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Angedacht

Aber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen,
der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein…

Liebe Leserin, lieber Leser,

in einigen Tagen feiern wir Pfingsten, das dritte große Fest im Kirchenjahr. Wie schon Weihnachten und Ostern zuvor, liegt auch dem Pfingsttag eine spektakuläre Geschichte der Bibel zugrunde. Sie erinnern sich?! Die Jünger und Jüngerinnen waren alle in Jerusalem versammelt, so wie Jesus es ihnen vor seiner Himmelfahrt aufgetragen hatte. Plötzlich kam ein gewaltiger Wind auf und erfüllte das Haus, in dem sie sich aufhielten. Zungen, die wie Feuer aussahen, kamen vom Himmel herab und setzten sich auf jeden von ihnen. Und auf einmal waren sie in der Lage, das Evangelium in den verschiedensten Sprachen zu predigen, so dass alle, die sich in der Stadt aufhielten, sie
ohne Mühe verstehen konnten. Gott hatte seinen Heiligen Geist vom Himmel gesandt – und das erste – was er auf dieser Erde bewirkte, war Verständigung. Die Menschen hörten auf einmal ihre Muttersprache; und sie blieben stehen; wurden aufmerksam; fühlten sich angesprochen. Doch wie war das möglich, dass diese einfachen Männer aus Galiläa so reden konnten? Jedem war klar, dass hier etwas Besonderes, etwas Höheres geschah, dass Gott selbst hier ein Wunder gewirkt haben muss. Schon allein deswegen hörten sie der Predigt der Jünger noch aufmerksamer zu – und erfuhren von einem Gott der Liebe, der seinen Sohn in die Welt gesandt hat, um uns Menschen ganz nahe zu kommen. Der uns durch Christus zeigen wollte, wie eine Welt Wirklichkeit werden kann, die dem Willen Gottes entspricht; eine Welt, in der mehr und mehr Verständigung unter den Völkern möglich ist; eine Welt des Friedens und der Barmherzigkeit.

Bei vielen, die den Jüngern an jenem Pfingsttag zuhörten, fiel diese Botschaft auf fruchtbaren Boden – und sie begannen, an diesen Gott der Christen zu glauben. Sie schlossen sich den Jüngern an und bildeten mit ihnen zusammen
die allererste christliche Gemeinde. Deshalb sehen viele Gläubige im Pfingsttag auch die Geburtsstunde der Kirche. Mag sein, oder auch nicht. Vor allem aber ist Pfingsten der Tag, an dem wir das Kommen des Heiligen Geistes feiern und durch sein Da-Sein das Bleiben
Gottes in der Welt. Der Geist Gottes gibt uns die Kraft, auch heute noch dem Vorbild Jesu zu folgen. Aufeinander zuzugehen, einander zu vergeben. Er hilft uns, neue Wege zur Einheit zu finden – und umzusetzen. Und er gibt uns den Mut, auf Gottes Zusagen zu vertrauen und im Glauben weiterzugehen, auch wenn so vieles in dieser Welt noch im Argen liegt.

Am Pfingsttag in Jerusalem berührte der Himmel einmal mehr die Erde. Und wieder veränderte diese Berührung die Welt. Zuerst nur die begrenzte Welt der Gläubigen in Judäa, ihr Handeln und ihr Reden. Doch dann, nach und nach, auch die Welt anderer Völker. Denn das Evangelium verbreitet sich bis heute immer weiter. Begonnen hatte alles mit einer kleinen Gruppe JüngerInnen, die bereit waren, Zeugen Jesu zu sein; die den Mut hatten, das, was sie mit ihm erlebt und erfahren hatten, anderen zu erzählen, selbst auf die Gefahr hin, wegen ihrer Worte verlacht, verprügelt – oder sogar getötet zu werden. Ihren Glauben schöpften sie dabei aus ihrer Erfahrung – ihren Mut aber schöpften sie aus der Kraft Gottes, die in ihnen war. Begonnen hatte alles aber auch mit einer Gruppe Menschen, die aus aller Herren Länder kamen, die dann am Pfingsttag eine Predigt in ihrer eigenen Sprache hörten – und sich daraufhin aufmachten, ihren Völkern von diesem Gott zu erzählen. Begonnen hatte alles vor allem mit unserem treuen Gott, der uns Menschen nach der Himmelfahrt Jesu nicht allein ließ. Er schenkte uns seinen Geist – und erfüllte damit seine Zusage, dass er uns nicht verlassen wird, sondern immer bei uns bleibt, bis ans Ende aller Zeiten. Darauf können wir fest vertrauen!

Ich wünsche Ihnen einen segensreichen Frühsommer!

Pfarrerin Ute Pfeiffer

Herzliche Einladung zur Gemeindeversammlung Johannisthal am 12. Juni 2022

Wir laden herzlich zur Gemeindeversammlung in Johannisthal ein:

Sonntag, 12. Juni 2022, nach dem Gottesdienst (ca. 11:15 Uhr)

Geplante Themen:

  • Pfarrstellenbesetzung
  • GKR-Wahl 2022
  • Notunterkunft für Geflüchtete
  • Neubau und Sanierung Sterndamm 90
  • Bericht aus dem Gemeindebeirat
  • Gemeindekreise: welche gibt es, wo ist Unterstützung nötig?

Weitere Themenvorschläge können Sie gerne vorab melden an buero@kirche-johannisthal.de

Ich freue mich auf das persönliche Wiedersehen!

Ihr Dr. Thomas Menn für den GKR Johannisthal

Bericht aus dem GKR Johannisthal

– Gemeindeversammlung – Notunterkunft für Geflüchtete – Predigtauftrag – Pfarrstelle: Abschied und Neubesetzung – Bauvorhaben – GKR-Wahl – Sommerfest –

Das Wichtigste: Am 12. Juni nach dem Gottesdienst lädt der Gemeindekirchenrat zur jährlichen Gemeindeversammlung ein. Da wäre Gelegenheit für Fragen, Kritik und Anregungen.

Im jetzt spürbarsten Fall haben wir im GKR erst einmal gar keine Entscheidung getroffen: Als die Anfrage nach Notunterkünften für Ukraineflüchtlinge kam, haben wir nur über das Wie gesprochen, gar nicht über das Ob überhaupt. Seit dem 8. März sind wir Anlaufstelle für kurzfristig notwendige Übernachtungen, seit dem 10. März haben wir auch die dazugehörigen Feldbetten vom Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten.

Über „Moabit hilft“, die am Hauptbahnhof arbeiten, und über eine Gruppe am Bahnhof Südkreuz bekommen wir regelmäßig Anfragen, dazu auch über verschiedene private Initiativen. Das Bemerkenswerteste für mich war die enorme Welle an Bereitschaft zu unterstützen. Wir schätzen, dass sich um die 200 Menschen aus der Gemeinde und darüber hinaus an dem Projekt „Notunterkunft Kirche Johannisthal“ beteiligen. Nur anfangs haben wir auch Gemeinderäume belegt, inzwischen bieten wir 28 Betten in der Villa Sterndamm 90 (Hexenhaus), deren Sanierung sich noch etwas verzögert und die deshalb leer stand, und in einem Raum in der KiKi-Etage im Vorderhaus an. Mit Hilfe der vielen Unterstützer haben wir die Räume bewohnbar gemacht und einrichten können, z.B. auch mit zwei Küchen, die die Geflüchteten selbständig nutzen können. Die in der Gemeindehausküche notwendigen Ergänzungen, zum Beispiel den neuen Kühlschrank, haben wir aus eigenen Mitteln und Extraspenden und nicht aus den Spenden für die Geflüchteten gekauft. Für die Flüchtlingsunterkunft sind inzwischen um 10.000 € gespendet worden.

Daneben fielen wichtige Entscheidungen für die Zukunft der Gemeinde: In der Maisitzung hat der GKR einen Predigtauftrag an Pfarrerin Stefanie Hoffmann erteilt, die in diesem Rahmen etwa einmal im Monat den Gottesdienst übernimmt. Sie arbeitet ansonsten für eine Stabsstelle der EKD.

Ab August wird Pfarrerin Juliane Bach den Pfarrdienst in unserer Gemeinde übernehmen. Dabei handelt es sich um eine Entsendungsstelle: In die erste Pfarrstelle am Beginn ihres kirchlichen Dienstes werden Pfarrer*innen entsandt. Nach zwei Jahren wird Juliane Bach ihre Bewerbungsfähigkeit erhalten und sie kann sich um die Stelle auf Dauer – das sind 10 Jahre – bemühen. Wir freuen uns sehr, dass es nach zwei vergeblichen Ausschreibungen gelungen ist, eine tragfähige Lösung für unseren Pfarrdienst ermöglicht zu bekommen. Am 28. August werde ich mich dann von der Gemeinde verabschieden und wieder meinen Ruhestand genießen.

Im April haben wir die Absichtserklärung für das Neubauprojekt auf unserem Gelände unterschrieben. Mit dieser Absichtserklärung kann die EB-SRE (Evangelische Bank – Sustainable Real Estate) die Planungen weiter vorbereiten und die Gespräche mit den Behörden führen. Noch in diesem Jahr – eigentlich bis zum 30. September – soll dann der Erbbaurechtsvertrag unterzeichnet werden.

Unabhängig davon geht die Sanierung der Villa Sterndamm 90 in die nächste Phase: Die genauen Pläne sind jetzt abgesprochen worden, demnächst geht es mit den Plänen in die Beantragung der Fördermittel. Kleinere Randfragen ergeben sich zwangsläufig: Für die KiKi-Räume im alten Kurhaus Sterndamm 92 wollen wir Ersatz schaffen. Und für die Villa muss Strom aus erneuerbaren Energiequellen zur Verfügung stehen, damit wir die Förderbedingen erfüllen. Die von der neuen Bundesregierung geänderten Bedingungen machen die Möglichkeiten für eine Solaranlage auf unserem Kirchendach realistischer, vielleicht sogar so, dass wir sowohl für die Villa wie für das Gemeindehaus mit Kirche als auch schon im Blick auf den Neubau Energie zur Verfügung stellen. Das Klimaschutzgesetz der Landeskirche droht ansonsten mit einer CO₂-Abgabe, die uns ab dem 1.1.2023 belasten wird.

Immer noch winken die Gemeindekirchenratswahlen am 13. November. Wir hoffen darauf, mindesten sieben Menschen aus unserer Gemeinde zu gewinnen, die in den nächsten drei Jahren für die Zukunft der Gemeinde die Weichen stellen: Zum Beispiel im Sommer 2025 den*die Nachfolger*in für unseren Kirchenmusiker Martin Fehlandt zu bestimmen und vorher schon im Sommer 2024 über die dauerhafte Besetzung unserer Pfarrstelle zu entscheiden. Ich halte es für eine reizvolle Aufgabe, mit einer neuen Pfarrerin gemeinsam unsere Gemeinde für die nächste Generation zu gestalten mit all den ganz neuen Ideen, die diese, aber eben auch die neu gewählten Mitglieder des Gemeindekirchenrates einbringen wollen.

Mehr – und dann auch ihre Anregungen – am 12. Juni in der Gemeindeversammlung. Und wir treffen uns dann bestimmt zum Sommerfest am 2. Juli auf unserem Kirchengelände.

Herzliche Grüße in jedem Fall,

Ihr Pfarrer Hartmut Scheel

Es ist Ostern! Am Ende gewinnt das Leben! Banneraktion der Ev. Jugend Lichtenberg-Oberspree

Es ist Ostern! Am Ende gewinnt das Leben! Banneraktion der Ev. Jugend Lichtenberg-Oberspree

Wir wünschen allen im Kirchenkreis eine segensreiche Osterzeit. Voller Hoffnung, Leben, Segen und Frieden.

Ein paar unserer Banner haben homophobe und rechte Gewalt erfahren, wurden beschmiert, zerstört oder geklaut. Es kann herausfordern, sich öffentlich zur Gerechtigkeit zu bekennen, aber wir bleiben dabei, es gibt keine bessere Alternative – als die Liebe. Unserer Kirchenkreis bleibt bunt!

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Zu Besuch in der Notunterkunft der Ev. Kirchengemeinde Johannisthal (v.l.n.r.): Superintendent Hans-Georg Furian, Pfarrer Hartmut Scheel, Hanna Werner und Anja Herwig vom Organisationsteam. Foto: Jürgen Bosenius / kklios.de

Superintendent Hans-Georg Furian dankt für die große Solidarität mit den Geflüchteten aus der Ukraine

Mitte März 2022, etwa vier Wochen nach Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine, hatte sich Superintendent Hans-Georg Furian beim Besuch der Notunterkunft in der Ev. Kirchengemeinde Berlin-Johannisthal selbst ein Bild von der großen Solidarität der Kirchengemeinden des Kirchenkreises mit den Geflüchteten aus der Ukraine machen können. „Was ich damals Anja Herwig vom Gemeindekirchenrat und Pfarrer Hartmut Scheel im persönlichen Gespräch gesagt habe, möchte ich jetzt aus Anlass des Osterfestes gerne wiederholen: Das Engagement aller Kirchengemeinden und der vielen, vielen Einzelpersonen ist ein untrüglicher Beweis von Solidarität und Nächstenliebe. Passionszeit und Ostern zusammen bedeuten für uns Christen immer schon ganz konkret, dass der Weg vom Tod zum Leben führt. Ich danke allen, die geholfen haben und weiterhin helfen werden, herzlich für ihre Unterstützung!“

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