Archiv der Kategorie: Neubau Sterndamm 94-96

Bericht aus dem GKR Johannisthal

– Gemeindeversammlung – Notunterkunft für Geflüchtete – Predigtauftrag – Pfarrstelle: Abschied und Neubesetzung – Bauvorhaben – GKR-Wahl – Sommerfest –

Das Wichtigste: Am 12. Juni nach dem Gottesdienst lädt der Gemeindekirchenrat zur jährlichen Gemeindeversammlung ein. Da wäre Gelegenheit für Fragen, Kritik und Anregungen.

Im jetzt spürbarsten Fall haben wir im GKR erst einmal gar keine Entscheidung getroffen: Als die Anfrage nach Notunterkünften für Ukraineflüchtlinge kam, haben wir nur über das Wie gesprochen, gar nicht über das Ob überhaupt. Seit dem 8. März sind wir Anlaufstelle für kurzfristig notwendige Übernachtungen, seit dem 10. März haben wir auch die dazugehörigen Feldbetten vom Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten.

Über „Moabit hilft“, die am Hauptbahnhof arbeiten, und über eine Gruppe am Bahnhof Südkreuz bekommen wir regelmäßig Anfragen, dazu auch über verschiedene private Initiativen. Das Bemerkenswerteste für mich war die enorme Welle an Bereitschaft zu unterstützen. Wir schätzen, dass sich um die 200 Menschen aus der Gemeinde und darüber hinaus an dem Projekt „Notunterkunft Kirche Johannisthal“ beteiligen. Nur anfangs haben wir auch Gemeinderäume belegt, inzwischen bieten wir 28 Betten in der Villa Sterndamm 90 (Hexenhaus), deren Sanierung sich noch etwas verzögert und die deshalb leer stand, und in einem Raum in der KiKi-Etage im Vorderhaus an. Mit Hilfe der vielen Unterstützer haben wir die Räume bewohnbar gemacht und einrichten können, z.B. auch mit zwei Küchen, die die Geflüchteten selbständig nutzen können. Die in der Gemeindehausküche notwendigen Ergänzungen, zum Beispiel den neuen Kühlschrank, haben wir aus eigenen Mitteln und Extraspenden und nicht aus den Spenden für die Geflüchteten gekauft. Für die Flüchtlingsunterkunft sind inzwischen um 10.000 € gespendet worden.

Daneben fielen wichtige Entscheidungen für die Zukunft der Gemeinde: In der Maisitzung hat der GKR einen Predigtauftrag an Pfarrerin Stefanie Hoffmann erteilt, die in diesem Rahmen etwa einmal im Monat den Gottesdienst übernimmt. Sie arbeitet ansonsten für eine Stabsstelle der EKD.

Ab August wird Pfarrerin Juliane Bach den Pfarrdienst in unserer Gemeinde übernehmen. Dabei handelt es sich um eine Entsendungsstelle: In die erste Pfarrstelle am Beginn ihres kirchlichen Dienstes werden Pfarrer*innen entsandt. Nach zwei Jahren wird Juliane Bach ihre Bewerbungsfähigkeit erhalten und sie kann sich um die Stelle auf Dauer – das sind 10 Jahre – bemühen. Wir freuen uns sehr, dass es nach zwei vergeblichen Ausschreibungen gelungen ist, eine tragfähige Lösung für unseren Pfarrdienst ermöglicht zu bekommen. Am 28. August werde ich mich dann von der Gemeinde verabschieden und wieder meinen Ruhestand genießen.

Im April haben wir die Absichtserklärung für das Neubauprojekt auf unserem Gelände unterschrieben. Mit dieser Absichtserklärung kann die EB-SRE (Evangelische Bank – Sustainable Real Estate) die Planungen weiter vorbereiten und die Gespräche mit den Behörden führen. Noch in diesem Jahr – eigentlich bis zum 30. September – soll dann der Erbbaurechtsvertrag unterzeichnet werden.

Unabhängig davon geht die Sanierung der Villa Sterndamm 90 in die nächste Phase: Die genauen Pläne sind jetzt abgesprochen worden, demnächst geht es mit den Plänen in die Beantragung der Fördermittel. Kleinere Randfragen ergeben sich zwangsläufig: Für die KiKi-Räume im alten Kurhaus Sterndamm 92 wollen wir Ersatz schaffen. Und für die Villa muss Strom aus erneuerbaren Energiequellen zur Verfügung stehen, damit wir die Förderbedingen erfüllen. Die von der neuen Bundesregierung geänderten Bedingungen machen die Möglichkeiten für eine Solaranlage auf unserem Kirchendach realistischer, vielleicht sogar so, dass wir sowohl für die Villa wie für das Gemeindehaus mit Kirche als auch schon im Blick auf den Neubau Energie zur Verfügung stellen. Das Klimaschutzgesetz der Landeskirche droht ansonsten mit einer CO₂-Abgabe, die uns ab dem 1.1.2023 belasten wird.

Immer noch winken die Gemeindekirchenratswahlen am 13. November. Wir hoffen darauf, mindesten sieben Menschen aus unserer Gemeinde zu gewinnen, die in den nächsten drei Jahren für die Zukunft der Gemeinde die Weichen stellen: Zum Beispiel im Sommer 2025 den*die Nachfolger*in für unseren Kirchenmusiker Martin Fehlandt zu bestimmen und vorher schon im Sommer 2024 über die dauerhafte Besetzung unserer Pfarrstelle zu entscheiden. Ich halte es für eine reizvolle Aufgabe, mit einer neuen Pfarrerin gemeinsam unsere Gemeinde für die nächste Generation zu gestalten mit all den ganz neuen Ideen, die diese, aber eben auch die neu gewählten Mitglieder des Gemeindekirchenrates einbringen wollen.

Mehr – und dann auch ihre Anregungen – am 12. Juni in der Gemeindeversammlung. Und wir treffen uns dann bestimmt zum Sommerfest am 2. Juli auf unserem Kirchengelände.

Herzliche Grüße in jedem Fall,

Ihr Pfarrer Hartmut Scheel

Bericht aus dem GKR Johannisthal

Pfarrstelle – Hausmeister – Neubau – GKR-Wahl

Für uns war das neu: Im Januar gab es eine gemeinsame Sitzung mit dem Gemeindebeirat, leider vorsichtshalber auch diese nur über die Bildschirme, dafür dann aber in größerer Runde.

Natürlich beschäftigt uns fortwährend die Coronalage, wie wir trotzdem Gemeinde organisieren können und wie sich das, was dann stattfindet, für uns darstellt. Der Rückblick auf die Advents- und Weihnachtszeit fiel durchaus unterschiedlich aus: Von „unzumutbar“ bis „in Anbetracht der Umstände gelungen“ haben wir alles zu hören bekommen.

Auf die Ausschreibung unserer Pfarrstelle im Umfang von 50 % haben wir keine Bewerbung bekommen. Es läuft jetzt ein zweiter Versuch, nun ohne die angebotene Verbindung mit Adlershof. Wenn auch das keinen Erfolg hat, wird ab Oktober eine neue Regelung für die Vakanzverwaltung gefunden werden müssen.

Unser Hausmeister Lothar Thürmann hat gekündigt und gibt seinen Dienst bei uns zum 1. April auf. Für die achtjährige Tätigkeit danken wir ihm sehr. Die vielen kleinen Dinge im Hintergrund, auch die Betreuung von bei uns tätigen Handwerkern lagen bei ihm in guten Händen. Wir wünschen ihm für seinen Ruhestand alles Gute! Seine Nachfolge für den Minijob bei uns wird nahtlos Jörg Schuster übernehmen. Auch dafür sind wir sehr dankbar.

Das beherrschende Thema war und ist der Neubau auf unserem Gelände. Im Januar haben wir den mit dem Beirat ausführlich beraten und uns nun entschlossen, den Neubau ernsthaft anzugehen. Das Ziel dabei ist die wirtschaftliche Sicherung der Gemeinde. Wir hoffen aber auch, durch die Gestaltung des Baus unser Gelände insgesamt aufzuwerten und das Gemeindeleben zu unterstützen. Schweren Herzens gehen wir davon aus, dass unser Wohnhaus Sterndamm 92 abgerissen werden muss. Die dort notwendige Sanierung wäre wirtschaftlich nicht zu verantworten, weil es die Gemeinde in den Ruin treiben würde. Für die Neubaupläne ergibt sich damit aber die Möglichkeit, einen Zugang zu schaffen, der direkt auf die Kirchentür zuführt und diese auch von der Straße her sichtbar macht. Ob wir für unsere Glocken eine bessere Lösung finden, wie wir mit der Brandwand zum Nachbargrundstück umgehen, wie die Versorgung des Grundstückes aussehen kann und welche Möglichkeiten der Streifen vor dem Neubau an der Straße bietet, wird sich in der weiteren Planung zeigen. Wir sind jetzt dabei, den rechtlichen Rahmen für die Tätigkeit der „Evangelischen Bank – Sustainable Real Estate“, die unsere Partner bleiben sollen, auszuhandeln.

Als viel kleineres Thema schleppen wir das Haus Sterndamm 90 mit. Inzwischen arbeiten der Architekt und auch ein Energieberater an der Fortführung des Projektes. Wenn die Frage möglicher Fördermittel für das denkmalgeschützte Haus geklärt ist, wollen wir zügig weitermachen und hoffen immer noch, dass zum Ende des Jahres das Haus bezugsfertig ist.

Die Beratungen unter der Überschrift „Gottesdienste und Gemeindeleben“ nehmen immer einen breiten Raum ein, die Resultate schlagen sich in den Einladungen auch dieses Gemeindegrußes nieder.

Am 13. November wählen wir einen neuen Gemeindekirchenrat, das heißt: die Hälfte der Mitglieder des GKR wird neu bestimmt. Wir haben die Zahl der Mitglieder allerdings erhöht, sodass wir 5 neue Gemeindevertreter wählen werden. Es wird die letzte Wahl im 3-Jahres-Rhythmus sein. Weil ab 2025 die Wahl für alle GKR-Mandate für 6 Jahre erfolgen soll, werden auch die, die wir 2022 neu wählen, nur für drei Jahre den Auftrag von der Gemeinde bekommen.

Mit herzlichen Grüßen und besten Wünschen für den Frühling und die Osterzeit,

Ihr Pfarrer Hartmut Scheel

Bericht des GKR Johannisthal

Liebe Leserinnen und Leser,

im Namen des gesamten Gemeindekirchenrates wünsche ich Ihnen ein gesegnetes und vor allem gesundes Jahr 2022.

Immer noch müssen wir uns nach der Pandemie richten, sowohl bei gemeindlichen Veranstaltungen wie auch bei Gottesdiensten und Sitzungen. Wir können nur hoffen, dass das kommende Jahr uns Erleichterung bringt.

Der GKR hat zweimal getagt zum Ende des vergangenen Jahres. Eine Sitzung war mit allen anderen GKRen des Sprengels, um die neue Pfarrerin für Baumschulenweg zu wählen, und Frau Pfeiffer ist in geheimer Wahl gewählt worden.

Bei der letzten Sitzung des Jahres 2021 im Dezember standen Fragen der Haushaltsplanung und der Überlegungen zum Neubau eines Wohnhauses im Mittelpunkt. Wir haben intensiv den Workshop nachbesprochen und werden gemeinsam mit dem Beirat eine Planung entwickeln, die wir Ihnen als Gemeindeglieder im Frühjahr in einer Gemeindeversammlung vorstellen werden.

Die Vorsitzende des Beirates, Antje Gobel, hat zum ersten Mal in ihrer Funktion als ständiges Mitglied an unserer Sitzung teilgenommen. Die Meinung des Beirates bereichert die Diskussion und Entscheidungsfindung. Wir haben auch beschlossen, ab der nächsten Wahlperiode den GKR zu erweitern, um die ehrenamtliche Arbeit auf mehr Personen verteilen zu können. Wir hoffen auf gute Resonanz und Ihr Interesse, für die nächste Wahlperiode zu kandidieren. Die Wahl findet am 13. November 2022 statt.

Vor 125 Jahren zu Ostern wurde die Gemeinde Johannisthal gegründet, und dieses Jubiläum werden wir zum Anlass nehmen, einen Festgottesdienst in diesem Jahr zu Ostern zu feiern. Auch gibt es erste Überlegungen, ob das Jubiläumsjahr nicht ein guter Anlass wäre, der Gemeinde einen besonderen Namen zu geben, und es nicht nur bei der Ortsbezeichnung zu belassen. Was meinen Sie? Lassen Sie uns Ihre Meinung wissen, wir diskutieren gerne darüber.

Bleiben Sie behütet und bleiben Sie weiter so engagiert für die Gemeinde Johannisthal trotz mancher Widrigkeiten.

Ihr Dr. Thomas Menn
Vorsitzender der Gemeindekirchenrates Johannisthal im Januar 2022

Gespräche zum Neubau am Sterndamm

Zwei Tage im November haben wir mit vielen Gemeindegliedern die Idee eines Neubaus auf unserem Gelände Sterndamm 92 – 96 intensiv besprochen. Zu-nächst hat am Freitag unser Projektentwickler die im engeren Kreis schon bekannte Machbarkeitsstudie einer breiteren Gemeindeöffentlichkeit vorgestellt. Im Ergebnis verspricht diese Studie in mehrfacher – wirtschaftlicher, genehmigungsfähiger und nutzungsoffener – Hinsicht sinnvolle Bebauungsmöglichkeiten. Soweit waren wir hier aber schon.

Das Echo lässt insgesamt den Schluss zu, dass sich die Gemeinde eine Bebauung unseres Geländes gut vorstellen kann. Natürlich hängt diese Zustimmung auch davon ab, wie der Baukörper sich in unseren Park einfügt und was für einen Einfluss auf die Nutzung des Geländes das zur Folge hat.

Am Sonnabend haben wir dann die Gelegenheit gehabt, über das Gehörte und Gesehene miteinander ins Gespräch zu kommen. Im Ergebnis kamen wir auf relativ einhellige Gesichtspunkte:

1. Die Sichtbarkeit der Kirche von der Straße her soll verbessert werden.

2. Das können wir dadurch erreichen, dass der Hochzeitsweg von der Straße gerade auf das Kirchenportal zuführt und so eine Sichtachse herstellt.

3. Das bedeutet gleichzeitig, was auch schon für die Einzelbetrachtung gilt, dass das alte Kurhaus abgerissen werden muss. Die verabredete Prüfung ergibt zweifelsfrei, dass auch unabhängig von den Neubauplänen das Gebäude von der Gemeinde wirtschaftlich nicht zu halten ist.

4. Die im Neubau ermöglichten Nutzungen sollen zum Gemeindeleben passen: Mehrgenerationenhaus, Betreutes Wohnen, Kindergarten, Studierendenwohnheim, Café, Eine-Welt-Laden, Gemeindebüro und ergänzende Gemeinderäume …

5. Für den Glockenstuhl muss eine dauerhaft tragfähige Lösung gefunden werden: Die Glocken sollen über den Dächern läuten, um ihre Aufgabe zu erfüllen.

6. Die Brandwand zum Sterndamm 98 müssen wir in die Überlegungen zur Nutzung und Gestaltung des Geländes einbeziehen.

7. Natürlich müssen die technischen Randbedingungen bei allen Überlegungen bedacht werden: Fahrrad- und Autostellplätze,Müllentsorgung, Stauraum, möglicherweise ein Spielplatz …

Ausgangspunkt für die weiteren Überlegungen und Planungen ist die schon im letzten Gemeindegruß abgedruckte Variante mit zwei Gebäuden, die den verlegten Hochzeitsweg umschließen. Aus dem Vergleich mit der Nachbarbebauung ergibt sich, dass vier- bis fünfgeschossiges Bauen genehmigungsfähig sein sollte.

Wir haben verabredet, die Gemeinde und gegebenenfalls auch die Öffentlichkeit fortlaufend und zeitnah über den Stand der Dinge auf dem Laufenden zu halten. Dazu wollen wir die Möglichkeiten einer Informationstafel in der Kirche, die Internetseite der Gemeinde, den Newsletter und den Gemeindegruß nutzen. Behalten Sie also den jeweiligen Stand der Dinge im Auge!

Jetzt ist das Projekt aber auch entscheidungsreif: Noch im Januar wollen wir mit Beirat und Gemeindekirchenrat durch einen Startschuss-Beschluss den Neubau auf den Weg bringen. Nach bisherigem Stand können wir die Entwicklung, also Planung, Durchführung und „Verwertung“ von Teilen unseres Geländes auf geeignete Weise in der bewährten Zusammenarbeit mit unserer bisherigen Partnerin, der „Evangelische Bank – Sustainable Real Estate GmbH“ vorantreiben.

Also: Bleiben Sie neugierig und unter-stützen Sie uns, auch kritisch!

Ihr Pfarrer Hartmut Scheel

Neubau Sterndamm 92-96

1. Der Anlass und die Idee

In den Haushaltberatungen für das Jahr 2021 wurde deutlich, dass die finanziellen Mittel der Gemeinde sehr eng bemessen sind. Der Rat des Verwaltungsamtes: Entweder die Ausgabenseite kürzen, was hauptsächlich das Personal betreffen würde, oder die Einnahmeseite verbessern.

Dazu kam dann sehr energisch der Hinweis, dass wir in absehbarer Zeit uns mit der Sanierung des Wohnhauses Sterndamm 92 befassen müssen. Das hätte einen weiteren wirtschaftlichen Kraftakt zur Folge.

Eine Lösung, die wir sehen konnten, um die Gemeinde langfristig auf sichere Füße zu stellen: Auf unserem großen Grundstück bauen und mit möglichen Überschüssen aus Mieteinnahmen unsere Personalkosten, zum Beispiel für eine eigene Pfarrstelle, zu stützen.

Auf unserem Grundstück gibt es an der Straße und an der Brandwand des Nachblockes entlang mehr oder weniger ungenutzte, brachliegende Flächen, die sich für eine Bebauung anbieten. Wenn wir unser Grundstück als Stiftung der Generation von vor hundert Jahren für die Zukunft der Gemeinde in Johannisthal betrachten, ergibt sich daraus eigentlich eine Verpflichtung, dieses Stiftungsgut auch für den ursprünglichen Zweck zu nutzen. Andererseits ist ein Neubau auch eine Chance für die Gemeinde, bei der Behebung der Wohnungsnot in Berlin zu helfen. Diesen Beitrag zum öffentlichen Leben der Stadt können wir aber auch in unserem Sinne gestalten: Was bauen wir für wen? Auch mit den Entscheidungen, wen wir als Nutzer einladen, können wir Gemeinde bauen.

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Neubau am Sterndamm??

Wir haben es ja schon bei mehreren Gelegenheiten angedeutet: Wir planen sehr ernsthaft, auf unserem Gelände zu bauen. Die ursprüngliche Idee dabei war, durch Verbesserung der Einnahmeseite – dann durch Mieten – die Gemeinde wirtschaftlich längerfristig zu stabilisieren. Daneben können wir z.B. durch einen Kindergarten der Gemeinde auch neue Impulse geben und es uns mit einem Café gemütlich machen. Wir können ja entscheiden, was wir bauen und wofür und damit Leben auf unserem Gelände gestalten. Dass unsere grüne Oase im Kern als solche erhalten und vielleicht sogar aufgewertet werden kann, ist die Voraussetzung aller Überlegungen.

Mit Unterstützung des Kirchenkreises, der in unserem Vorhaben auch ein beispielhaftes Pilotprojekt sieht, liegt jetzt eine Machbarkeitsstudie vor, deren Ergebnisse der Gemeinde am 19. und 20. November vorgestellt werden und die Gemeinde zum Mitdenken eingeladen ist. Das Ergebnis der Studie besagt zunächst nicht viel mehr als: Es ist unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten und im Blick auf die Möglichkeiten des Grundstückes Sterndamm 92-96 ein aussichtsreiches Projekt. Der Bau würde durch einen Kredit finanziert werden und dieser durch die zu erwartenden Einnahmen – hauptsächlich Mieten – von uns bedient werden können und sogar etwas für die Gemeinde übriglassen. Erschrecken Sie nicht: Es geht inzwischen um eine Investitionssumme von über 14 Millionen Euro. Spannend ist natürlich, wie das aussehen könnte. Eine bittere Pille könnte der Abriss des alten Kurhauses sein, das wir in absehbarer Zeit sowieso energetisch sanieren müssten, was uns an den Rand des finanziell Leistbaren oder sogar darüber hinaus bringen würde. Es war nicht unsere Idee, aber ein offenbar begründeter Rat, auch darüber nachzudenken, an diese Stelle einen Neubau zu setzen. Das vorausgesetzt könnte, so der Vorschlag des Projektmanagers, einen „Baukörper“ an der Straßenfront bis hin zu einem direkt in Richtung Kircheneingang verlegten Zugang ins Gelände ergeben und einen zweiten auf der anderen Seite dieses neuen Zuweges ein Stück ins Gelände hinein parallel zur Feuerwehrzufahrt. Die Lücke zwischen den beiden Häusern würde direkt in unsere Kirche einladen. Es könnten in den Häusern ungefähr 40 Wohnungen entstehen oder, wenn wir von Mikro-Apartments zum Beispiel für Auszubildende in Pflegeberufen ausgehen, mehr als die doppelte Anzahl.

Vermutlich werden die Pläne im Laufe unseres innergemeindlichen Gespräches und in Auseinandersetzung mit Architekten, die dann konkrete Pläne für uns erarbeiten sollen, noch in vieler Hinsicht bewegt werden. In Aussicht genommen ist, bis zum Oktober 2022 die Pläne soweit fertig zu haben, dass sie dann in die Mühlen der Genehmigungsverfahren geschoben werden können. Auch dafür ist grob ein Jahr vorgesehen, sodass in den Jahren 2024 und 2025 gebaut werden könnte.

Noch haben wir über diesen groben Zeitrahmen hinaus keine genauen Verabredungen, wie dieser Planungsprozess gestaltet werden kann. Wir möchten aber gern Sie alle einbeziehen und mitnehmen auf diesem Weg. Vermutlich werden wir nicht immer alle einig sein. Ich freue mich trotzdem darauf, mit Ihnen Ideen zu entwickeln und ihnen Gestalt zu geben. Solch ein Prozess kann großen Spaß machen. Und wenn am Ende das Ergebnis auch überzeugt, wovon ich überzeugt bin, können wir als Kirchengemeinde sehr stolz sein.

Also: Werden Sie neugierig und mischen Sie mit!
Ihr Pfarrer Hartmut Scheel

Workshop am 19./20. November 2021 – Bau eines Wohnhauses auf dem Kirchengrundstück

Wie wir bei der Gemeindeversammlung dargestellt haben, denken wir darüber nach, den  Grundstücksteil zum Sterndamm hin zu bebauen, um so langfristig durch Mieteinnahmen die finanzielle Absicherung der Gemeinde zu gewährleisten. In der Zwischenzeit wurde durch einen Projektentwickler der Evangelischen Bank ein Gutachten erstellt, das die grundsätzliche Machbarkeit dieses Projektes bestätigt. Bevor der GKR einen konkreten Beschluss fasst, ob diese Idee weiter verfolgt wird, soll in einem ersten Schritt Richtung konkreter Planung ein Workshop mit dem Projektentwickler und Interessierten aus der Gemeinde stattfinden, in dem Ideen und Visionen für dieses Haus gesammelt und ausgelotet werden. Dieser Workshop geht über zwei Tage: am Freitag, den 19. November wird in einer Abendveranstaltung die Studie mit ersten Ideen vorgestellt, am Samstag, den 20. November findet dann der eigentliche Workshop zur Entwicklung von Ideen statt.

Mitglieder von Gemeindekirchenrat und Gemeindebeirat werden zu diesem Workshop persönlich eingeladen, er steht aber allen Interessierten offen.

Die beiden Termine (beide in der Kirche Johannisthal):

Freitag, 19. November 2021 von 20-22 Uhr
Samstag, 20. November 2021 von 10-13 Uhr

Es gilt die 3G-Regel, d.h. Impf- oder Genesenenstatus bzw. negativer Test müssen nachgewiesen werden. Wir bitten Sie darum, das Hygienekonzept der EKBO für Gemeinde-Veranstaltungen zu beachten.

Bericht des Gemeindekirchenrates

Vorabveröffentlichung

Liebe Leserinnen und Leser des Gemeindegrußes,

diese Zeilen schreibe ich am Reformationsfest und wenn Sie den Gemeindegruß gedruckt in Händen halten, hat das neue Kirchenjahr mit der Adventszeit bereits begonnen. Die Gottesdienstplanungen für die Monate Dezember 2021 und Januar 2022 entsprechen den Erkenntnissen, die wir zum heutigen Zeitpunkt haben. Gut ist es jetzt, inne zu halten und auf das vergangene Jahr zurückzublicken und den Ausblick auf das kommende Jahr zu versuchen.

Zwar hat die Pandemie vieles im Gemeindeleben beeinflusst, aber wir konnten unser Kirchenjubiläum in angemessenem und fröhlichem Rahmen feiern, mit gutem Abschluss eines Festgottesdienstes und der Predigt des Landesbischofes. Nächstes Jahr zu Ostern wird die Gemeinde Johannisthal übrigens 125 Jahre jung.

Kinder- und Jugendarbeit finden wieder statt, und die gemeindlichen Gruppen konnten wieder zusammenkommen. Die Räume unseres Gemeindezentrums wurden wieder zum Begegnungsort für viele Menschen.

Direkt zurückgeschaut hat der Gemeindekirchenrat im September und Oktober getagt und wichtige Beschlüsse gefasst, die für die nächsten Jahre bedeutsam sind. Der GKR hat nun endlich einen Gemeindebeirat benennen können, der uns in Zukunft bei allen wichtigen Entscheidungen begleiten wird. Die Liste der Mitglieder liegt im Gemeindebüro.

Wir haben nun die Ausschreibung für die Pfarrstelle auf den Weg gebracht, nachdem sich nun vor nicht allzu langer Zeit definitiv geklärt hat, dass Pfarrerin Julika Wilcke ab sofort in den benachbarten Kirchenkreis nach Rixdorf wechselt. Der GKR dankt ihr für ihre Tätigkeit in Johannisthal. Wir wünschen Julika Wilcke alles Gute auf dem weiteren beruflichen Lebensweg verbunden mit den besten Wünschen für ihre Familie.

Mit Unterstützung des Kirchenkreises bzw. des Superintendenten versuchen wir gemeinsam mit der Gemeinde Adlershof, die auch eine Pfarrstelle besetzen muss, eine gute Lösung zu finden. Dort ist ein Pfarrhaus vorhanden, und vielleicht findet sich ein Paar, das zusammen für unsere beiden Gemeinden da sein kann. Leider ist es nämlich dabei geblieben, dass wir aus finanziellen Gründen nur eine 50%-Stelle besetzen können, einen größeren Spielraum hat Johannisthal beim Geld nicht.

Unsere Planung geht dahin, dass Mitte des Jahres 2022 die Ältesten des Pfarrsprengels über die Besetzung in Johannisthal abstimmen werden. So haben wir hoffentlich   zum Ende des Kirchenjahres endlich seit der Pensionierung von Dr. Reinhard Kähler im Sommer 2017 eine Pfarrperson fest für die kommenden Jahre bei uns in der Gemeinde. Bis dahin wird Pfarrer Hartmut Scheel wie schon seit einem Jahr mit voller Kraft bei uns in Johannisthal tätig sein. Diese Stetigkeit und die Klarheit im Handeln tun uns allen gut.

Auch haben sich die Überlegungen, unsere finanziellen Möglichkeiten zu verbessern, insoweit konkretisiert, tatsächlich über den Bau eines Wohnhauses auf dem an den Sterndamm angrenzenden Teil unseres Grundstückes, eventuell verbunden mit Kindergarten und Begegnungscafé, intensiver nachzudenken. So könnten wir im kommenden Jahr darüber beschließen, ob und wie wir ein solches Projekt verwirklichen. Aber dazu hören wir Sie alle in einer Gemeindeverssammlung, bevor wir Fakten schaffen. Der Gemeindebeirat wird uns bei der Findung einer Entscheidung unterstützen.

Ende des Jahres 2022 sind wieder Wahlen zum Gemeindekirchenrat, und wir möchten die Arbeit der Ältesten auf eine noch breitere Basis stellen als bisher. Dazu planen wir, den GKR zu erweitern, und ich möchte Sie jetzt schon bitten, zu überlegen, ob Sie oder jemand, den Sie kennen, zur Wahl kandidieren möchte. Meine Zeit als gewählter Ältester endet dann nach sechs Jahren und es ist aus meiner Sicht gut und notwendig, dass Jüngere die Geschicke der Gemeinde mitbestimmen.

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Adventszeit und mögen wir die Weihnachtzeit friedvoll und gesund gemeinsam feiern können.

Ihr Dr. Thomas Menn
(Vorsitzender des GKR Johannisthal) 
31.10.2021