Queersensible Seelsorge

Liebe Gemeindemitglieder,

Sie kennen es sicherlich auch aus Ihrem Leben: Manchmal läuft alles schief, man fühlt sich traurig und einsam oder ist von seinen Problemen überfordert. In solchen Situationen können Menschen sich an Pfarrer*innen wenden und mit ihnen über ihre Situation sprechen und erleben, dass sie begleitet werden, mit ihren Problemen nicht alleine sind. Wie gut, dass es die Seelsorge gibt und sie einen festen Platz in unseren Gemeinden hat.

Als Queerreferent*in möchte ich einen kleinen Einblick in queersensible Seelsorge geben und dazu ermutigen, mich bei Fragen sehr gerne zu kontaktieren. Das können Sie als Gemeindemitglied oder als GKR oder Mitarbeiter*in einer Gemeinde sehr gerne tun.

Was bedeutet queersensible Seelsorge?

“Queer” kommt aus dem Englischen und wurde lange als Schimpfwort benutzt. Heute benutzen viele lesbische, schwule, trans* oder bisexuelle Menschen “queer” als positive Selbstbeschreibung und meinen damit oft einen Sammelbegriff für alle, die nicht heterosexuell sind und/oder sich nicht dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht zugehörig fühlen. Seelsorge für queere Menschen bedeutet, den Menschen in all seinen Facetten zu sehen und dem Raum zu geben. Immer noch haben viele, gerade junge Menschen, Angst davor, über ihre sexuelle oder geschlechtliche Identität zu sprechen. Und in der Gemeinde darüber zu sprechen, ist immer wieder noch schwerer, da z.B. die Diskussion um Homosexualität als “Sünde” immer noch geführt wird und queere Menschen sich bei uns nicht sicher fühlen. In der Seelsorge können die Menschen erleben, dass ihnen zugehört wird und ihre Ängste ausgesprochen werden können. Gleichzeitig vermittelt queersensible Seelsorge: Du bist von Gott geliebt und deine sexuelle und geschlechtliche Identität ist gottgewollt. Du bist gut so, genau wie du bist!”

Was brauchen queersensible Seelsorger*innen?

Wie auch für andere Kontexte ist es wichtig, Menschen aktiv zuzuhören und sie in ihren Situationen wahrzunehmen und nicht zu urteilen. Verschwiegenheit ist hier besonders wichtig, denn nur so können sich ungeoutete queere Menschen öffnen. Seelsorger*innen sollten wichtige Begriffe zur sexuellen und geschlechtlichen Vielfalt kennen und gleichzeitig im Bewusstsein haben, dass diese Begriffe unterschiedlich genutzt werden können. Es hilft immer wieder zu fragen: “Was bedeutet dieser Begriff für Sie?”

Queere Menschen haben fast immer diskriminierende Situationen mit Institutionen, bei Arztbesuchen, in der Familie oder auf der Arbeit erlebt. In der Seelsorge kann Raum dafür geschaffen werden, diesen Schmerz zuzulassen, ihn fühlen zu können und damit nicht allein bleiben zu müssen. Vor allem, wenn es in Kirchengemeinden zu Verletzungen kam, ist es sehr wichtig, in der Seelsorge nicht vorschnell in das christliche Thema der Vergebung abzurutschen, da diese Dynamik dem erlebten Schmerz nicht gerecht wird. Vielmehr sollte gesehen werden, welch ein großes Vertrauen einem entgegengebracht wird, wenn nach schmerzhaften Erfahrungen diese dennoch in der
Kirche angesprochen werden.

Besonders Genesis 19, 1-13, Römer 1, 21-27 und 1. Korinther 6, 9-10 werden oft als Argument gegen Queerness angeführt. Seelsorger*innen können hier auf den historischen Kontext aufmerksam machen und erklären, dass diese Stellen nicht gegen Homosexualität oder Queerness gerichtet sind, sondern gegen z.B. Machtmissbrauch.

Queere Menschen brauchen Orte, an denen Vielfalt überall ganz selbstverständlich dazugehört und als Stärke begriffen wird: im Gottesdienst, auf dem Gemeindefest und in den vielen Gesprächen, die es zwischen Tür und Angel gibt oder eben auch ganz besonders in der Seelsorge.

Belá Dörr

Angedacht

Ich glaube ja langsam, das hat System. Also bei Gott. In meinem eigenen Leben habe ich das schon eine Weile beobachtet und in der Bibel ist es mir jetzt auch aufgefallen. Gott zeigt sich nicht dann, wenn alle pünktlich, mit frisch gebügelten Klamotten, gut vorbereitet und ausgeschlafen zu einem Termin erscheinen. Gott zeigt sich lieber dann, wenn alles andere im Chaos zu versinken scheint.

Genau so hat es aus menschlicher Sicht mit Gott überhaupt erst angefangen. Da war das berühmte Tohuwabohu und genau da, dachte sich Gott, macht sie die Welt rein. Ein anderes geflügeltes Wort ist ‚Sodom und Gomorra‘ geworden. Unzucht und Durcheinander – wofür Gott wesentlich mehr Verständnis und Nachsicht hat als wir Menschen.

Vielleicht ist es sogar so, dass Gott uns dieses ganze Geplane und Vorgesorge gerne abnehmen würde. Manna zum Beispiel lässt sich nicht als Vorrat anlegen. Was Menschen extra mehr sammeln, um später noch was davon zu haben, das wird ungenießbar.

Mit Jesus wird es völlig offensichtlich. Sein berühmter Gang auf dem Wasser findet während eines gewaltigen Sturmes statt und die Speisung der 5000 ist auch nur notwendig, weil 4999 Leute ihre Brotbox vergessen haben.

Bei den berühmtesten Gleichnissen handelt es sich um verlorene Dinge. Söhne, Schafe und Groschen. Kein einziges Mal ist dabei die Moral: Passt doch besser auf eure Sachen auf. Und im Johannesevangelium ist es das erste Wunder, das Jesus wirkt: Für die Hochzeit wurde zu wenig Wein besorgt, statt sich zu beschweren, macht Jesus welchen aus Wasser.

Soll das jetzt heißen, wir sollten alle noch schusseliger werden? Vermutlich ist das nicht der Punkt. Doch wir könnten schon gnädiger werden mit uns selbst und es uns nicht nachtragen, wenn wir mal was verbaseln, oder gar ständig vergessen, an irgendwas zu denken.

Und wir müssen keine Angst haben vor dem was kommt. Vor den vielen uns bevorstehenden Ereignissen, vor dem, was wir alles müssten und vor den Konsequenzen, weil wir irgendwas nicht früher erledigt haben. Dass Gott uns Leben geschenkt hat, bedeutet eben auch, dass sie es mit uns leben möchte. Nicht organisieren, managen und strukturieren. Leben.

Ihre Carmen Khan

Rückblick: Stadtradeln in Johannisthal

Das ist die Bilanz der diesjährigen Aktion „STADTRADELN – Radeln für ein gutes Klima“ für ganz Berlin – das kann sich doch sehen lassen! Und wir waren ein Teil davon. Doch beginnen wir von vorn.

Die Aktion STADTRADELN ist eine Kampagne des Klima-Bündnisses und findet seit 2008 jährlich statt. An 21 Tagen geht es darum, möglichst viele Wege klimafreundlich mit dem Fahrrad zurückzulegen – egal ob beruflich oder privat. Die Anliegen der Kampagne sind eine engagierte Radverkehrsförderung, ein starker Klimaschutz durch Vermeidung von Kohlendioxid-Emissionen, mehr Lebensqualität in den Kommunen und letztlich mehr Spaß beim Fahrradfahren. [Quelle: www.stadtradeln.de/darum-geht-es]

Wir finden das Projekt toll und gingen in diesem Jahr erstmalig mit unserem Team „Johannisthal radelt“ an den Start. Und es war ein voller Erfolg. Wir schafften es als Untergruppe im Bezirk Treptow-Köpenick überraschend auf den 2. Platz! Die 18 Teilnehmer:innen traten mehr oder weniger kräftig in die Pedalen und vermieden damit insgesamt 753,6 kg an Kohlendioxid-Emissionen.

Wir möchten allen herzlich für ihren tollen Einsatz und die Unterstützung unseres Teams danken. Ganz besonders gratulieren wir den Drei auf den ersten Plätzen:

  • Platz 1: Sandra mit sagenhaften 894,6 km
  • Platz 2: Christian mit 620,7 km
  • Platz 3: Flo mit 620,4 km – wirklich knapp dahinter.

Mein persönliches Highlight in dieser Zeit war die Fahrrad-Sternfahrt des ADFC am 2. Juni. Einmal auf dem autofreien Königsheideweg radeln und schlussendlich die Stadtautobahn mit vielen anderen Radfahrenden einzunehmen – was für ein tolles Erlebnis! Insgesamt zeigten rund 32.000 Radfahrer:innen, dass Radfahren Spaß macht, dass es die Zukunft ist und definitiv mehr Platz für Sicherheit in der Stadt braucht.

Am Ende des Stadtradelns luden wir alle Team-Mitglieder zu einer Kennenlernrunde im Rahmen des Begegnungscafés in der Kirche Johannisthal am 21. Juni ein. Leider wurden einige Anreisende ordentlich nass oder kamen gar nicht bei uns an – der Starkregen war leider nicht eingeplant. Trotzdem war es eine lustige und gemütliche Runde.

Wer in diesem Jahr das Stadtradeln verpasst hat, bekommt im nächsten Jahr wieder die Möglichkeit. Denn wir wollen auf jeden Fall wieder an den Start gehen.

Jeannette Hoffmann
für das Klimateam

Gleichgewicht

Liebe Leserin, lieber Leser,

es gibt die alte Fabel „vom Aufstand der Organe“ aus der Antike: Eines Tages beschlossen die Körperteile, dass sie es satt hatten, ständig für den Magen zu arbeiten, der scheinbar nichts für sie tat. Die Hände führten kein Essen mehr zum Mund, die Zähne weigerten sich zu kauen, und der Mund schluckte nichts mehr. Doch ohne die Verdauung durch den Magen wurde der ganze Körper schwächer und drohte zu verhungern. Schließlich erkannten die Körperteile, dass sie aufeinander angewiesen sind, und nahmen ihre Arbeit wieder auf.

Diese Fabel zeigt uns, wie wichtig jeder einzelne Teil im Körper ist. Paulus greift dieses Bild im ersten Brief an die Korinther auf, um die Gemeinde als einen Körper zu beschreiben, bei dem jedes Glied seine spezielle Aufgabe hat.

„Denn wie der Leib einer ist und hat doch viele Glieder, so auch Christus“
(1. Korinther 12,12).

Die christliche Gemeinde besteht aus vielen verschiedenen Menschen, die alle ihre eigenen Gaben und Fähigkeiten haben. Diese Verschiedenheit ist keine Schwäche, sondern eine Stärke.

Wir haben viele verschiedene Glieder in unseren Kirchengemeinden Baumschulenweg und Johannisthal: einige, die hervorragende Texte verfassen, andere, die mit Blumensträußen die Kirche verschönern, putzen, Texte im Gottesdienst lesen, regelmäßig Werbung verbreiten, Feste vorbereiten, die Kirche aufschließen, Menschen zuhause besuchen, ehrenamtlich den Gemeindegruß betreuen, Plakate erstellen und vieles mehr. Wir sind wie ein bunter Blumenstrauß, der die Vase mit allen Gaben füllt. Oder wie es noch ein paar Wochen zu bestaunen ist in der Installation in der Johannisthaler Kirche: die einzelnen Glieder, bunt und unterschiedlich geformt, sind alle wie in einem Mobile verbunden. Jedes Teil hat seine eigene Form und Funktion, aber nur wenn alle Teile vorhanden sind und im Gleichgewicht hängen, bewegt sich das Mobile harmonisch. Fehlt ein Teil oder wird eines überbewertet, gerät das Mobile aus dem Gleichgewicht. So ist es auch mit unserer Gemeinde – jede und jeder von uns trägt zur Balance und zum Leben der Gemeinschaft bei.

Wir leben in Vielfalt. Niemand sollte sich ausgeschlossen fühlen, nur weil er oder sie anders ist. Paulus betont, dass alle Glieder gebraucht werden, um die Gemeinde voll funktionsfähig zu machen.

„Wenn der Fuß spräche: Ich bin keine Hand, darum gehöre ich nicht zum Leib!, gehört er deshalb etwa nicht zum Leib?“ (1. Korinther 12,15).

Jede Gabe und Fähigkeit ist wichtig und jede Person trägt zum Wohl der gesamten Gemeinschaft bei. Denn besonders über die vermeintlich unscheinbaren und kleinen Glieder schreibt Paulus:

„Gerade die schwächer scheinenden Glieder des Leibes sind unentbehrlich“
(1. Korinther 12,22).

In diesem Sinne wünsche ich uns in den Gemeinden weiterhin ein gedeihliches, bereicherndes und nährendes Miteinander!

Ihre Juliane Bach

Rückblick: Gemeindeausflug zum Kloster Chorin

„Des Landes schönster Schmuck“, nannte Karl Friedrich Schinkel, der berühmte Architekt und Baumeister Friedrich des Großen, dieses idyllisch gelegene gotische Kloster aus dem 13. Jahrhundert. Ihm haben wir es zu verdanken, dass diese schöne Klosteranlage erhalten wurde und heute noch einen Ausflug wert ist. Unsere beiden Pfarrerinnen, Frau Khan und Frau Bach, hatten dieses sehenswerte Ziel für unseren gemeinsamen Gemeindeausflug gewählt.

Schon der erste Blick auf diese große Klosteranlage beeindruckt: Zwei Millionen Backsteine sind hier verbaut worden! Wunderschöne Giebel, zwei erhaltene Kreuzgänge, der große Innenhof mit seinem prächtigen Bergahorn und die große Kirche wirken auf uns. Auch die Esche am Rand der Anlage ist bei dem sonnigen Wetter heute eine Freude. Hier haben die Zisterziensermönche etwa 250 Jahre vor der Reformation gelebt, getreu ihrem Motto: „ora et labora“ (bete und arbeite). Und das haben sie wirklich getan! 7 mal am Tag rief die Glocke zum Beten, ansonsten wurde gearbeitet. Die Mönche arbeiteten nach einem ausgeklügelten System der Arbeitsteilung. Neben Handwerks-, Küchen-, Garten- und Feldarbeit mussten auch die Backsteine für den weiteren Ausbau des Klosters gefertigt werden. 60 Jahre dauerte es, bis der Bau fertig war. Die Mönche versorgten sich selber und verkauften auch die Überschüsse.

Es gab die Klosterschule, das Klosterarchiv, wo Briefe und Urkunden verfasst und die Bibel abgeschrieben wurde. Die in Chorin lebenden Mönche waren auch immer wieder gut ausgebildete Berater wichtiger Leute am Hofe, Lehrer, Ärzte und Berater der Landesherren. Etwa 80 Priestermönche lebten hier – dagegen etwa 200 Mönche, die alle anderen Arbeiten erledigten. Enttäuschend fand ich die Mitteilung, dass Schreib- und Arbeitsmönche getrennt voneinander waren. Die Arbeitsmönche durften den Klostergarten, den Speisesaal und die anderen Bereiche der Schreibmönche nicht betreten. Sie hielten sich in gesonderten Räumen auf.

Ihren Glauben betonten die Zisterzienser mit der Größe der Kirche. Im Mittelalter wurde sie nur von den Mönchen des Klosters genutzt. Im hinteren Teil des Kirchenschiffes befand sich eine Empore, auf der die Fürsten an den Feiertagen saßen. Heute finden in der Sommerzeit Konzerte in der alten Kirche statt. Die Zisterzienser hatten keine Orgel, sie sangen ohne Instrumente. Aber bei dem schönen Kreuzgewölbe war der Klang sehr gut. Herr Fehlandt probierte das mit uns aus, zwar nicht in der Kirche, sondern in der Klosterküche, die auch ein Kreuzgewölbe hatte. Einen Kanon zum Lobe Gottes, wie es sich in einem Kloster gehört.

Es gab noch viel im Kloster zu bewundern, zum Beispiel die Schmuckelemente aus Backsteinen, die das große Gebäude zierlicher erscheinen lassen oder die Ausstellung im Kloster. Wie gut, dass diese altehrwürdige Klosteranlage heute noch gepflegt und genutzt wird! Dadurch ist sie eines der Highlights im Barnimer Land. Zisterziensermönche leben heute noch in etwa 200 Klöstern auf der ganzen Welt. In Deutschland gibt es noch vier aktive Zisterzienserklöster. Schade für alle, die diese Gelegenheit des gemeinsamen Ausflugs nicht genutzt haben, denn es gab im Bus noch freie Plätze. Vielleicht sollten wir gemeinsamen Unternehmungen wieder mehr Wert geben? Unseren Pfarrerinnen jedenfalls herzlichen Dank für den schönen Tag!

Elke Hirthe

Rückblick Familienfahrt

„Endlich!“, „Wie schön, Euch wiederzusehen!“…

Es lag sofort wieder diese fröhliche Stimmung in der Luft – an diesem sommerlich anmutenden Wochenende im April. Wir waren eine bunt gemischte Gruppe von 60 Mitreisenden aus Treptow, Baumschulenweg und Johannisthal. Hervorragend organisiert und vorbereitet von Pfarrerin Khan, Pfarrer Döhle, Sabrina Lehmann und unserer Kirchenmusikerin Barbora Yhee.

Im Haus „Güldene Sonne“ und dem „Haus der Stille“ fühlten wir uns alle sehr wohl und gut aufgehoben. Platz hatten wir genug, und das Team aus Hirschluch hat uns das ganze Wochenende kulinarisch verwöhnt. Die Kinder konnten draußen toben und spielen. Besonders das Trampolin, die Tischtennisplatte, die Hängematten und das Volleyballfeld erfreuten sich großer Beliebtheit.

Der erste Abend begann mit einer kleinen Andacht und stand danach ganz im Zeichen unseres Themas „Spuren spüren“. Zum besseren Kennenlernen malte jede Familie ihr „Spuren“-Bild und stellte sich anschließend damit vor. Die jüngeren Kinder bekamen zur Schlafenszeit eine Geschichte von den Teamern vorgelesen. Die Erwachsenen und großen Kinder saßen noch lange fröhlich beisammen.

Am nächsten Morgen, noch vor dem Frühstück, lud Pfarrerin Khan um 7:30Uhr zu einer morgendlichen Herzensandacht ein. In achtsamer Stille öffneten wir unsere Herzen während einer meditativen Begegnung mit Gott.

Nach einem stärkenden Frühstück begannen wir alle zusammen den Tag mit einer gemeinsamen Andacht. Anschließend ging es hinaus in den Wald – „Spuren suchen“ war angesagt. Dafür hatten die Teamer Waldzeichen hinterlassen, denen wir folgten. Am Ziel – einer großen Binnen-Sanddüne – angekommen, genossen wir die warmen Sonnenstrahlen, die frische Waldluft und füllten unsere Eierkartons. Eierkartons? Richtig gelesen, Sabrina hatte uns auch noch eine kleine Aufgabe mitgegeben: ein Waldbingo. 10 verschiedene Waldmaterialien mussten gesucht und in den Eierkarton getan werden. Das brachte großen Spaß. Bevor wir uns auf den Rückweg machten, haben wir aus gesammelten Naturmaterialien noch ein schönes Mandala gelegt.

Am Nachmittag kam ein Überraschungsgast zu uns – Jörg Bürger. Er ist Jäger und zog uns alle in seinen Bann. Er brachte zur Anschauung Materialien wie Tierpräparate, Felle oder Geweihe mit. Er berichtete voller Hingabe von dem, was ihm besonders am Herzen liegt: nämlich die Natur, die Wildtiere und natürlich auch die Jagd. Wenn es von einer Tierart, wie zum Beispiel dem Wildschwein oder dem Hirsch, zu viele gibt, müssen ein paar von ihnen erlegt werden. Das klingt vielleicht grausam, aber zu viele Tiere können großen Schaden an den Bäumen und Pflanzen anrichten. Manchmal werden sie dann auch zu einer Gefahr für andere Tiere.

Nach der spannenden theoretischen Einleitung und einer kurzen Vesperpause ging es gemeinsam wieder in den Wald – den Lebensraum der Wildtiere erkunden, um nach ihren Spuren zu suchen! So erfuhren wir etwas übers Plätzen (Rehböcke schlagen zur Reviermarkierung den Waldboden mit den Vorderläufen auf). Diese Plätzstellen sind vor allem an Wegrändern zu finden. Junge Bäumchen mit verletzter Rinde dienen ebenfalls der Reviermarkierung. Sie wurden mit dem Gehörn intensiv bearbeitet. Man spricht vom Fegen und von Fegestellen. Dieser Nachmittag wird vielen noch lange in Erinnerung bleiben.

Am Abend versammelten sich alle am Lagerfeuer und es konnte Stockbrot gebacken werden. Zum Abschluss des Tages spielten einige noch „Werwolf“ oder „The Mind“ zusammen.

Der Sonntag begann mit einem reichhaltigen Frühstück. Danach mussten die Sachen zusammengepackt und die Zimmer aufgeräumt werden.

Die Familienfahrt endete mit einem schönen Abschlussgottesdienst, bei dem es auch noch einmal um Spuren ging – um die Spuren von Jesus! Es war wieder einmal eine gelungene Familienfahrt und ich freue mich jetzt schon auf das nächste Jahr!

Katja Wrede

Angedacht

Es ist viele Jahre her, da habe ich eine so stressige Gemeindesituation erlebt, da hat der Kantor zu mir gesagt: „Ich komme überhaupt nicht mehr zum Üben.“ Ich dachte bei mir „ich auch nicht“ und begann erst dann zu überlegen, wie die Übung einer Pfarrerin aussieht. Ich muss gestehen, die Frage hat mich einige Jahre begleitet, doch inzwischen kann ich sie klar und deutlich beantworten: Beten.

Die Übung einer Pfarrerin ist beten, weil die Übung gläubiger Menschen beten ist. Damit meine ich nicht, in ausschweifenden Reden Gott die Welt erklären, ich meine damit auch keine Hilferufe, die wir als Stoßgebete dann aussenden, wenn uns nichts anderes mehr zu tun einfällt und vor allem meine ich damit keine Selbstdarstellungen religiöser Leute. Ich meine damit, da sein. Gottes Geschenke auspacken und annehmen. Das Leben nicht weiter vor sich herschieben, sondern leben. Ja, das kann mensch üben. Wir nennen diese Übungen gerne Kontemplation, Meditation, Konzentration, Fokussierung, Präsenz, Sitzen, Trance … und ab und an auch Gebet.

In der Passionszeit habe ich es Herzensgebet genannt. Immer mittwochabends waren die Treffen. Wir saßen im Kreis und haben geatmet. Zehn Minuten lang. Beim Einatmen haben wir „Jesus Christus“ gedacht und beim Ausatmen „erbarme dich meiner.“ Es gibt noch viele weitere Möglichkeiten, die helfen, aus dem Gedankenkarussell auszusteigen – ein Nickerchen ist keine davon.

Auch meine Faszination für Klöster hat damit zu tun, dass Klöster Orte des Gebets sind. Räume, die viel Zeit zum Beten bieten. Vielleicht haben Sie Zeit, mit zum Gemeindeausflug ins Kloster Chorin zu kommen. Obwohl wir zum Beten überhaupt nirgendwo hin müssen, kann ich mir gut vorstellen, dass bei diesem Ausflug Gebet passiert. Wie schön, wenn wir dabei sind, wenn Gebet passiert.

Ich bin noch immer damit beschäftigt, alles und alle kennen zu lernen. Falls Sie das mit dem Beten völlig anders sehen, oder schlicht nicht glauben können, was ich darüber so erzähle, dann freue ich mich ganz besonders, wenn Sie auf mich zukommen und wir gemeinsam übers Beten schnacken … und wer weiß … vielleicht auch … zusammen … beten …?

Carmen Khan

Konfirmiert – und was nun?

Das fragen sich manche Jugendliche nach der Konfirmation. Denn der reguläre Konfiunterricht ist nicht mehr verpflichtend, aber Spaß mit den anderen Konfis und den Teamer:innen hatte man schon. Also wo kann man auch später noch Anschluss finden, auch wenn es vielleicht nicht mehr jede Woche möglich ist, dabei zu sein?

Kein Problem: Es gibt wieder jede Menge tolle Veranstaltungen, bei denen ALLE* Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus unseren Gemeinden herzlich willkommen sind! Wir versuchen, unsere Veranstaltungen so inklusiv wie möglich zu gestalten. Falls du dazu Fragen hast, melde dich gern direkt bei mir – Mandy Endter (m.endter[@]ekbso.de).

Konfinacht-Gottesdienst am 16. Juni um 11 Uhr in Baumschulenweg

Landesjugendcamp in Hirschluch vom 5. – 7. Juli: Infos und Anmeldung noch möglich bis 20. Juni hier https://akd-ekbo.de/ljc-anmeldung-teilnehmende/

Fahrt nach Taizé ab 15 Jahren vom 19. – 29. Juli: Infos unter: https://stadtkirche-köpenick.de/fahrt-nach-taize/

Oder alternativ ab 16 Jahren vom 4. – 11. August Es sind noch 3 Plätze frei.
Infos bei m.endter[@]ekbso.de

Außerdem bist du herzlich willkommen am Mittwoch um 19 Uhr in der Jungen
Gemeinde
im Jugendzentrum Baumschulenweg (leider noch nicht barrierefrei).
Wenn du schon älter als 18 Jahre bist, komm gerne zur JG², die jeden 2. Dienstag
stattfindet. Infos und Kontakt über info[@]jg-2.de.

Du hast Lust, Projekte mitzuorganisieren und auch mal kirchenpolitisch aktiv zu
werden? Dann schau doch mal vorbei beim KJK (Kreisjugendkonvent). Infos und Kontakt über kjk@ekbso.de.

Folge uns auf Insta: jg_oberspree_west oder ejbso_lebensfroh

Eure Mandy Endter

Rückblick: Fahrrad-Tag in Johannisthal

Ungemütlich und kalt zeigte sich dieser Samstag. Und mit Regen, Hagel, aber auch einigen Sonnenstrahlen machte der April seinem Namen alle Ehre. Doch davon ließen wir und viele helfende Hände uns / sich nicht abhalten, und so fand am 20. April erstmalig unser Fahrrad-Reparatur-Tag in der Kirche Johannisthal statt. An dieser Stelle schon einmal einen recht herzlichen Dank an alle Helfenden – ohne Sie / Euch hätten wir es nicht geschafft!

Gegen 10 Uhr war alles vorbereitet: Werkzeuge, Ersatzteile und Reinigungsutensilien warteten auf ihren Einsatz, der Weltladen Baumschulenweg hatte einen Stand aufgebaut, eine Spielecke war vorbereitet und die Buffet-Tische füllten sich mit köstlichen Leckereien. Es fehlten nur noch die Fahrräder, die Reparatur und Pflege brauchten. Und tatsächlich kamen schon bald die ersten Interessierten. Da waren Lampen zu reparieren und zu ersetzen, Ketten wurden gewechselt, Schläuche getauscht, Bremsen und Schaltungen neu eingestellt und viel geputzt. Unsere vier Helfer Felix, Lars, Jörg und Stephan hatten einiges zu tun und kamen trotz der geringen Temperaturen ordentlich ins Schwitzen.

Zwischendurch nutzten einige die Möglichkeit, sich bei Kaffee und einem kleinen Imbiss in der Kirche aufzuwärmen und entspannt ins Gespräch zu kommen. Die Spielecke fand bei den kleinen Besuchern Anklang und an der Infothek neben dem Weltladenstand konnte man in diversen Broschüren des ADFC Informationen rund ums Thema Fahrrad erhalten. Auch zum diesjährigen Stadtradeln informierten wir und laden an dieser Stelle herzlich ein, in unserem Team mitzuradeln – nähere Informationen siehe Plakat nebenan.

STADTRADELN
30. MAI – 19. JUNI 2024

STADTRADELN.DE/BERLIN

BEWEG WAS!
Für Berlin. Fürs Klima.

Für neue Wege im Alltag, für die Gesundheit und für ein lebenswertes Berlin: Tausende Menschen in Berlin treten wieder in die Pedale und fahren möglichst viele Alltagswege klimafreundlich mit dem Rad. Ob zur Arbeit, zum Einkaufen, für die Fitness oder beim Ausflug ins Grüne: Jeder geradelte Kilometer zählt. Einfach anmelden und mit uns im Aktionszeitraum Fahrrad-Kilometer sammeln.

KOMM MIT INS TEAM "JOHANNISTHAL RADELT"

Ev. Kirche Johannisthal

EINE EINLADUNG DES KLIMATEAMS DER EV. KIRCHE JOHANNISTHAL

Am Ende des Tages konnten etwa 20 Räder wieder flott gemacht werden – ein guter Anfang, wie wir finden.

Das ermutigt uns, auch im kommenden Frühjahr wieder einen Fahrradtag anzubieten – dann hoffentlich bei angenehmerem Wetter.

Jeannette Hoffmann
für das Klimateam