
Archiv der Kategorie: Klimateam
Aus der Arbeit des GKR – ein Jahresrückblick 2025
Liebe Gemeindemitglieder,
wenn ich auf das Jahr 2025 zurückblicke, erfüllt mich große Dankbarkeit. Es war ein Jahr, das in vielerlei Hinsicht von Abschlüssen und Neubeginnen geprägt war – ein Jahr, in dem sich lange Wege endlich zum Ziel führten und Neues Gestalt annahm.
Wichtige Bauprojekte und Entwicklungen

Nach über vier Jahren intensiver Vorbereitung konnten wir im September 2025 das Miethaus am Sterndamm 94 und das dazugehörige Flurstück an den Erbbaupächter übergeben. Dem vorausgegangen war im Frühjahr ein erfolgreicher gerichtlicher Vergleich, der eine gute Lösung für die Mieterinnen und Mieter des Hauses brachte. Seit Juli steht das Gebäude leer – und in den kommenden zwei Jahren werden auf dem Grundstück zwei neue Wohnblöcke mit zahlreichen Wohneinheiten entstehen, darunter auch eine Pfarrwohnung. In einem der Häuser ist der Einzug einer kirchennahen Stiftung geplant. Über den Fortgang der Bauarbeiten und die weitere Entwicklung des Areals werden wir regelmäßig in Informationsveranstaltungen berichten.
Auch an der Villa konnten die umfangreichen Sanierungsarbeiten in diesem Jahr abgeschlossen werden. Nach intensiver, fachkundiger Arbeit erstrahlt das Haus nun wieder im denkmalgerechten Glanz und ist zum Jahresende bezugsfertig. Mein herzlicher Dank gilt allen, die dieses große Projekt über Jahre begleitet haben – den beteiligten Gewerken und dem Denkmalschutz, besonders aber unserem Architekturbüro unter der Leitung von Herrn Perfler. Ein besonderer Dank geht an unsere engagierten Ehrenamtlichen: an Lars Mönch, der als Ansprechpartner stets den Überblick behielt, an Dr. Matthias Krüger, der uns umsichtig durch die finanziell anspruchsvolle Phase führte, und an Maik Heinold, der den Garten liebevoll gepflegt hat. Ihnen allen gilt unser aufrichtiger Dank!
Veränderungen im Gottesdienstteam
Zum Jahresende mussten wir uns von Pfarrerin Stefanie Hoffmann verabschieden, die über mehrere Jahre mit einem Predigtauftrag in unserer Gemeinde tätig war. Für ihren Dienst danken wir ihr von Herzen. Zugleich durften wir mit Mario Storch ein neues Gesicht in unserem Lektor:innen- und Predigtteam begrüßen. Gemeinsam mit Dr. Thomas Menn und Maik Heinold wird er künftig das Gottesdienstleben bereichern. Zudem wird Michael Land im kommenden Jahr seine Ausbildung zum Lektor abschließen – wir freuen uns schon jetzt auf seine ersten Gottesdienste und Andachten. So wächst und entfaltet sich das geistliche Leben unserer Gemeinde weiter, vielfältig und lebendig.
Ein neuer Anfang

Ein besonderer Moment des Jahres war für mich persönlich die Einsegnung im September. Ich wurde offiziell als Pfarrerin in der Kirchengemeinde Johannisthal für bis zu zehn Jahre übernommen – ein Anlass großer Freude und Dankbarkeit. Das herzliche Willkommen, das ich aus der Gemeinde erfahren durfte, hat mich sehr bewegt.
Nachhaltigkeit und Zukunftsblick

Seit Ende Oktober dürfen wir uns offiziell „Faire Gemeinde“ nennen – ein Titel, der mit Verantwortung einhergeht. Wir verpflichten uns damit, nachhaltiger zu wirtschaften und auf faire, umweltfreundliche Produkte zu achten. Außerdem wollen wir weiterhin Veranstaltungen mit ökologischem Fokus anbieten – etwa den beliebten Rad-Repair-Tag, der im kommenden Frühjahr erneut stattfinden wird. Mein Dank gilt hier besonders dem engagierten Klima-Team mit Jim Heymel, Anne Mattern und Johanna Werner, die mit viel Herz und Verlässlichkeit an diesen Themen arbeiten.
Dank und Gemeinschaft
Nicht unerwähnt bleiben soll die Arbeit des Gemeindekirchenrats in den vergangenen drei Jahren. Sie war herausfordernd – finanziell, baulich und personell – und zugleich fruchtbar. Gemeinsam haben wir viel bewegt, neue Veranstaltungsformate wie die Kiez-Feste oder die „Feierabende“ etabliert und gepflegt, und sind dabei als Team eng zusammengewachsen.
Musikalische Akzente

Auch musikalisch war 2025 ein Jahr voller Höhepunkte. Kantor Martin Fehlandt hat mit großem Engagement wieder zahlreiche musikalische Schätze zum Klingen gebracht: von der Musik zum Wochenausklang über das Frühlingskonzert bis hin zur feierlichen Einweihung des neuen Flügels im Oktober und dem festlichen Weihnachtsoratorium im Dezember. Mit seinem Ruhestand im kommenden Sommer endet eine prägende Ära unserer Kirchenmusik. Wir sind dankbar für alles, was er unserer Gemeinde geschenkt hat – und freuen uns auf die gemeinsame Zeit, die noch vor uns liegt.
Ausblick

Mit all diesen Entwicklungen geht unsere Gemeinde gestärkt ins neue Jahr. Wir dürfen dankbar zurückblicken und zugleich mit Zuversicht nach vorn schauen.
„Alles hat seine Zeit“ – dieser Satz könnte über dem Jahr 2025 stehen. Zeit für Abschluss und Neubeginn, Zeit für Veränderung und Vertrauen. Ich danke allen, die unsere Gemeinde mit ihrem Engagement, ihren Ideen, ihrer Zeit und ihren Gebeten tragen. Ich freue mich darauf, auch im kommenden Jahr gemeinsam mit Ihnen Kirche zu gestalten – lebendig, offen und voller Hoffnung.
Ihre Juliane Bach
Verleihung des Siegels für die Faire Gemeinde Johannisthal

Am 28. September feierten wir einen sehr festlichen Gottesdienst. Pfarrerin Barbara Neubert, Beauftragte für den Kirchlichen Entwicklungsdienst der EKBO und Länderreferentin für Kuba im Berliner Missionswerk, nahm uns in ihrer Predigt mit auf eine spannende Reise. Die begann im Garten Eden, führte uns zum Thema fast fashion, spannte den Bogen hin zu unser aller Verantwortung im Umgang mit unserer Umwelt und Gottes Schöpfung und brachte uns wieder zurück in den Paradiesgarten.
Im Anschluss bekam die Gemeinde durch Pfarrerin Neubert das Siegel „Faire Gemeinde“ überreicht, welches wir als Fairnessbeauftragte stellvertretend für die Gemeinde in Empfang nehmen durften.

Das Siegel steht damit sowohl als Auszeichnung für unsere Bemühungen um nachhaltige Entscheidungen im Gemeindealltag, als auch als Ermutigung dafür, weiter danach zu suchen, wie wir unser aller Leben enkeltauglich und innerhalb der planetaren Grenzen gestalten können. Auch wenn dafür an vielen Stellen wirksame politische Hebel fehlen, zeigen uns Initiativen wie die kommunale Ökumene, dass aus kleinen ersten Schritten mit der Zeit Trampelpfade und später etablierte Wege entstehen können.
Diesem Weg der fairen Gemeinden im Umkreis haben wir uns nun angeschlossen, einen Fahrplan dazu ausgearbeitet und vorgestellt. Jetzt heißt es ganz praktisch: Routinen entwickeln.
Anfänge sind manchmal mühsam, gerade beim Öko-Siegel: recherchieren, Verpackungen durchlesen und entscheiden, ob das Produkt fair und „bio“ ist.
Dennoch lohnt es sich, neue nachhaltige Verhaltensweisen zur Gewohnheit werden zu lassen. Wenn wir an Menschen in den Produktionsländern denken, sollten wir stolz sein können auf faire Handelsbeziehungen und ökologischen Anbau, anstatt uns angesichts von Ausbeutung und Bodenzerstörung schämen zu müssen. Wenn wir daran denken, was uns Menschen auf dieser Welt miteinander verbindet, im Glauben, im Hoffen auf Frieden und faires Miteinander, sollten uns als Christ*innen gerade diese Gerechtigkeits- und die ökologischen Aspekte wichtig sein.
Ob am Beispiel von fast fashion, Kaffee oder Schokolade – unsere Entscheidungen gestalten die Welt mit. Also bemühen wir uns nach Kräften, die fairen Trampelpfade zu finden und zu festen Wegen zu machen.

Im Anschluss an den inspirierenden Predigtausflug des feierlichen Gottesdienstes konnte beim Kirchencafé der Morgen ausklingen. Als ein Beispiel für bewusstes Konsumieren gab es veganen Apfelkuchen aus Johannisthaler Äpfeln und fair gehandeltem Zucker. Außerdem konnte beim Weltladenstand gestöbert werden und zum Abschied bekamen alle Gäste einen nachhaltigen Segen aus fair gehandelter Schokolade, Tee und einem Bibelvers mit auf den Weg.
Für das Siegel wird nun noch ein guter Platz gesucht und gefunden. Um unsere Haltung langfristig einzuüben, braucht es überall im Gemeindealltag bewusste Entscheidungen und wohlwollenden Austausch miteinander.
Wir freuen uns auf die nächsten gemeinsamen Schritte.
Johanna Werner und Jeannette Heymel für das Klimateam
Wir wollen (Kekse) FAIR naschen: Ergebnis der Keksverkostung beim Sommerfest
Vielen Dank allen Süßschnäbeln, die beim Sommerfest bei unserer Keksverkostung mitgemacht und abgestimmt haben. Auf unserem Weg zur fairen und nachhaltigen Gemeinde ist es uns ein Anliegen, auch bei der Auswahl unserer Kekse, die beim Kirchencafé oder anderen Anlässen gereicht werden, Fairtrade- und Bio-Produkte anzubieten. Mit der Keksverkostung haben wir das Thema spielerisch eingebracht und in der Einkaufsumgebung nach Produkten gesucht, die bestimmten Anforderungen entsprechen: Kekse mit Kakaoanteil sollten auf jeden Fall das Fairtrade-Siegel tragen. Alle anderen sollten in ökologischem Anbau – also „Bio“ – produziert sein. Heraus ragen dabei die Produkte, bei denen beides zutrifft oder sogar auch der Zucker fairtrade ist. Besonders wertvoll sind in diesem Sinne Produkte der GEPA, da dieses Unternehmen besonders faire und ökologische Grundsätze verfolgt, indem es einen möglichst hohen Anteil an fair zertifizierten Rohwaren (Zutaten) anstrebt.
Aber nun zum Naschergebnis der Keksprofis vom Sommerfest in der Kategorie „Abstimmung mit dem Gaumen“. Hier kommen die fünf beliebtesten Naschobjekte aus unserer Auswahl von 11 Produkten:
- Keksfreunde Zitrone von denns (15 Stimmen)
- Wikana Doppelkekse von denns (14 Stimmen)
- Griesson Fair Cookies von Rewe (13 Stimmen)
- Manner Neapolitaner Waffeln von Rewe (12 Stimmen)
- GEPA Marmor Dinkel Knusperecken aus dem Weltladen (11 Stimmen)
Die in der Gemeinde gern gekaufte Gebäckmischung von Rewe soll nicht unerwähnt bleiben. Weil mittlerweile auch die Rewemarke „Ja!“ für dieses Produkt Fairtrade-Kakao verwendet, haben wir sie ebenfalls mit in die Auswahl genommen. Sie schaffte es auf Platz 6 zusammen mit den „Bio Hafer Cookies“ von Rewe (10 Stimmen). Einschränkend ist zu sagen, dass es dennoch kein Bioprodukt ist, aber immerhin. Vielleicht können wir das auch als Weg in die richtige Richtung verstehen.
Der Vollständigkeit halber für die, die es interessiert: Weniger beliebt in der Abstimmung waren die „GEPA Schoko Orangen Taler“, „Pural Bio Bis Vanille Doppelkekse“ und die „Bio Dinkel Doppelkekse“ von Rewe.

Was machen wir nun mit dem Ergebnis?
Wir wissen jetzt, dass es in unserer Umgebung ein breites Angebot an Keksen gibt, die nachhaltigen und fairen Anforderungen entsprechen. Für den Einkauf von Keksen für das Kirchencafé und andere Anlässe haben wir damit eine schöne Auswahl als Handreichung. Lassen Sie uns darauf achten, welche Produkte in unserem Küchenschrank landen. Dabei müssen es natürlich nicht nur die hier Bestplatzierten sein. Auch hier ist wie so oft Vielfalt eine gute Sache.
Besonders wertvoll ist es, ebenso wie schon bei Kaffee und Tee, mit dem Einkauf gleichzeitig auch den Weltladen in Baumschulenweg zu unterstützen. Dort gibt es verschiedene GEPA-Kekse im Angebot. Die Mischung machts: So vielfältig, wie die Geschmäcker sind, so bunt dürfen die Keksdosen bestückt sein. Wenn Sie für den nächsten Anlass einen Kuchen oder Kekse selber backen wollen, schauen Sie doch mal, ob sie fair gehandelten Kakao und Zucker dafür verwenden können. Beides gibt es auf jeden Fall im Biomarkt, oft aber auch bei Rewe oder Edeka zu kaufen. Dazu noch Bio-Eier und vielleicht regionales Mehl aus Brandenburg, Früchte aus dem eigenen Garten oder von den Nachbarn…
Viel Vergnügen beim fairen Kaufen und Backen wünscht das Klimateam Johannisthal.
Johanna Werner
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/GEPA_%E2%80%93_The_Fair_Trade_Company 23.08.2024
Rückblick: Stadtradeln in Johannisthal

Das ist die Bilanz der diesjährigen Aktion „STADTRADELN – Radeln für ein gutes Klima“ für ganz Berlin – das kann sich doch sehen lassen! Und wir waren ein Teil davon. Doch beginnen wir von vorn.
Die Aktion STADTRADELN ist eine Kampagne des Klima-Bündnisses und findet seit 2008 jährlich statt. An 21 Tagen geht es darum, möglichst viele Wege klimafreundlich mit dem Fahrrad zurückzulegen – egal ob beruflich oder privat. Die Anliegen der Kampagne sind eine engagierte Radverkehrsförderung, ein starker Klimaschutz durch Vermeidung von Kohlendioxid-Emissionen, mehr Lebensqualität in den Kommunen und letztlich mehr Spaß beim Fahrradfahren. [Quelle: www.stadtradeln.de/darum-geht-es]

Wir finden das Projekt toll und gingen in diesem Jahr erstmalig mit unserem Team „Johannisthal radelt“ an den Start. Und es war ein voller Erfolg. Wir schafften es als Untergruppe im Bezirk Treptow-Köpenick überraschend auf den 2. Platz! Die 18 Teilnehmer:innen traten mehr oder weniger kräftig in die Pedalen und vermieden damit insgesamt 753,6 kg an Kohlendioxid-Emissionen.
Wir möchten allen herzlich für ihren tollen Einsatz und die Unterstützung unseres Teams danken. Ganz besonders gratulieren wir den Drei auf den ersten Plätzen:
- Platz 1: Sandra mit sagenhaften 894,6 km
- Platz 2: Christian mit 620,7 km
- Platz 3: Flo mit 620,4 km – wirklich knapp dahinter.

Mein persönliches Highlight in dieser Zeit war die Fahrrad-Sternfahrt des ADFC am 2. Juni. Einmal auf dem autofreien Königsheideweg radeln und schlussendlich die Stadtautobahn mit vielen anderen Radfahrenden einzunehmen – was für ein tolles Erlebnis! Insgesamt zeigten rund 32.000 Radfahrer:innen, dass Radfahren Spaß macht, dass es die Zukunft ist und definitiv mehr Platz für Sicherheit in der Stadt braucht.
Am Ende des Stadtradelns luden wir alle Team-Mitglieder zu einer Kennenlernrunde im Rahmen des Begegnungscafés in der Kirche Johannisthal am 21. Juni ein. Leider wurden einige Anreisende ordentlich nass oder kamen gar nicht bei uns an – der Starkregen war leider nicht eingeplant. Trotzdem war es eine lustige und gemütliche Runde.
Wer in diesem Jahr das Stadtradeln verpasst hat, bekommt im nächsten Jahr wieder die Möglichkeit. Denn wir wollen auf jeden Fall wieder an den Start gehen.
Jeannette Hoffmann
für das Klimateam
Rückblick: Fahrrad-Tag in Johannisthal
Ungemütlich und kalt zeigte sich dieser Samstag. Und mit Regen, Hagel, aber auch einigen Sonnenstrahlen machte der April seinem Namen alle Ehre. Doch davon ließen wir und viele helfende Hände uns / sich nicht abhalten, und so fand am 20. April erstmalig unser Fahrrad-Reparatur-Tag in der Kirche Johannisthal statt. An dieser Stelle schon einmal einen recht herzlichen Dank an alle Helfenden – ohne Sie / Euch hätten wir es nicht geschafft!
Gegen 10 Uhr war alles vorbereitet: Werkzeuge, Ersatzteile und Reinigungsutensilien warteten auf ihren Einsatz, der Weltladen Baumschulenweg hatte einen Stand aufgebaut, eine Spielecke war vorbereitet und die Buffet-Tische füllten sich mit köstlichen Leckereien. Es fehlten nur noch die Fahrräder, die Reparatur und Pflege brauchten. Und tatsächlich kamen schon bald die ersten Interessierten. Da waren Lampen zu reparieren und zu ersetzen, Ketten wurden gewechselt, Schläuche getauscht, Bremsen und Schaltungen neu eingestellt und viel geputzt. Unsere vier Helfer Felix, Lars, Jörg und Stephan hatten einiges zu tun und kamen trotz der geringen Temperaturen ordentlich ins Schwitzen.
Zwischendurch nutzten einige die Möglichkeit, sich bei Kaffee und einem kleinen Imbiss in der Kirche aufzuwärmen und entspannt ins Gespräch zu kommen. Die Spielecke fand bei den kleinen Besuchern Anklang und an der Infothek neben dem Weltladenstand konnte man in diversen Broschüren des ADFC Informationen rund ums Thema Fahrrad erhalten. Auch zum diesjährigen Stadtradeln informierten wir und laden an dieser Stelle herzlich ein, in unserem Team mitzuradeln – nähere Informationen siehe Plakat nebenan.

Am Ende des Tages konnten etwa 20 Räder wieder flott gemacht werden – ein guter Anfang, wie wir finden.
Das ermutigt uns, auch im kommenden Frühjahr wieder einen Fahrradtag anzubieten – dann hoffentlich bei angenehmerem Wetter.
Jeannette Hoffmann
für das Klimateam
Faire Gemeinde Johannisthal?!
Ein Wegweiser aus dem Klimateam
Unsere christlichen Werte sind:
Bewahrung der Schöpfung und ihrer Vielfalt, Sorge um uns selbst und unsere Nächsten sowie die zukünftigen Generationen. Verantwortung übernehmen für unser Handeln in seiner ganzen Konsequenz.
Angesichts der menschengemachten Klimakrise und vieler weiterer Konflikte in Politik und Gesellschaft, die unser aller Lebensgrundlagen auf der Erde massiv bedrohen und die gewohnten Lebensbedingungen aus dem Gleichgewicht bringen, suchen Menschen
weltweit nach möglichen Lösungen und neuen Ideen.
Schauen wir doch einmal auf unseren Einflussbereich als Gemeinde und prüfen unser Handeln auf Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit. Als wir uns im Klimateam damit konkret beschäftigt haben, sind wir auf das Siegel “Faire Gemeinde” gestoßen. Entwickelt von der EKBO, dem Erzbistum Berlin und dem Ökumenischen Rat Berlin-Brandenburg zeichnet es Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen aus, die sich durch ihr Handeln und eine entsprechende Öffentlichkeitsarbeit für Nachhaltigkeit und globale Gerechtigkeit einsetzen.
In vier Bereichen sollen konkrete Maßnahmen umgesetzt werden:
- Bewusst konsumieren
- Nachhaltig wirtschaften;
- Global denken und handeln;
- Sozial handeln.
Nach Erstellung einer Übersicht fiel schnell auf, dass wir in drei Kategorien bereits die notwendige Anzahl an Maßnahmen erfüllen und darüber hinaus sogar noch weitere Ideen haben, die uns umsetzbar erscheinen.
Das hat uns selbst überrascht – wir sind also schon auf einem guten Weg! Vor allem im Einkaufsverhalten der Gemeinde können und wollen wir nachhaltiger werden, sowohl in Bezug auf Lebensmittel als auch bei anderen Gebrauchsgegenständen und Verbrauchsmaterialien. Nachhaltiger werden bedeutet: Wir wollen darauf achten, dass Herstellung, Transport, Verwendung und Entsorgung so wenig wie möglich neue Ressourcen verbrauchen und umweltschonend hergestellt werden. Für die Gemeinde angeschaffte Ausstattung soll langlebig und reparierbar sein, oder gänzlich wieder verwendet werden können. Und das alles auch sozial gerecht: Wenn wir Dinge verwenden, wollen wir sicher sein können, dass an keiner Stelle Menschen ausgebeutet oder unzureichend für ihre Arbeit bezahlt werden.
Beispiel Lebensmittel:
Hier gibt es bereits verlässliche Orientierungsmöglichkeiten: Das Fairtrade Siegel kennzeichnet Waren, bei deren Herstellung bestimmte soziale, ökologische und ökonomische Kriterien eingehalten wurden. (www.fairetradedeutschland.de)
▷ Produkte wie Kaffee, Tee, Säfte und Schokolade (Kekse) wollen wir aus fairem Handel beziehen und dafür insbesondere auch die Nähe zum Weltladen in Baumschulenweg nutzen.
Vorzugsweise Bio: Intensive Bodennutzung und Pestizideinsatz in der konventionellen Landwirtschaft belasten die Umwelt und das Klima. Für die allermeisten Lebensmittel gibt es inzwischen ökologisch erzeugte Alternativen gut verfügbar im Supermarkt oder beim regionalen Erzeuger. Zum Beispiel Traubensaft aus biologischer Herstellung fürs Abendmahl: Das schont die Böden und die Umwelt und ist letztlich gesünder für die Menschen bei der Herstellung und die Verbraucher:innen.
▷ Wir wollen regionale Produkte, möglichst in Bioqualität, auf jeden Fall ohne Genmanipulation und kein Fleisch aus industrieller Massentierhaltung verwenden.
Beispiel Herstellung:
Im Gegensatz zu Frischfaserpapier benötigt recyceltes Altpapier kein neues Holz, hat einen geringeren Wasser- und Energiebedarf bei der Herstellung und verzichtet auf den Einsatz chemischer Stoffe wie Chlor. Es ist also nachhaltiger und genauso gut im Einsatz wie das „neue“ Papier. Es kann in verschiedenen Helligkeitsgraden bestellt werden und wenn es doppelseitig bedruckt wird, reduziert sich der Verbrauch automatisch.
▷ Wir wollen zukünftig recyceltes Druckerpapier, Toilettenpapier, recycelte Umschläge und Abtrockentücher u. ä. einkaufen und sparsamer verwenden.
Beispiel Verpackung:
Das Denken in Kreisläufen, wie die Natur es uns vormacht, sollte unser Ziel sein. Was wir herstellen, muss irgendwann auch wieder vergehen können oder eine neue Verwendung bekommen. Einweg-Getränkeverpackungen sind mit klimabewusstem Handeln eigentlich nicht zu vereinbaren. Ist das Getränk alle, wandert die Verpackung meist direkt in den Müll – und mit ihr wertvolle Rohstoffe. Recycelt wird leider nur ein Teil davon, im Falle von Getränkekartons sogar nur knapp über 30 Prozent.
Gut, dass es Alternativen gibt! Mehrwegflaschen aus Glas werden bis zu 50 Mal wieder befüllt und sparen bis zu 50 Prozent CO2 im Vergleich zu Einwegverpackungen. Sie werden überwiegend regional über kurze Transportstrecken vertrieben, da viele Hersteller und Abfüller gemeinsam einheitliche Flaschen und Kästen nutzen. Im Vergleich zur ständigen Neuherstellung von Einwegverpackungen spart das eine erhebliche Menge an Ressourcen, Energie und Treibhausgasemissionen ein.
▷ Wir wollen zukünftig unseren Traubensaft für das Abendmahl und auch Wasser und Säfte in Mehrwegflaschen beziehen.
Beispiel Reinigungsmittel:
Die Verwendung von nachhaltigeren Reinigungsmitteln, die beispielsweise mit dem Blauen Engel zertifiziert sind, vermeidet weitgehend umwelt- und gesundheitsbelastende Stoffe, fördert den nachhaltigen Anbau nachwachsender Rohstoffe und reduziert den Verpackungsabfall. Weitere Siegel für umweltfreundlichere Produkte sind das EU Ecolabel und das Ecocert-Siegel. Für die Benutzung gilt auch hier: sparsam dosieren und zusätzlich auf mechanische Reinigung durch Schrubben und Einweichen setzen.
▷ Wir wollen möglichst umweltfreundliche Reinigungs- und Waschmittel verwenden.
Die Gesamt-Übersicht aller Maßnahmen, die wir uns vorstellen können, nach und nach in der Gemeinde zu etablieren, finden Sie auf der Klimatafel in der Kirche. Wir freuen uns auf Ihre Meinungen, Anregungen und Nachfragen. Auch wir entdecken immer wieder Punkte, an denen wir diskutieren, welche Variante nun wirklich nachhaltiger ist. Nicht immer ist das so einfach zu entscheiden. Aber genau dieses Dranbleiben und Prüfen, darauf kommt es an: miteinander austauschen, Informationen sammeln und auch das Hinterfragen sind unsere Anliegen.
Was ist realisierbar und was erweist sich in der Praxis als schwierig? Auf Ihr Mitwirken und Ihre Erfahrungen kommt es an. Sprechen Sie uns gerne an oder kommen Sie zu einem unserer Treffen.
Die Termine hängen an der Tafel aus und sind auch im Churchdesk-Kalender zu finden. Wir überlegen derzeit, was auf dem Weg zur Fairen Gemeinde hilfreich wäre.
Vielleicht kleine Merkzettel oder Übersichtslisten? Haben Sie Vorschläge oder Ideen? Außerdem wollen wir versuchen, alle betreffenden Kreise und Menschen in der Gemeinde direkt anzusprechen. Da liegt noch etwas Arbeit vor uns. Ganz formal braucht es einen Beschluss des GKR und eine*n Fairnessbeauftragte*n, die*der alle zwei Jahre einen Bericht schreibt.
Und vor allem brauchen wir Ihre Mitarbeit. Wir können nur Vorschläge erarbeiten. Umsetzen müssen wir diese Maßnahmen als Gemeinde zusammen. Das kann etwas dauern und wird Routinen aufbrechen und vielleicht an der einen oder anderen Stelle Überwindung oder Umwege bedeuten.
Aber wie heißt es so schön: „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.“ Die Erfahrung zeigt, dass irgendwann neue Routinen entstehen und dann läuft es wie von selbst. Und am Ende ist es ein großer Gewinn, nicht nur für unsere Gemeinde, sondern weit darüber hinaus.
Auch wenn es sich oft nicht so anfühlt, ist es doch so, dass einzelne persönliche Entscheidungen eine globale Wirkung entfalten können. Es macht in der Summe einen Unterschied, ob Sie Ihr Geld in den fairen Handel geben oder nicht. Und einen noch größeren Unterschied macht es, wenn eine große christliche Gemeinschaft ihr Geld bewusst auf diesen nachhaltigen, ökofairen Weg schickt.
Wenn wir das Siegel „Faire Gemeinde“ erhalten, kann das eine Auszeichnung sein für die neu etablierten Maßnahmen, Ansporn für uns, noch besser zu werden und uns auch immer wieder zu überprüfen, um nicht in alte Gewohnheiten zurückzufallen. Und es hilft uns bei der Sichtbarkeit für unser Ansinnen nach außen.
Wir sind überzeugt davon, dass es sich auf vielen Ebenen lohnt, „Faire Gemeinde“ zu werden.
Herzliche Grüße vom Klimateam
Anne Kilgus, Jeannette Hoffmann und Johanna Werner
Literaturempfehlungen:
Unsere Welt neu denken.
Maja Göpel
All you need is less.
Manfred Folker, Niko Paech
Das ökohumanistische Manifest.
Pierre L. Ibisch, Jörg Sommer
Leihen Sie die Bücher bei Interesse doch gerne in der Bibliothek aus.
Unsere FAIRantwortung
Der Bezirk Treptow-Köpenick kann sich seit 2019 offiziell „Fairtrade-Town“ nennen, denn seitdem verfolgt er eine kommunale Nachhaltigkeitsstrategie und trägt ein Siegel, das insbesondere für die ökofaire Beschaffung von Produkten steht.
Fair handeln heißt Verantwortung zu übernehmen für gute Arbeitsbedingungen, ökologische Standards und faire Löhne in den Erzeugerländern von beispielsweise Kaffee und Kakao. Diverse Einrichtungen und Gemeinschaften des Bezirks haben sich mit dem Thema beschäftigt und sich für den Verkauf oder die Verwendung von Fairtrade-Produkten entschieden. Ein online einsehbarer Einkaufs- und Akteurswegweiser listet alle teilnehmenden Betriebe, Schulen, Vereine und Kirchengemeinden auf.
Sechs von 27 Gemeinden der kommunalen Ökumene Treptow-Köpenick haben ebenfalls ihr Handeln an fairen Kriterien ausgerichtet und damit das Siegel „faire Gemeinde“ erworben. Die Kirchengemeinde Baumschulenweg ist eine davon.
Fest steht: Unser Handel(n) zieht weite Kreise: Wir verwenden Produkte aus aller Welt für unser tägliches Leben und mit jedem Kauf entscheiden wir bewusst oder unbewusst, wohin unser Geld fließt. Geht es an Kaffeebauern, denen ein guter Preis für ihre Ware angeboten wird und die davon ihre Familien ernähren können? Kaufen wir Schokolade, ohne darüber nachzudenken, dass der herstellende Betrieb ausbeuterische Verhältnisse und Kinderarbeit akzeptiert?
Etwas Gewohntes zu verändern, bedeutet erstmal eine Umstellung. Sich länger damit auseinandersetzen, informieren, einen anderen (Um-)Weg nehmen und etwas mehr dafür ausgeben. Wieviel Cent mehr sind uns die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen wert, die Kakao und Kaffee anbauen, damit wir diese Genussmittel jederzeit zur Verfügung haben?
Lassen Sie uns fair handeln! Gleich hier vor Ort und ab sofort übernehmen wir globale Verantwortung, indem wir die Verwendung von fair gehandeltem Kaffee, Tee und Schokolade in unserer Gemeinde ganz bewusst zur Gewohnheit werden lassen. Die Voraussetzungen sind mehr als günstig: Es gibt das fairtrade-Siegel als Wegweiser, das uns versichert: Hier wurden die Bedingungen überprüft. Wir haben einen kleinen feinen Weltladen direkt in der Nachbargemeinde Baumschulenweg und auch diverse Supermärkte in der Umgebung bieten fair gehandelte Produkte an.
Wir als Klimateam können uns sehr gut vorstellen, für unsere Gemeinde zukünftig auch noch weitere neue Handlungswege zu erarbeiten und umzusetzen, die es braucht, um als „faire Gemeinde“ ausgezeichnet zu werden. Wenn Sie sich mit uns auf den Weg machen wollen, melden Sie sich gerne. An unserer Klimatafel in der Kirche finden Sie unseren Kontakt, Informationen zum Siegel „faire Gemeinde“ und den „Klimakasten“ für Ihre Vorschläge.
Auf jeden Fall sehen wir uns beim Sommerfest am 24. Juni: Unser Bücherfenster wird zu diesem Anlass auf einen Bücherstand ausgeweitet. Beim „Upcycling für alle“ werden wir aus alten Kalenderblättern feine neue Dinge falten. Beide Angebote sind generationenübergreifend, barrierearm und vielfältig.
Johanna Werner aus dem Klimateam

Klimateam in Johannisthal
Die menschengemachte Klimakrise erfordert Veränderung durch die ganze Gesellschaft – und das schnellstmöglich. Wir alle müssen neue Wege gestalten, um Gottes Schöpfung – unseren Lebensraum – zu bewahren.
Deshalb werden wir lokal aktiv: Wir wollen die verschiedenen Bereiche des Gemeindelebens unter die Lupe nehmen und prüfen, an welchen Stellen wir nachhaltiger, ressourcenschonender, fairer und ökologischer handeln können. Wie können wir Energie und CO2-Emissionen einsparen? Welche Produkte sind nachhaltig(er)? Was können wir miteinander teilen, anstatt es mehrfach kaum genutzt zu besitzen? Vielfach gibt es schon Vorbilder, denen wir folgen und damit Teil der Veränderung werden können.
Wer hat Lust, sich mit uns auf die Suche zu machen? Wir treffen uns ab jetzt regelmäßig am letzten Montag des Monats und freuen uns auf Menschen, die sich uns anschließen und mitgestalten möchten.
Wer Interesse hat, kann sich hier anmelden: johanna.werner[@]gemeinsam.ekbo.de
Auf diesem Weg sammeln wir auch gerne Ideen und Erfahrungen.
Wir, das sind derzeit:
Anne Kilgus (Umweltbeauftragte) und Johanna Werner (GKR)
Die erste Neuerung haben wir uns von der Gemeinde Baumschulenweg abgeschaut. Im Flur zum Gemeindesaal gibt es nun auch in Johannisthal einen Ort zum „Teilen statt Kaufen“:
Ein Bücherfenster – klein aber fein:
Nimm etwas mit oder leg etwas rein.
Und ist der Platz hier grad‘ zu schmal
probiere es beim nächsten Mal.



