berliner Missionswerk, nahm uns in ihrer Predigt mit auf eine spannende Reise. Die begann im Garten Eden, führte uns zum Thema fast fashion, spannte den Bogen hin zu unser aller Verantwortung im Umgang mit unserer Umwelt und Gottes Schöpfung und brachte uns wieder zurück in den Paradiesgarten.

Im Anschluss bekam die Gemeinde durch Pfarrerin Neubert das Siegel „Faire Gemeinde“ überreicht, welches wir als Fairnessbeauftragte stellvertretend für die Gemeinde in Empfang nehmen durften.

Das Siegel steht damit sowohl als Auszeichnung für unsere Bemühungen um nachhaltige Entscheidungen im Gemeindealltag, als auch als Ermutigung dafür, weiter danach zu suchen, wie wir unser aller Leben enkeltauglich und innerhalb der planetaren Grenzen gestalten können. Auch wenn dafür an vielen Stellen wirksame politische Hebel fehlen, zeigen uns Initiativen wie die kommunale Ökumene, dass aus kleinen ersten Schritten mit der Zeit Trampelpfade und später etablierte Wege entstehen können.

Diesem Weg der fairen Gemeinden im Umkreis haben wir uns nun angeschlossen, einen Fahrplan dazu ausgearbeitet und vorgestellt. Jetzt heißt es ganz praktisch: Routinen entwickeln.

Anfänge sind manchmal mühsam, gerade beim Öko-Siegel: recherchieren, Verpackungen durchlesen und entscheiden, ob das Produkt fair und „bio“ ist.

Dennoch lohnt es sich, neue nachhaltige Verhaltensweisen zur Gewohnheit werden zu lassen. Wenn wir an Menschen in den Produktionsländern denken, sollten wir stolz sein können auf faire Handelsbeziehungen und ökologischen Anbau, anstatt uns angesichts von Ausbeutung und Bodenzerstörung schämen zu müssen. Wenn wir daran denken, was uns Menschen auf dieser Welt miteinander verbindet, im Glauben, im Hoffen auf Frieden und faires Miteinander, sollten uns als Christ*innen gerade diese Gerechtigkeits- und die ökologischen Aspekte wichtig sein.

Ob am Beispiel von fast fashion, Kaffee oder Schokolade – unsere Entscheidungen gestalten die Welt mit. Also bemühen wir uns nach Kräften, die fairen Trampelpfade zu finden und zu festen Wegen zu machen.

Im Anschluss an den inspirierenden Predigtausflug des feierlichen Gottesdienstes konnte beim Kirchencafé der Morgen ausklingen. Als ein Beispiel für bewusstes Konsumieren gab es veganen Apfelkuchen aus Johannisthaler Äpfeln und fair gehandeltem Zucker. Außerdem konnte beim Weltladenstand gestöbert werden und zum Abschied bekamen alle Gäste einen nachhaltigen Segen aus fair gehandelter Schokolade, Tee und einem Bibelvers mit auf den Weg.

Für das Siegel wird nun noch ein guter Platz gesucht und gefunden. Um unsere Haltung langfristig einzuüben, braucht es überall im Gemeindealltag bewusste Entscheidungen und wohlwollenden Austausch miteinander.

Wir freuen uns auf die nächsten gemeinsamen Schritte.

Johanna Werner und Jeannette Heymel für das Klimateam

Pfarrerin, Bläser und Standteam im „Kiezklub-Sommerfest-Einsatz“

Gospels, Shanties, Volkslieder – der Bläserchor der Kirchengemeinde Johannisthal unter Leitung von Martin Fehlandt gab den „Auftakt“ zum Sommerfest des „Kiezklubs Rathaus Johannisthal“ am 6. September. Das breite Repertoire kam hervorragend an, und die Musiker erhörten die Zugaberufe gerne. Am günstig gelegenen Kirchenstand kam Pfarrerin Juliane Bach mit den Menschen ins Gespräch. Klein und Groß drehten das Glücksrad und freuten sich über jede Menge „Hauptpreise“. Ausgesprochen viel Infomaterial aus eigener Produktion und bereitgestellt durch Jürgen Bosenius vom Kirchenkreis konnte vom Kirchenstandteam ausgegeben werden – gerne garniert mit einem Schälchen „Träubchen an Pflaume“. Die vielen fröhlichen Besucher und attraktiven Akteure bewiesen, dass Kiezklubchef Lutz Sonntag 2025 erneut ein tolles Sommerfest gelungen ist – mit der Kirchengemeinde Johannisthal als nunmehr festem Bestandteil.

Michael Land

Mutig. Stark. Beherzt.

ein kleiner Einblick zum Im_Puls Projekt auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag in Hannover

Bereits vor einem Jahr begannen wir mit drei weiteren Kirchenkreisen (Nord-Ost, Steglitz und EKPN (Mitte)) unser Projekt Im_Puls zu planen. Wir wollten Räume schaffen, in denen Jugendliche angeregt werden, über Ihren „Lebenspuls“ nachzudenken und sich folgende Fragen zu beantworten:

  • Wofür schlägt Dein Herz?
  • Was lähmt Dich?
  • Was macht Dich mutig?

Mit Bühnenpodesten und Traversen haben wir ein riesiges Areal mit unterschiedlichen Ebenen und Angeboten geschaffen, bei dem alle beteiligten Kirchenkreise und Gemeinden sich mit ihren Ideen einbringen konnten. Zu guter Letzt kam dann noch die EJBO mit dem Späti und Potsdam mit dem Improtheater dazu und so war es möglich, dass wir als Berliner Jugend einen gesamten Pavillon auf dem Messegelände bespielen konnten.

Das, was zuvor nur in 3D auf dem Computer und in unseren Köpfen entstanden ist, wurde im Pavillon 32 unter dem EXPO-Dach Wirklichkeit und übertraf alle Erwartungen.

Wir als Jugend des Kirchenkreises Berlin Süd-Ost hatten einen Dunkelparcours, durch den man in 7 Stationen auf 2x6m mutig werden konnte! Von Beginn an bildeten sich Schlangen vor unserem Angebot und manche waren so begeistert, dass sie sogar mehrmals durch unseren Tunnel gehen wollten. Außerdem gab es in unserem ImpulsPlayground jeden Morgen und mittags kleine Bibelimpulse. Am Samstag kamen dafür extra Jürgen Hahn und unsere Jungbläser bei uns vorbei, um uns musikalisch zu unterstützen.

Zum Abschluss gab es jeden Abend einen DJ-Segen, bei dem mehrere 100 Menschen zu den Beats aus den Boxen gemeinsam tanzten und ihr Herz schneller schlug!

Ein weiteres Highlight in unserem Pavillon war sicherlich das tolle selbstgebaute LED-Kreuz von unserem KJKVorsitzenden Marcel Haischmann. Es wurde zum beliebten Fotomotiv auf dem Kirchentag!

Das alles wäre nicht möglich gewesen, wenn unsere 17 jugendlichen Mitreisenden aus verschiedenen Gemeinden uns nicht so toll unterstützt und mitgearbeitet hätten.

Was sie und andere junge Menschen vom Kirchentag Positives berichten, könnt ihr hier in Auszügen lesen.

Mandy Endter

Bericht aus dem GKR Johannisthal – ein Rückblick auf unsere Rüstzeit vom 24.-26. Januar 2025

Unsere Rüste fand vom 24. bis 26. Januar 2025 in Woltersdorf am Kalksee statt. Wir verbrachten ein intensives und zugleich erfrischendes Wochenende miteinander, das sowohl geistlich als auch gemeinschaftlich bereichernd war. Hier ein Rückblick auf unsere Zeit:

Anreise und Ort

Christiane: Die jährliche Tagung des Gemeindekirchenrates fand in Woltersdorf am Kalksee in einem Tagungshaus der Kirche statt. Leider konnten 2 Mitglieder des GKRs nicht teilnehmen. Alle anderen – insgesamt 9 Personen aus der Gemeinde Johannisthal – trafen pünktlich am Freitag, den 24. Januar gegen 18.00 Uhr ein. Wir waren zum Abendessen angemeldet. Vorher konnten noch die Zimmer bezogen werden.

Mario: Für Straßenbahnnostalgiker ein Muss: Die Linie 87 von Rahnsdorf nach Woltersdorf. Man läuft – im Dunkeln und im Nieselregen vom S-Bahnhof – mit vielen anderen, die auch nach Woltersdorf wollen – zur Straßenbahnhaltestelle, da kommt sie angerumpelt. Ein Wagen nur, aber es passen alle hinein. Und dann die Fahrt durch den dunklen Wald, bis die ersten Häuser von Woltersdorf auftauchen. Die Stationen werden nicht durchgesagt, aber Ortskundige helfen, an der richtigen Haltestelle auszusteigen.

Unterkunft und Umgebung

Christiane: Der erste Eindruck war sehr gut. Das Abendbrot war reichhaltig, die Zimmer gemütlich und unser zugeordneter Tagungsraum war groß und zweckmäßig. Wir hatten einen herrlichen Blick über den Kalksee bis nach Rüdersdorf.

Hanna: Das Zusammensein im Begegnungszentrum inmitten dieser ruhigen und friedlichen Wasser- und Waldlandschaft – in einem Tagungsraum hoch oben mit fabelhaftem Ausblick und damit ungewohnter Perspektive – hat dem Ganzen einen besonderen Rahmen verliehen. Ein richtiger Kraftort zum Auftanken, Abtauchen in andere Themenwelten und Innehalten im oft vorbeirasenden Alltag.

Ines: Das Begegnungs- und Bildungszentrum Woltersdorf bot uns den perfekten Rahmen für das gemeinsame Wochenende. Der erste Tag – Gemeindearbeit und Gestaltung

Juliane: Wir starteten in den Tag mit einer gemeinsamen Bibelarbeit zum Thema “Bauen auf festem Grund”, ausgehend von dem Bibeltext 1.Korinther 3,1-13. Im Anschluss konnten wir das Bild des Fundaments und das Haus, das darauf gebaut wird, auf unsere Gemeinde übertragen und überlegten uns: Was ist unser Fundament? Woran bauen wir?

Ines: Der Sonnabend stand ganz im Zeichen der Gestaltung unserer Gemeinde. Wir haben in vier Gruppen eine Bestandsaufnahme gemacht, was in unseren Augen gut läuft und was wir unbedingt beibehalten wollen. Außerdem erarbeiteten wir Themen, in denen unsere Gemeinde durchaus noch Entwicklungs-potential hat. Hier zeigte sich, dass von großem Vorteil ist, wenn der Gemeindekirchenrat aus Menschen verschiedensten Alters zusammengesetzt ist.

Hanna: Eine ja eigentlich “Arbeits-Gemeinschaft” wie den GKR so anders und verbindend zu erleben, hat diese Zeit für mich sehr besonders gemacht. Das gibt mir nochmal mehr Schwung und Zutrauen für die kommenden Aufgaben.

Freizeitgestaltung – Entspannung und Austausch

Ines: Nach dem Mittagessen machten wir einen ausführlichen Spaziergang und haben die wunderschöne Umgebung von Woltersdorf genossen. Nach kurzem Aufstieg auf den Kranichsberg hatten wir eine tolle Aussicht auf das Umland mit dem vielen Wasser. Der Aussichtsturm – das Wahrzeichen von Woltersdorf – war leider geschlossen.

Mario: Wir haben viel gespielt – immer erst abends natürlich, wenn die Arbeit getan war. Aber das musste sein – Uno flip, Just One und manch andere Spiele – teils leicht zu verstehen, teils auch sehr komplex – teils miteinander und teils auch gegeneinander. Im Spiel, wo die äußeren Regeln feststehen, lernt man miteinander umzugehen, auf andere Rücksicht zu nehmen (oder auch nicht, wenn es ums Gewinnen geht) – und das alles ohne zu verletzen und ohne verletzt zu werden. Es ist nur Spiel – aber eine Gruppe von Menschen, die miteinander und auch gegeneinander gespielt hat, ist dann auch eingespielt, wenn es um die Arbeit in unserer Gemeinde geht. Und so kam dann die Idee, Spielabende auch mal als Gemeindeabende anzubieten.

Ergebnis der Rüstzeit und weitere Ideen/Aufgaben

Hanna: Es ist erstaunlich, welche Verbundenheit schon in kurzer Zeit in einer Gruppe entstehen kann, wenn mehr Raum da ist für alles, was Leben ausmacht: Wir waren an diesem Wochenende gemeinsam unterwegs in der Natur, haben zusammen gegessen, in der Bibel gelesen und uns dem Text methodisch genähert, intensiv Themen rund um unsere Gemeinde erarbeitet und jeden Abend miteinander gespielt und viel gelacht. Inhaltlich haben wir uns an diesem Samstag, nach einem Einstieg über einen Text aus der Bibel, mit der Ausschreibung unserer Stelle für Kirchenmusik beschäftigt, in einem umfangreichen Brainstorming das Gemeindeleben unter die Lupe genommen und neue Ideen entwickelt, über die finanzielle Lage und eventuelle Möglichkeiten nachgedacht und auch über die Bedeutung von Kirche in der Gesellschaft gesprochen. Es war sehr intensiv, soviel Zeit in der Gruppe zu verbringen und inhaltlich zu arbeiten. Juliane Bach ist es dabei sehr gut gelungen, den Ablauf abwechslungsreich und methodisch so vielfältig zu gestalten, dass wir trotz der vielen Themeneinheiten genug frische Luft und Genuss und damit Zeiten zum Auftanken hatten. Wir haben wirklich viel geschafft! Und viele waren sich am Ende einig: So eine gemeinsame Rüstzeit gehört eigentlich ganz an den Anfang einer GKR-Legislatur.

Sonntag und Abschied

Ines: Um 9.30 Uhr feierten wir gemeinsam den Gottesdienst mit Abendmahl in der wunderschönen Woltersdorfer Kirche. Im Anschluss daran ging es für einige bereits nach Hause, andere nutzten noch die Gelegenheit zu einer Führung durch den Museumspark Rüdersdorf.

Mario: Alles über Kalk, wirklich alles. Fragen Sie uns, denn wir haben viel gelernt beim Rundgang durch den Museumspark Rüdersdorf am Sonntag.

Michael: Noch einmal kurz zurück in die Kirche: Pfarrerin Stephanie Spranger führte uns in ihrer Predigt an diesem recht kalten Januar-Morgen in die Mittagshitze der Gegend um Nablus / Westjordanland. Durst und Wasser des Lebens: Am Jacobsbrunnen offenbart sich Jesus metaphorisch der samaritanischen Frau als Retter der Welt. „Gott, vergib, wenn ich misstrauisch bin, wo Deine Verheißung gilt“, hieß es eben im Bußgebet? Wir verstehen, dass die Frau eher ein Klartexttyp ist und wissen, dass sie ihm am Ende Glauben schenken wird. Alles in Ordnung, ein wirklich schöner Morgen. Durch die Ankündigungen des Lektors erfahren wir: Hier gibt es auch Filmvorführungen. Da geht was, oder?

Was bleibt?

Die Idee eines gemeinsamen Abends einmal die Woche, an dem all unsere bunten Ideen Platz finden können, ein FeierAbend! Um 18 Uhr können wir dann freitags generationenübergreifend etwas zusammen erleben und gern auch neue Menschen dazu einladen: Spieleabend, Filme schauen, Themen- und Gesprächsabend, Kneipenquiz und vieles mehr. Beginnen könnten wir ab Mai! Gerne sind weitere Ideen und Anregungen sowie tatkräftige Unterstützung willkommen! Bei Lust und Laune gern im Büro melden! Außerdem sind wir nun bei Instagram vertreten dank Smilla: Sie wird ein Konto für die Kirchengemeinde pflegen und Veranstaltungen online stellen.

Die Rüstzeit war ein voller Erfolg und ein wichtiger Schritt in der gemeinsamen Arbeit des GKR, der nach diesem Wochenende noch enger zusammengewachsen ist.

Rückblick: Weihnachtsmarkt Kiezklub Johannisthal

Mit wunderbarem Bläsereinsatz und reichhaltigem Angebot am Infostand war unsere Kirchengemeinde am 14. Dezember auf dem Weihnachtsmarkt des „Kiezklub Rathaus Johannisthal“ präsent.

Traditionell standen wir Seite an Seite mit dem Weltladen-Team aus Baumschulenweg um Christiane Bergelt. Gemeinsam haben wir den winterlichen Temperaturen getrotzt und uns über großen und freundlichen Zuspruch gefreut. Zuverlässig angereichert wurde das Angebot unserer Gemeinde durch Veranstaltungsflyer aus dem Fundus von Jürgen Bosenius, Öffentlichkeitsbeauftragter des Evangelischen Kirchenkreises Berlin Süd-Ost.

Ein herzlicher Dank gilt vor allem auch Lutz Sonntag, der als Kiezklubleiter zum Weihnachtsmarkt eingeladen und alles bestens organisiert hat.

Michael Land

    Sommerfahrt nach Taizé

    Während für viele in diesem Sommer der Urlaub in den Bergen oder am Meer anstand, fuhren sechs junge Erwachsene aus unserem Kirchenkreis in die französische Communauté de Taizé. Eine französische Bruderschaft, welche vor allem für ihre ökumenischen Jugendtreffen und ihre mehrsprachigen, meditativen Gesänge bekannt ist und jährlich rund 100.000 Besuchende anzieht. Organisiert wurde die Fahrt von Mandy Endter, die es jungen und zukünftigen Gemeindepädagog*innen ermöglichen wollte, die Bruderschaft kennenzulernen, damit sie zukünftig mit eigenen Jugendgruppen dorthin fahren können.

    Auch in der mit 3.700 Menschen vollsten Woche seit der Coronapandemie war der Alltag dort klar strukturiert. Der Morgen begann um 8.15 Uhr mit dem Morgengebet, gefolgt vom Frühstück, welches aus Baguette, Kakao und Schokolade bestand, und einer Bibeleinheit mit einem der Brüder, welche im Anschluss in Kleingruppen besprochen wurde. Daraufhin folgten das Mittagsgebet und das Mittagessen, bevor es die erste Pause des Tages gab. Nach der Mittagspause ging es für alle an die zugeteilten Aufgaben. Diese reichten von Müllbeutel wechseln, über Toiletten putzen bis hin zu der Aufgabe, die uns zugeteilt wurde, dem Kochen für die gesamte Teilnehmendenzahl. So ging es für uns nach der Mittagspause in die Großküche, wo wir eine Woche lang erfahren konnten, wie es ist, für 3.700 Menschen zu kochen. Während alle anderen unser frisch gekochtes Essen genießen durften, hieß es für uns dann Küche putzen und Töpfe desinfizieren, damit es am nächsten Tag gleich weiter gehen konnte. Nachdem alle Küchenaufgaben erledigt waren, blieb noch kurz Zeit, auch einen Bissen zu essen und dann zum Abendgebet in die Kirche zu gehen. Dort konnte man mit Gesang den Abend ausklingen lassen oder man feierte noch ein wenig am Oyak mit Menschen aus aller Welt.

    Nachdem sich nach den ersten Tagen ein Rhythmus eingestellt hatte, fingen wir an, das Leben in Taizé und die damit verbundene Pause vom Alltag sehr zu genießen und selbst das Küche putzen begann, langsam Spaß zu machen.

    Ein Höhepunkt unserer Woche war die Aufnahme eines neuen Bruders in den Orden, ein Ereignis, das nur alle paar Jahre zelebriert wird. Auch das letzte Abendgebet, bekannt als „Nacht der Lichter“, hinterließ einen ganz besonderen Eindruck. Hierbei wird bei den typischen Taizé Gesängen das Licht der Auferstehung von vorne nach hinten in der Kirche mit Kerzen weitergegeben, was ein sehr eindrucksvolles Bild erzeugt.

    Insgesamt war die Zeit in Taizé eine sehr gute und willkommene Gelegenheit, den Alltag hinter uns zu lassen, uns gänzlich auf uns zu konzentrieren und uns mit einigen Bibeltexten näher auseinanderzusetzen. Taizé ist eine Erfahrung, die ich allen empfehlen kann, die einmal die Gelegenheit haben möchten, ihren Glauben und ihre Spiritualität auf eine ganz neue Art und Weise zu entdecken.

    Jakob Schmidtke