Bericht aus dem GKR Johannisthal

– Danke – Erbbaurecht – Räume für alle – Sanierung Villa –
– FeierAbend – Faire Gemeinde – Seelsorge und Besuchsdienst –

Liebe Gemeinde,

viele von uns haben sich bei der Gemeindeversammlung am 6. April gesehen und ausgetauscht. Für die, die nicht dabei sein konnten, hier eine Zusammenfassung der vielen Aspekte, die mir erneut vor Augen geführt haben, wie lebendig und von vielen Herzen und Händen getragen unsere Gemeinde ist und wie diese dadurch auch in unsere Umgebung hinauswirkt.

Deshalb an dieser Stelle zunächst DANKE an alle, die ihre Kraft und ihr Tun unserer Gemeinde widmen: sich engagieren, sorgen, hegen und pflegen, mitdenken, gestalten, handarbeiten und handwerken, spielen, musizieren und singen, achtsam sind, spenden, zuhören, in oder aus der Bibel lesen und Gottesdienste feiern. DANKE all den Menschen mit besonderer Verantwortung, im kirchlichen Hauptamt, dem GKR oder einem der vielen Ausschüsse, deren Einsatz häufig nicht so sichtbar, aber sehr wertvoll ist.

Aus dem Bericht des GKR-Vorsitzenden Dr. Matthias Krüger:

Der notariell unterzeichnete Erbbaupachtvertrag befindet sich weiterhin im Vollzug. Seit Juli 2024 erhalten wir von der Sterndamm GmbH das vereinbarte Nutzungsentgelt, welches nach Wirksamwerden des Erbbaurechtes in den Erbbauzins überführt wird.

Als nächster wichtiger Schritt soll der Besitz an Gebäude und Teilfläche nun am 01.09.2025 an die Sterndamm GmbH übergehen. Es wird eine Grundstückabtrennung erfolgen, wobei sichergestellt ist, dass wir im Zuge eines Wegerechtes den Hochzeitsweg zur Kirche weiterhin nutzen können. Ab dem Zeitpunkt der Besitzübergabe muss in den darauffolgenden sechs Monaten der Bauantrag für die Errichtung der beiden Wohnhäuser durch die Sterndamm GmbH gestellt werden. Sobald Bau- und Abrissgenehmigung erteilt sind, wird der volle Erbbauzins gezahlt. Insgesamt werden wir also mit den Einnahmen aus dem Erbbauzins eine solide Ertragslage haben.

Bis zur Besitzübergabe muss Raum für die Arbeit mit den Kindern im Kirchengebäude geschaffen werden. Ein Anfang wurde bereits mit dem Frühjahrsputz gemacht, bei dem im Abstellraum Platz geschaffen wurde. Wir machen uns derzeit Gedanken, wie wir die Arbeit mit Kindern und alle anderen Gemeindegruppen in unseren vorhandenen Räumen umsetzen können. Dafür wollen wir alle etwas zusammenrücken und mit einem übersichtlichen Raumbelegungsplan arbeiten.

Die Sanierung unserer Villa schreitet sichtbar stetig voran. Aktuell sind nun die Holzvertäfelungen im Aufbau. Die Fertigstellung wird derzeit Mitte/Ende Juli erwartet, sodass wir damit rechnen, ab Oktober 2025 vermieten zu können. Der GKR-Vorsitzende berichtete von einer wertvollen Zusammenarbeit mit Architekten und Bauleitung und dankte Lars Mönch aus dem Bauausschuss für sein Engagement mit viel technischem Verstand und Expertise. Im Ergebnis sind wir stolz darauf, dass die Bausubstanz zukunftsweisend wiederhergestellt werden konnte und die Mieteinnahmen der Villa in den nächsten 20 bis 30 Jahren unserer Gemeinde als finanzielle Grundlage dienen werden.

Noch ganz neu ist eine Veranstaltungsreihe, zu der Smilla Braumann und Alexander Mattern informiert haben:

Von Mai bis Juli laden wir Sie erstmalig an regelmäßigen Terminen jeweils freitags zum sogenannten FeierAbend ein, mit dem wir Menschen generationenübergreifend für geselliges, informatives, spielerisches und unterhaltsames Miteinander begeistern wollen. Seien Sie neugierig und kommen Sie vorbei! Sie können auch unser Planungsteam mit Ideen sowie bei der Vorbereitung und Durchführung unterstützen. Melden Sie sich einfach bei Pfarrerin Bach oder im Kirchenbüro.

Aus dem Klimateam unserer Gemeinde kommt die Nachricht, dass der Antrag auf das Siegel „Faire Gemeinde“ nun beim Ökumenischen Zentrum der EKBSO eingereicht ist. Wir werden im Laufe des Jahres Rückmeldung erhalten und ggf. nach erfolgreicher Prüfung in einem Festgottesdienst das Siegel erhalten. Dies belohnt das Engagement unserer Gemeinde, sich für soziales, ökologisches und faires Verhalten regional und global einzusetzen und erinnert uns daran, unsere Ziele nicht aus den Augen zu verlieren.

Pfarrer i.R. Sommer berichtete von der Seelsorge im FSE-Pflegeheim, die er, Pfarrer i.R. Iskraut sowie Frau Hirthe in Einzelgesprächen und mit regelmäßigen Gottesdiensten anbieten.

Die Menschen dort sind für diese Begegnungen sehr dankbar. Mit einem Besuch, Zeit für Gespräche und Gebet oder einer gemeinsamen Runde im Garten erfahren Menschen sich (wieder) als Teil der Gemeinde und Gesellschaft. Dieser traditionelle christliche Liebesdienst an unseren Nächsten ist in diesen Zeiten ganz besonders wichtig. Gesucht werden Menschen, die sich dem Besuchsdienst anschließen und ab und an etwas Zeit an andere verschenken wollen.

Eine schöne Frühlingszeit in unserer Gemeinde wünscht Ihnen, verbunden mit herzlichen Grüßen aus dem GKR,

Johanna Werner

Kontemplationsabende in der Kirchengemeinde Johannisthal

„Gib mir ein hörendes Herz“ (nach 1. Könige 3,9)

Seit einem halben Jahr treffen sich mit mir einige Menschen aus der Gemeinde und Nachbarschaft zu einem Meditationsabend in der Johannisthaler Kirche. Jeden 1. und 3. Montag im Monat hat der Übungsabend in Stille folgenden Ablauf:

Jeder sucht sich einen Platz mit einer selbst mitgebrachten Matte, einem Sitzkissen oder Hocker sowie eventuell mit Kissen und Decke.

Um 19 Uhr beginnen wir mit sanften Lockerungsübungen. Anschließend legen sich die Teilnehmenden auf eine Matte und richten die Aufmerksamkeit nach innen. Meine Worte begleiten sie bei ihrer Reise durch den Körper. Ich weise auf den Atem und einzelne Körperregionen hin, die nach und nach durchwandert werden. Diese körperliche Wahrnehmungsübung (Embodiment) dauert etwa eine halbe Stunde. Danach gehen wir zu einfachen, langsamen Yogastellungen über, wobei dem Atemfluss besondere Aufmerksamkeit gewidmet wird.

Es folgt eine Pause bis 20:30 Uhr, in der wir in der Gemeindeküche Tee
trinken. Danach beginnt die Meditation im Sitzen. Manche nutzen einen
Stuhl, andere ein Meditationskissen oder einen Hocker. Für den freien Fluss des Atems ist eine aufrecht-ausbalancierte Wirbelsäule wichtig. Die Meditation wird mit einem Gong ein- und ausgeleitet.

Zur Meditation, die ein sich Einlassen auf den Augenblick bedeutet, gebe ich manchmal einen Impuls. Dann heißt es, sich 25 Minuten der Stille zu überlassen. Nach dem Gong gehen wir 10 Minuten meditativ und schweigend durch die Kirche. Anschließend folgt
eine zweite Meditationsrunde von 25 Minuten im Sitzen.

Diese Kombination meditativer Übungen ist eine Schulung der Achtsamkeit. Sie ist zugleich eine Gesundheitsübung, deren positive Wirkung vielfach belegt ist. Vor allem aber ist sie für mich eine spirituelle Übung:

„Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt?“
(1 Kor 3,16).

Durch diese Übungen kommen wir in Resonanz mit unserem Körper. Er wird uns vertraut, ohne dass aufkommende Empfindungen, Gefühle oder Gedanken bewertet werden. An diesem Abend steigen wir aus der beschleunigten, oft rastlos laufenden Zeit Kontemplationsabende in der Kirchengemeinde Johannisthal aus. Wir hören einfach auf – und stattdessen öffnen wir uns der Stille. Indem wir dies gemeinsam tun, entsteht ein besonderer Raum der Resonanz, auch untereinander. Manchmal geschieht Neues und Unerwartetes.

„Gib mir ein hörendes Herz“ (1. Kön 3,9)

Diese Bitte schwingt bei jedem unterschiedlich mit. Die Kirche gibt dieser Suche nach Stille einen Rahmen. Spiritualität steht nicht losgelöst im Raum – sie braucht Orte. Die Kirche kann dabei Kraft und Halt geben. Es tut gut, in unserer Zeit etwas Verfügbares für das Unverfügbare zu haben.

Die Gruppe ist ein offenes Kirchenangebot. Wer zum ersten Mal kommt, sollte möglichst bereits um 18:30 Uhr da sein.

Jan Podschus

Die nächsten Termine:

Kontemplationsabend Achtsamkeitspraxis mit BodyScan, Yoga und Meditation unter der Leitung von Dr. med. Jan Podschus Wir treffen uns zweimal im Monat, montags von 18.30 bis 21.30 Uhr. Unsere nächsten Termine: Dezember und 15. Dezember Januar und 26. Januar Interessierte nehmen bitte Kontakt auf unter jan@podschus.de (Logo: Ev. Kirche Johannisthal)

Angedacht

Vor Kurzem gab es die Situation, dass ein lieber Mensch besorgt um mich war. Ich war darüber sehr berührt und ich habe mich dabei wohl gefühlt. Ein Freund macht sich Gedanken für und über mich und wünscht sich offensichtlich, dass es mir gut geht. Obwohl … vielleicht war es das noch nicht einmal. Es muss uns ja nicht immer gut gehen. Er war in diesem Moment in Gedanken bei mir. Und das hat mir gutgetan. Es tut gut, wenn andere immer wieder in Gedanken bei uns sind.

Es gibt solche Momente/Situationen (im Leben), die vor allem eines diagnostizieren: So wird es nicht ewig weitergehen. Das ist eigentlich nichts Neues. Die Endlichkeit unseres Lebens hier auf der Erde prägt unseren Alltag und unser Wissen und Handeln gehört zu dem Wenigen, wo wir Grenzen vielleicht verrücken, aber nicht abschaffen können.

Auch um es mir selbst bewusst zu machen, schrieb ich dem besorgten Freund: „Ich hab alles, was mensch zur Glückseligkeit braucht.“ Davon bin ich fest überzeugt. Den Segen Gottes kann ich persönlich jeden Tag spüren. Jeden Tag. Auch – oder vielleicht sogar gerade dann – wenn ich von solcher Diagnose erfahre, die bedeutet, dass ein Leben zu Ende geht.

Solche Situationen machen die gemeinsame Zeit wertvoller und sie helfen, im Alltag Prioritäten zu setzen. Aber darf ich mich glückselig fühlen, wenn ich weiß, dass jemand, den ich liebe, nicht mehr lange leben wird? Darf ich mich still auf eine Beerdigung freuen, wenn ich den verstorbenen Menschen hier in meinem Leben vermissen werde?

Dann haben wir uns Sprachnachrichten geschickt. Ich habe mich gefreut, die Stimme des Freundes zu hören. Ich habe seine Nähe gespürt, (obwohl er weit weg war), und ich habe mich verbunden gefühlt, (obwohl es da noch andere Menschen gibt, deren Verbundenheit rein quantitativ auch ausreichen könnte). Da gab es kein Problem zu lösen, nichts zu erledigen und nichts zu schaffen.

In der ‚Männer-Bibel‘ von Richard Rohr steht auf der Seite 281:
„Je tiefer wir in das Mysterium von Christus eintauchen, desto durchlässiger wird die Grenze zwischen Freude und Leid, zwischen den Tränen der Freude und den Tränen der Traurigkeit. Für einen Mann, der sein Herz Gott geschenkt hat, gibt es am Ende nur noch eine Frage: „Erfülle ich Gottes Willen?“
Anders ausgedrückt: Helfe ich Gottes Menschen? Ob die Antwort darauf Glück oder Traurigkeit in uns auslöst, ist dann nicht mehr von Bedeutung. Darin liegt das Paradox unseres Glaubens: dass wir Freude empfinden können, wenn wir tiefgreifend mit oder für andere leiden, und dass wir Traurigkeit empfinden, wenn wir uns vom Schmerz der anderen abwenden und nicht daran teilhaben.“

Ihre Carmen Khan

Bericht aus dem GKR Johannisthal – ein Rückblick auf unsere Rüstzeit vom 24.-26. Januar 2025

Unsere Rüste fand vom 24. bis 26. Januar 2025 in Woltersdorf am Kalksee statt. Wir verbrachten ein intensives und zugleich erfrischendes Wochenende miteinander, das sowohl geistlich als auch gemeinschaftlich bereichernd war. Hier ein Rückblick auf unsere Zeit:

Anreise und Ort

Christiane: Die jährliche Tagung des Gemeindekirchenrates fand in Woltersdorf am Kalksee in einem Tagungshaus der Kirche statt. Leider konnten 2 Mitglieder des GKRs nicht teilnehmen. Alle anderen – insgesamt 9 Personen aus der Gemeinde Johannisthal – trafen pünktlich am Freitag, den 24. Januar gegen 18.00 Uhr ein. Wir waren zum Abendessen angemeldet. Vorher konnten noch die Zimmer bezogen werden.

Mario: Für Straßenbahnnostalgiker ein Muss: Die Linie 87 von Rahnsdorf nach Woltersdorf. Man läuft – im Dunkeln und im Nieselregen vom S-Bahnhof – mit vielen anderen, die auch nach Woltersdorf wollen – zur Straßenbahnhaltestelle, da kommt sie angerumpelt. Ein Wagen nur, aber es passen alle hinein. Und dann die Fahrt durch den dunklen Wald, bis die ersten Häuser von Woltersdorf auftauchen. Die Stationen werden nicht durchgesagt, aber Ortskundige helfen, an der richtigen Haltestelle auszusteigen.

Unterkunft und Umgebung

Christiane: Der erste Eindruck war sehr gut. Das Abendbrot war reichhaltig, die Zimmer gemütlich und unser zugeordneter Tagungsraum war groß und zweckmäßig. Wir hatten einen herrlichen Blick über den Kalksee bis nach Rüdersdorf.

Hanna: Das Zusammensein im Begegnungszentrum inmitten dieser ruhigen und friedlichen Wasser- und Waldlandschaft – in einem Tagungsraum hoch oben mit fabelhaftem Ausblick und damit ungewohnter Perspektive – hat dem Ganzen einen besonderen Rahmen verliehen. Ein richtiger Kraftort zum Auftanken, Abtauchen in andere Themenwelten und Innehalten im oft vorbeirasenden Alltag.

Ines: Das Begegnungs- und Bildungszentrum Woltersdorf bot uns den perfekten Rahmen für das gemeinsame Wochenende. Der erste Tag – Gemeindearbeit und Gestaltung

Juliane: Wir starteten in den Tag mit einer gemeinsamen Bibelarbeit zum Thema “Bauen auf festem Grund”, ausgehend von dem Bibeltext 1.Korinther 3,1-13. Im Anschluss konnten wir das Bild des Fundaments und das Haus, das darauf gebaut wird, auf unsere Gemeinde übertragen und überlegten uns: Was ist unser Fundament? Woran bauen wir?

Ines: Der Sonnabend stand ganz im Zeichen der Gestaltung unserer Gemeinde. Wir haben in vier Gruppen eine Bestandsaufnahme gemacht, was in unseren Augen gut läuft und was wir unbedingt beibehalten wollen. Außerdem erarbeiteten wir Themen, in denen unsere Gemeinde durchaus noch Entwicklungs-potential hat. Hier zeigte sich, dass von großem Vorteil ist, wenn der Gemeindekirchenrat aus Menschen verschiedensten Alters zusammengesetzt ist.

Hanna: Eine ja eigentlich “Arbeits-Gemeinschaft” wie den GKR so anders und verbindend zu erleben, hat diese Zeit für mich sehr besonders gemacht. Das gibt mir nochmal mehr Schwung und Zutrauen für die kommenden Aufgaben.

Freizeitgestaltung – Entspannung und Austausch

Ines: Nach dem Mittagessen machten wir einen ausführlichen Spaziergang und haben die wunderschöne Umgebung von Woltersdorf genossen. Nach kurzem Aufstieg auf den Kranichsberg hatten wir eine tolle Aussicht auf das Umland mit dem vielen Wasser. Der Aussichtsturm – das Wahrzeichen von Woltersdorf – war leider geschlossen.

Mario: Wir haben viel gespielt – immer erst abends natürlich, wenn die Arbeit getan war. Aber das musste sein – Uno flip, Just One und manch andere Spiele – teils leicht zu verstehen, teils auch sehr komplex – teils miteinander und teils auch gegeneinander. Im Spiel, wo die äußeren Regeln feststehen, lernt man miteinander umzugehen, auf andere Rücksicht zu nehmen (oder auch nicht, wenn es ums Gewinnen geht) – und das alles ohne zu verletzen und ohne verletzt zu werden. Es ist nur Spiel – aber eine Gruppe von Menschen, die miteinander und auch gegeneinander gespielt hat, ist dann auch eingespielt, wenn es um die Arbeit in unserer Gemeinde geht. Und so kam dann die Idee, Spielabende auch mal als Gemeindeabende anzubieten.

Ergebnis der Rüstzeit und weitere Ideen/Aufgaben

Hanna: Es ist erstaunlich, welche Verbundenheit schon in kurzer Zeit in einer Gruppe entstehen kann, wenn mehr Raum da ist für alles, was Leben ausmacht: Wir waren an diesem Wochenende gemeinsam unterwegs in der Natur, haben zusammen gegessen, in der Bibel gelesen und uns dem Text methodisch genähert, intensiv Themen rund um unsere Gemeinde erarbeitet und jeden Abend miteinander gespielt und viel gelacht. Inhaltlich haben wir uns an diesem Samstag, nach einem Einstieg über einen Text aus der Bibel, mit der Ausschreibung unserer Stelle für Kirchenmusik beschäftigt, in einem umfangreichen Brainstorming das Gemeindeleben unter die Lupe genommen und neue Ideen entwickelt, über die finanzielle Lage und eventuelle Möglichkeiten nachgedacht und auch über die Bedeutung von Kirche in der Gesellschaft gesprochen. Es war sehr intensiv, soviel Zeit in der Gruppe zu verbringen und inhaltlich zu arbeiten. Juliane Bach ist es dabei sehr gut gelungen, den Ablauf abwechslungsreich und methodisch so vielfältig zu gestalten, dass wir trotz der vielen Themeneinheiten genug frische Luft und Genuss und damit Zeiten zum Auftanken hatten. Wir haben wirklich viel geschafft! Und viele waren sich am Ende einig: So eine gemeinsame Rüstzeit gehört eigentlich ganz an den Anfang einer GKR-Legislatur.

Sonntag und Abschied

Ines: Um 9.30 Uhr feierten wir gemeinsam den Gottesdienst mit Abendmahl in der wunderschönen Woltersdorfer Kirche. Im Anschluss daran ging es für einige bereits nach Hause, andere nutzten noch die Gelegenheit zu einer Führung durch den Museumspark Rüdersdorf.

Mario: Alles über Kalk, wirklich alles. Fragen Sie uns, denn wir haben viel gelernt beim Rundgang durch den Museumspark Rüdersdorf am Sonntag.

Michael: Noch einmal kurz zurück in die Kirche: Pfarrerin Stephanie Spranger führte uns in ihrer Predigt an diesem recht kalten Januar-Morgen in die Mittagshitze der Gegend um Nablus / Westjordanland. Durst und Wasser des Lebens: Am Jacobsbrunnen offenbart sich Jesus metaphorisch der samaritanischen Frau als Retter der Welt. „Gott, vergib, wenn ich misstrauisch bin, wo Deine Verheißung gilt“, hieß es eben im Bußgebet? Wir verstehen, dass die Frau eher ein Klartexttyp ist und wissen, dass sie ihm am Ende Glauben schenken wird. Alles in Ordnung, ein wirklich schöner Morgen. Durch die Ankündigungen des Lektors erfahren wir: Hier gibt es auch Filmvorführungen. Da geht was, oder?

Was bleibt?

Die Idee eines gemeinsamen Abends einmal die Woche, an dem all unsere bunten Ideen Platz finden können, ein FeierAbend! Um 18 Uhr können wir dann freitags generationenübergreifend etwas zusammen erleben und gern auch neue Menschen dazu einladen: Spieleabend, Filme schauen, Themen- und Gesprächsabend, Kneipenquiz und vieles mehr. Beginnen könnten wir ab Mai! Gerne sind weitere Ideen und Anregungen sowie tatkräftige Unterstützung willkommen! Bei Lust und Laune gern im Büro melden! Außerdem sind wir nun bei Instagram vertreten dank Smilla: Sie wird ein Konto für die Kirchengemeinde pflegen und Veranstaltungen online stellen.

Die Rüstzeit war ein voller Erfolg und ein wichtiger Schritt in der gemeinsamen Arbeit des GKR, der nach diesem Wochenende noch enger zusammengewachsen ist.

Rückblick: Weihnachtsmarkt Kiezklub Johannisthal

Mit wunderbarem Bläsereinsatz und reichhaltigem Angebot am Infostand war unsere Kirchengemeinde am 14. Dezember auf dem Weihnachtsmarkt des „Kiezklub Rathaus Johannisthal“ präsent.

Traditionell standen wir Seite an Seite mit dem Weltladen-Team aus Baumschulenweg um Christiane Bergelt. Gemeinsam haben wir den winterlichen Temperaturen getrotzt und uns über großen und freundlichen Zuspruch gefreut. Zuverlässig angereichert wurde das Angebot unserer Gemeinde durch Veranstaltungsflyer aus dem Fundus von Jürgen Bosenius, Öffentlichkeitsbeauftragter des Evangelischen Kirchenkreises Berlin Süd-Ost.

Ein herzlicher Dank gilt vor allem auch Lutz Sonntag, der als Kiezklubleiter zum Weihnachtsmarkt eingeladen und alles bestens organisiert hat.

Michael Land

    Bericht aus dem Pfarrbüro Johannisthal

    Ein Jahresrückblick 2024

    Liebe Gemeindemitglieder,

    wenn ich auf das vergangene Jahr zurückblicke, erfüllt mich große Dankbarkeit für das vielfältige und lebendige Gemeindeleben, das wir gemeinsam gestalten durften. Die aktive Beteiligung so vieler von Ihnen zeigt mir, dass unsere Kirche von der Gemeinschaft lebt und getragen wird.

    Gemeinschaft leben und feiern

    Das Jahr war geprägt von besonderen Momenten des Zusammenkommens, die ich mit Freude erlebt habe. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir unser traditionelles Sommerfest, das wieder Jung und Alt zusammenbrachte. Dieses generationenübergreifende Miteinander zeigte sich auch beim Swing-Tanzabend mit der Bigband aus Köpenick, der für ausgelassene Stimmung sorgte. Dass wir als Gemeinde fest in unserem Kiez verwurzelt sind, wurde nicht zuletzt durch unsere aktive Teilnahme am Kiezfest deutlich.

    Engagement für Nachhaltigkeit

    Diese Zukunftsorientierung zeigt sich auch in unserem Umweltengagement. Mit Freude kann ich berichten, dass unser Klimateam wichtige Initiativen auf den Weg gebracht hat. Der RadRepair-Tag im April fand so großen Anklang, dass wir diese Aktion im kommenden Frühjahr wieder anbieten möchten. Dieses praktische Engagement für Nachhaltigkeit wird bald auch offiziell gewürdigt: Ende 2024 werden wir voraussichtlich als „Faire Gemeinde“ zertifiziert – ein wichtiger Schritt, der auch mir besonders am Herzen liegt.

    Musikalische Höhepunkte

    Von nachhaltigen Projekten zu nachhaltigen Klängen: Unser Kantor Martin Fehlandt hat auch in diesem Jahr wieder ein beeindruckendes Programm gestaltet. Besonders hervorzuheben sind hier die Aufführungen der „Membra Jesu Nostri“, deren solistische Parts von Mitgliedern der Kantorei übernommen wurden, und des Requiems von Mozart zusammen mit einer beeindruckenden Bachkantate. Diese musikalischen Erlebnisse werden künftig noch bereichert, denn dank einer Zuwendung des Kirchenkreises können wir einen neuen Flügel erwerben. Ich lade Sie herzlich ein, dabei zu sein, wenn er zum ersten Mal erklingt!

    Bauliche Entwicklungen

    Während wir musikalisch in die Zukunft planen, schreitet auch eines unserer baulichen Projekte voran. Die Sanierung unserer historischen Villa hat im Frühjahr begonnen und macht gute Fortschritte. Bei der Restaurierung wurde großer Wert auf eine denkmalgerechte Wiederherstellung bei gleichzeitiger behutsamer Modernisierung gelegt. Allerdings muss ich gestehen, dass sich die erforderlichen Arbeiten als umfangreicher herausgestellt haben als zunächst angenommen. Bei der Aufbereitung und vollständigen „Öffnung“ des Hauses sind erhebliche Baumängel zutage getreten. Hier sind wir angewiesen auf weitere finanzielle Unterstützung, u.a. des Kirchenkreises. Wir sind jedoch guter Hoffnung, dass die Sanierung bis zum Frühjahr 2025 fertig gestellt sein wird und werden uns sicher an dem tollen Ergebnis erfreuen.

    Ausblick 2025

    In all diesen Entwicklungen spiegelt sich für mich die Jahreslosung wider: „Prüft alles und behaltet das Gute“. Sie lädt uns ein, Bewährtes wertzuschätzen und zugleich mutig Neues zu wagen. Ich bin von Herzen dankbar für alle, die unsere Gemeindearbeit durch ihr persönliches Engagement unterstützen. Nicht zuletzt tragen auch Ihre Gedanken und Gebete dazu bei, dass unsere Kirche in Johannisthal lebendig und sichtbar bleibt.

    Ich freue mich darauf, auch im kommenden Jahr gemeinsam mit Ihnen Kirche zu gestalten und zu leben.

    Juliane Bach

    Angedacht: Die Jahreslosung 2025

    „Prüft alles und behaltet das Gute“ (1. Thessalonicher 5,21)

    Liebe Gemeindemitglieder,

    wenn die Tage kürzer werden und das Jahr sich dem Ende neigt, laden uns die kahlen Bäume und die ruhende Natur zum Innehalten ein. In dieser Zeit der Besinnung erreicht uns die Jahreslosung für 2025: „Prüft alles und behaltet das Gute.“

    Stellen Sie sich vor, Sie stehen vor einem alten Kleiderschrank. Er ist vollgestopft mit Erinnerungen, Gewohnheiten und Überzeugungen. Einiges davon tragen Sie täglich, anderes hat schon lange keinen Nutzen mehr. Die Jahreslosung ermutigt uns, diesen Schrank gründlich auszumisten.

    Öffnen Sie die Türen weit und nehmen Sie jedes Stück in die Hand. Dieser abgetragene Pullover – sind es liebgewordene Gewohnheiten, die uns Halt geben, oder hinderliche Muster, die uns einengen? Oder die glänzende Brosche – ist es ein wertvoller Grundsatz unseres Glaubens oder nur oberflächlicher Schein?

    Der Winter mit seinen langen Abenden schenkt uns die Zeit für diese Bestandsaufnahme. Wie ein Gärtner, der seinen Garten für den Frühling vorbereitet, dürfen wir unter der kargen Oberfläche nach verborgenen Schätzen suchen.

    Vielleicht entdecken wir unter welkem Laub die ersten zarten Triebe neuer Ideen oder Beziehungen. Die Jahreslosung fordert uns nicht nur zur Prüfung auf, sondern ermutigt uns auch, das Gute zu behalten. In einer oft hektischen Welt erinnert uns dieser Vers daran, dass es überall Wertvolles zu finden gibt – wenn wir nur genau hinschauen. Vielleicht finden wir in der Gemeinschaft unserer Kirche Wärme und Geborgenheit, wenn draußen eisige Winde wehen. Oder wir erkennen in den kleinen Gesten der Nächstenliebe, die uns im Alltag begegnen, Gottes Wirken in der Welt.

    Wenn wir am Silvesterabend das alte Jahr verabschieden, können wir dies mit geschärftem Blick tun. Wie ein Wanderer, der seinen Rucksack für die nächste Etappe packt, dürfen wir dankbar das Gute mitnehmen und gleichzeitig loslassen, was uns belastet.

    Die ersten Wochen des neuen Jahres, wenn die Tage langsam wieder länger werden, sind eine wunderbare Zeit, um das bewahrte Gute wachsen zu lassen. Wie eine sorgsame Gärtnerin können wir es hegen und pflegen.

    Lasst uns gemeinsam in dieses neue Jahr 2025 gehen, mit offenen Augen und Herzen, bereit zu prüfen und das Gute zu bewahren. Möge Gott uns die Weisheit schenken, zu erkennen, was wirklich wertvoll ist, den Mut, loszulassen, was uns nicht weiterbringt, und die Kraft, das Gute in unserem Leben und unserer Gemeinschaft zu stärken.

    In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine gesegnete Weihnachts- und Winterzeit, einen guten Jahreswechsel und ein erfülltes neues Jahr 2025.

    Ihre Juliane Bach

    Sommerfahrt nach Taizé

    Während für viele in diesem Sommer der Urlaub in den Bergen oder am Meer anstand, fuhren sechs junge Erwachsene aus unserem Kirchenkreis in die französische Communauté de Taizé. Eine französische Bruderschaft, welche vor allem für ihre ökumenischen Jugendtreffen und ihre mehrsprachigen, meditativen Gesänge bekannt ist und jährlich rund 100.000 Besuchende anzieht. Organisiert wurde die Fahrt von Mandy Endter, die es jungen und zukünftigen Gemeindepädagog*innen ermöglichen wollte, die Bruderschaft kennenzulernen, damit sie zukünftig mit eigenen Jugendgruppen dorthin fahren können.

    Auch in der mit 3.700 Menschen vollsten Woche seit der Coronapandemie war der Alltag dort klar strukturiert. Der Morgen begann um 8.15 Uhr mit dem Morgengebet, gefolgt vom Frühstück, welches aus Baguette, Kakao und Schokolade bestand, und einer Bibeleinheit mit einem der Brüder, welche im Anschluss in Kleingruppen besprochen wurde. Daraufhin folgten das Mittagsgebet und das Mittagessen, bevor es die erste Pause des Tages gab. Nach der Mittagspause ging es für alle an die zugeteilten Aufgaben. Diese reichten von Müllbeutel wechseln, über Toiletten putzen bis hin zu der Aufgabe, die uns zugeteilt wurde, dem Kochen für die gesamte Teilnehmendenzahl. So ging es für uns nach der Mittagspause in die Großküche, wo wir eine Woche lang erfahren konnten, wie es ist, für 3.700 Menschen zu kochen. Während alle anderen unser frisch gekochtes Essen genießen durften, hieß es für uns dann Küche putzen und Töpfe desinfizieren, damit es am nächsten Tag gleich weiter gehen konnte. Nachdem alle Küchenaufgaben erledigt waren, blieb noch kurz Zeit, auch einen Bissen zu essen und dann zum Abendgebet in die Kirche zu gehen. Dort konnte man mit Gesang den Abend ausklingen lassen oder man feierte noch ein wenig am Oyak mit Menschen aus aller Welt.

    Nachdem sich nach den ersten Tagen ein Rhythmus eingestellt hatte, fingen wir an, das Leben in Taizé und die damit verbundene Pause vom Alltag sehr zu genießen und selbst das Küche putzen begann, langsam Spaß zu machen.

    Ein Höhepunkt unserer Woche war die Aufnahme eines neuen Bruders in den Orden, ein Ereignis, das nur alle paar Jahre zelebriert wird. Auch das letzte Abendgebet, bekannt als „Nacht der Lichter“, hinterließ einen ganz besonderen Eindruck. Hierbei wird bei den typischen Taizé Gesängen das Licht der Auferstehung von vorne nach hinten in der Kirche mit Kerzen weitergegeben, was ein sehr eindrucksvolles Bild erzeugt.

    Insgesamt war die Zeit in Taizé eine sehr gute und willkommene Gelegenheit, den Alltag hinter uns zu lassen, uns gänzlich auf uns zu konzentrieren und uns mit einigen Bibeltexten näher auseinanderzusetzen. Taizé ist eine Erfahrung, die ich allen empfehlen kann, die einmal die Gelegenheit haben möchten, ihren Glauben und ihre Spiritualität auf eine ganz neue Art und Weise zu entdecken.

    Jakob Schmidtke